Ungekochte Spaghetti

Feature | 15. Mai 2009 von Frank Völkel 0

SAP-Mitbegründer Plattner setzt auf ein neues Format bei der Datenspeicherung. Damit soll Software im Umfeld mit Datenbanken deutlich beschleunigt werden. (Alle Fotos: Frank Völkel)

Ein wichtiges Thema aus Sicht des charismatischen SAP-Aufsichtsratsvorsitzenden Plattner ist das Zusammenspiel zwischen Hardware und Software. Allerdings falle die Weiterentwicklung von Software gegenüber der Geschwindigkeit immer weiter zurück, mit der sich die Hardware wandle.

Plattner führte weiter aus, dass bei nahezu allen Hardware-Komponenten – vom Prozessor bis hin zu Datenspeichern – dramatische Entwicklungen in den vergangenen Jahren erfolgten. Dagegen hat sich die Software von ihrer Struktur her kaum verändert – und müsste an die Hardware permanent angepasst werden, um letztendlich eine höhere Performance erzielen zu können.

Gerade bei Prozessoren mit mehreren Kernen (Multi-Core) sei es entscheidend, dass die Software auf die einzelnen Recheneinheiten aufgeteilt werde. Das klappe bei Computerspiele-Software teilweise schon ganz gut, bei Geschäftsanwendungen sehe es dagegen schlecht aus: Hier habe jedes IT-System mit dem Flaschenhals bei der Datenspeicherung zu kämpfen.

Columnare Datenspeicherung: Keine Redundanzen

Gegenüber der konventionellen Speichermethode bestehen laut Plattner folgende Vorteile der columnaren Datenspeicherung:

  • keine redundanten Daten, damit weniger Datenverwaltung
  • kein redundanter Code in der Software, damit einfacher für Upgrades
  • Algorithmus setzt direkt auf Daten
  • höhere Flexibilität
  • in der Praxis: einfaches Hinzufügen von neuen Feldern in der Kundendatenbank

Bei der columnaren Datenspeicherung treten keine freien oder leeren Zellen innerhalb der Datenbank auf. Somit lässt sich der vergleichbare Inhalt auf ein Zwanzigstel seiner ursprünglichen Größe – ausgehend vom konventionellen Format – komprimieren.

Plattner forscht zu diesem Thema am eigenen Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik der Universität Potsdam. Dort ist er Leiter des Fachgebiets „Enterprise Platform and Integration Concepts“.

Die columnare Datenspeicherung kommt ohne Updates aus.

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