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SAP TechEd && d-code 2014 – Die Cloud in der Praxis

22. Oktober 2014 von Derek Klobucher 0

„Die SAP ist ein tolles Unternehmen – aber nur, weil Ihr es dazu macht“, erklärte Steve Lucas, President von SAP Platform Solutions den anwesenden Entwicklern und Technologieexperten am Montag in Las Vegas. „Deswegen dreht sich heute alles um Euch.“

In seiner Eröffnungsrede zur SAP TechEd && d-code (#SAPtd), der wichtigsten SAP-Entwicklerkonferenz, kündigte Lucas das Thema des Abends an: Die SAP HANA Cloud Platform und ihr Einsatz in der Praxis.

Anschließend schilderten SAP-Partner und -Kunden, wie ihnen SAP HANA bei der Lösung echter, alltäglicher Probleme wie Kindersterblichkeit, großer und komplexer Datenmengen und Gefahren am Arbeitsplatz geholfen hat.

Alarmierende Kindersterblichkeitsrate

Nur drei von 50 US-amerikanischen Bundesstaaten haben eine höhere Kindersterblichkeitsrate als Indiana. Die Behörden haben erkannt, dass es an der Zeit ist, zu handeln und mit der Analyse großer Datenmengen aus verschiedenen Quellen begonnen. Dazu gehören unter anderem Krankenakten, Impfnachweise, Geburts- und Sterbeurkunden und Nachweise über medizinische Leistungen für Bedürftige.

„Diese Möglichkeit bot sich uns zuvor nicht – es gab bisher schlichtweg keine Technologie, die 5 Milliarden Datenzeilen in Echtzeit analysieren konnte“, erklärte Paul Baltzell, CIO des Bundesstaates Indiana, Lucas und dem Publikum. „Wir sind zuversichtlich, die Kindersterblichkeitsrate durch eine Kombination aus den vorhandenen Daten und zusätzlichen Informationen bald verringern zu können.“

Chris Paine (rechts), SAP-Mentor und Entwickler von EnterpriseJungle, erklärt, wie mithilfe seiner cloudbasierten Lösung in einem Unternehmen mit 70.000 Mitarbeitern die richtige Person für eine bestimmte Aufgabe gefunden werden kann.

Chris Paine (rechts), SAP-Mentor und Entwickler von EnterpriseJungle, erklärt, wie mithilfe seiner cloudbasierten Lösung in einem Unternehmen mit 70.000 Mitarbeitern die richtige Person für eine bestimmte Aufgabe gefunden werden kann.

Dafür will Baltzell Sachbearbeiter mit mobilen Lösungen ausstatten. Über Tablets, Smartphones oder Laptops haben sie jederzeit Zugriff auf alle vorhanden Daten. So können sie besser einschätzen, ob ein Kind unter bestimmten Umständen leidet und müssen nicht mehr rein instinktiv handeln.

Einfache und übersichtliche Analyselösungen

Brad Peters, Vorstandsvorsitzender und Chief Product Officer des kalifornischen Anbieters für Analyselösungen Birst, ist der Meinung, dass alle Mitarbeiter Zugriff auf strukturierte, geordnete Unternehmensdaten haben sollten. Häufig sind jedoch Entwickler und andere Technologieexperten für die Organisation von Unternehmensdaten zuständig. Weniger technisch versierte Kollegen haben in der Folge oft Schwierigkeiten mit den komplexen Systemen.

„Unser Ziel war es, eine ansprechende, einfache und cloudbasierte Lösung zu entwickeln, die zudem erschwinglich ist“, sagte Peters. „Also haben wir unsere flexible Analyseplattform mit der anpassungsfähigsten Datenplattform kombiniert, die es gibt.“

Mithilfe von SAP-Technologie haben nun auch Nutzer, die wenig oder keine Erfahrung mit Analysesoftware haben, Zugriff auf Daten zur Unternehmensleistung. Das Dashboard von Birst bietet ihnen einen Überblick über eine Vielzahl an Daten aus verschiedenen Quellen. Dafür werden die Unternehmensdaten in der Cloud gespeichert und sind anschließend jederzeit nutzbar – seien es Informationen aus Salesforce und SAP oder Daten aus der Logistikkette und Fertigung.

Sensible Sensoren

„Wir sind überzeugt, dass der Einsatz von Sensoren die Pflege von Menschen revolutionieren wird“, erklärte Lucas nach einer Präsentation von Flextronics zu Sensoren in Pflanzen. Während der Rede waren in den Sitzen von Freiwilligen Sensoren eingebaut, die Daten zur Herzfrequenz und Atmung übertrugen. Der Hersteller medizinischer Überwachungsgeräte EarlySense zeigte so anschaulich, wie Krankenpfleger die Werte ihrer Patienten zentral einsehen und damit im Notfall schnell reagieren können.

Steve Lucas zeigt mit einem RFID-fähigen Schutzhelm, wie Bauarbeiter durch die Verarbeitung von Ereignisströmen vor automatisierten Kränen geschützt werden.

Steve Lucas zeigt mit einem RFID-fähigen Schutzhelm, wie Bauarbeiter durch die Verarbeitung von Ereignisströmen vor automatisierten Kränen geschützt werden.

Um aber gar nicht erst ins Krankenhaus zu kommen, hat das SAP-Partnerunternehmen SK Solutions eine dynamische Schnittstelle entwickelt, die durch ihre Echtzeitverarbeitung Bauarbeiter vor den automatisierten SPYDERCRANE-Baukränen schützt. Deren Wirksamkeit stellte Lucas gleich unter Beweis, indem er mit einer neongelben Warnweste und einem RFID-fähigen Schutzhelm auf der Rednerbühne stand, während zwei Spinnenkräne ungehindert ihre Arbeit verrichteten.

„Dank der Sybase-Technologie können die Maschinen von SK Solutions schon reagieren, bevor die Daten überhaupt in die Datenbank gelangen“, so Lucas. Er betonte außerdem, dass der SAP Event Stream Processor (ESP) Ereignisse wirklich im Moment ihres Geschehens verarbeitet. „Bei Zwischenfällen kann die Software dann in Echtzeit Warnungen ausgeben oder die Bewegung sofort unterbrechen.“

Am Ende ging es um Euch

Natürlich ging es in der Eröffnungsrede der #SAPtd am Montag nicht nur um „Euch“. Mehrmals betonte Lucas die Vorzüge der SAP HANA Cloud Platform – die vereinfachte Plattform mit der einfachen URL –, mit der jede SAP-Anwendung erweitert oder angepasst werden kann.

Jayne Landry, Global Vice President und General Manager von Business Intelligence bei der SAP, lobte die Vorhersage-Algorhithmen von KXEN, mit deren Hilfe SAP Lumira den Benutzern die passenden Visualisierungen vorschlägt. Es folgten noch mehrere Ankündigungen des technischen Direktors von SAP Global Customer Operations, Irfan Khan, in denen er vorstellte, wie die SAP die Datenverarbeitung der Kunden vereinfachen werde.

Aber am Ende der Eröffnungsrede ging es dann wirklich um „Euch“. Lucas, Khan und Shannon Poulin von Intel verlosten einen 2014er Ford Mustang, Karten für das American-Football-Finale 2015, ein handsigniertes Fußballtrikot vom NFL-Spieler Marshall Faulk sowie eine signierte Gitarre der Rockband Huey Lewis and the News, die Donnerstagabend auf der #SAPtd aufspielen wird.

Eine Aufzeichnung der Keynote finden Sie hier. Folgen Sie Derek Klobucher auf Twitter: @DKlobucher

Top Image: Shutterstock

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