Beschleunigtes CRM, Corporate Apps und ein Prototyp

13. November 2012 von Andreas Schmitz 0

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Wenn die SAP ihre Travel-OnDemand-Lösung vorstellt, könnte man meinen, dass das irgendwie ein aufgewärmter alter Vortrag sein muss. Und trotzdem ist das Thema in anderem Gewand brandaktuell: „Transaktionale Daten aus der Cloud in On Premise rückintegrieren“, nennt das der Head of Enterprise Architecture bei SAP Bernhard Wallner und meint damit, dass die Cloud alleine nicht ausreicht. Das Backend leistet weiterhin die Arbeit, denn die Auszahlung der Kosten ist nur dann möglich, wenn das Finanzsystem „on premise“ angebunden ist. Auch die SAP Sales OnDemand wird ohne die Anbindung an das Finanzwesen kaum jene tausende von Rechnungen stellen können, die in Unternehmen schnell mal anfallen. Das Bekenntnis zu „On Demand und On Premise“ wird jedoch nur eines der Themen sein, die auf der diesjährigen SAPPHIRE NOW in Madrid auf der Agenda stehen.

SAP HANA

Mit „SAP CRM powered by SAP HANA“ wird SAP nun dafür sorgen, dass nicht drei Verkäufer mit drei verschiedenen Datensätzen über ein und denselben Kunden unterwegs sind. Das präzise „Reporting at my time, at my place“ anstelle des „nervösen Reportings“ bringt der Verkaufsarmada in Konzernen also immer aktuelle Daten, da sie permanent und in Echtzeit in die SAP HANA-Plattform repliziert werden. Pate steht der Datenbeschleuniger der SAP, die In-Memory-Technologie HANA. Spätestens im zweiten Quartal des nächsten Jahres soll das Kundenbeziehungsmanagement allgemein verfügbar sein. Die Anwendung ist Teil des Lösungsportfolios SAP 360 Customer, das ebenfalls auf der SAPPHIRE NOW vorgestellt wird.

Mobile

Noch ist die zentrale mobile Plattform nicht verkündet und auch auf der SAPPHIRE NOW  2012 wird die „große Lösung“ noch auf sich warten lassen. Dennoch: Viele kleine Innovationen werden den Mobile-Sektor bereichern. Beispiel: Eigene Apps. „Viele Apps sind kundenspezifisch, so dass es keinen Sinn macht, sie in den Apple Store zu bringen“, erläutert SAP-Manager Wallner. Entsprechend wird es SAP Unternehmen nun ermöglichen, ihren eigenen Store aufzumachen und darin ihren Mitarbeitern ihre hauseigenen Corporate Apps anzubieten. Der komplette Life-Cycle von der Idee über die Erstellung bis hinein in den Store und der Handhabung der Sicherheitskomponenten liegt in den IT-Abteilungen der Unternehmen. Abgesehen von der Tatsache, dass die App-Nutzung nun mehr in Kundenhand liegt, sieht SAP-Stratege Wallner besonders drei Vorteile für den Einsatz der Business-Apps:

1. Die Information sind da, wo man gerade ist

2. Anwendungen lassen sich mobil mit Analysetools verbinden und so Kurzauswertungen machen

3. Genehmigungsprozesse lassen sich im hohen Maße weg vom Papier auf elektronischem Wege abwickeln.

Auf der nächsten Seite: Die Cloud-Zukunft der SAP

Cloud

Kundenbeziehungen, Personalwesen, Finanzen und Lieferanten: Das sind für den Cloud-Strategen Sven Denecken die Kernthemen der Cloud-Zukunft von SAP. Zwei neue Cloud-Versionen wird SAP auf der SAPPHIRE NOW vorstellen: Zum einen gibt es mit Hilfe von SAP Finance OnDemand Hilfestellung für Controller, die sich Daten aus den Bereichen nun via Cloud beschaffen können. Hier greift die Cloud-Lösung auf das bestehende On-Premise-System zu und zieht sich die für den Prozess relevanten Daten heraus. In eine ähnliche Richtung geht eine Lösung für Bereichs- und Teamleiter, die mit Hilfe von Finance OnDemand nun eine vorkonfigurierte Lösung nutzen können, um Key Performance Indicators (KPIs) checken zu können und so eine Kontrolle über die Leistungsfähigkeit des einzelnen Unternehmensbereichs zu bekommen.

In Hinsicht auf die Integration des gerade gekauften Businessnetzwerk-Spezialisten Ariba steht die Roadmap noch nicht final. Doch eines ist schon jetzt klar. Unternehmen, die bis dato die Mittelstandslösung SAP Business ByDesign einsetzen, werden die Möglichkeit bekommen, über eine entsprechende Rapid-Deployment-Lösung in das „Facebook des Business“ hineinzugelangen und von den Vorzügen des Netzwerks zu profitieren. Sogar für Unternehmen, die keine SAP-Anwender sind, verspricht SAP-Mann Denecken entsprechende Schnittstellen und ergänzt: „Die Komplexität wird beim Anbieter, nicht beim Anwender liegen“ und spielt damit auf die Geräteunabhängigkeit der Lösungen an.

Noch nicht ganz spruchreif ist der Wunsch des Head of Enterprise Architecture Wallner: Zwei Prototypen für SAP NetWeaver Cloud hat der theoretische Physiker im Köcher. Über diese Entwickungsplattform ließe sich etwa, so ist Wallner überzeugt, das Vorschlagswesen revolutionieren, indem eine entsprechende mobile Applikation über SAP NetWeaver erstellt und als Software-as-a-Service vertrieben würde. Ein Prozent des ausgewiesenen Benefits könnte dann das Lizenzmodell sein, so die Vorstellung von Wallner, der in dieser Cloud-Anwendung echten Mehrwert erkennt: Die NetWeaver-Community ist mit mehr als einer Millionen Nutzer riesig, Serverskalierung ist kein Thema und man benötigt keine Server, die vor Ort stehen. Wer diese Anwendung auf der SAPPHIRE NOW sucht, wird allerdings warten müssen. „Zwei Prototypen laufen bereits“, bestätigt Wallner – aber die gibt es wohl erst auf einer der nächsten Veranstaltungen zu sehen.

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