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SAPPHIRE NOW 2015 – die Mischung macht’s

12. Mai 2015 von Paul Taylor 0

Die SAPPHIRE NOW, die vom 5. bis 7. Mai 2015 in Orlando stattfand, war so vielfältig wie nie zuvor. SAP-Journalist Paul Taylor zeigt sich von der einzigartigen Mischung beeindruckt.

Ich habe seit jeher ein Faible für Kentauren – in der griechischen Mythologie Mischwesen aus Pferd und Mensch –, weil diese Kreaturen zwei Welten erfolgreich vereinen: Emotion und Verstand. Auch auf großen Technologiekongressen wie der SAP-Kundenkonferenz SAPPHIRE NOW, die letzte Woche in Orlando, Florida, stattfand, war eine solche Dichotomie zu beobachten – Aufbruchsstimmung und Begeisterung verbreitende Ansprachen und Showgetöse einerseits, fundierte Informationsangebote und wichtige Lerninhalte andererseits. Während des Eröffnungstags der SAPPHIRE NOW ließ ich mich treiben zwischen diesen zwei Welten, erlebte die Begeisterung auf einer Show mit rund 20.000 Besuchern, lernte aber auch viel. Ich hörte, wie SAP-Vorstandssprecher Bill McDermott in seiner Eröffnungsrede mit großer Leidenschaft die Wichtigkeit von Empathie für den Kunden, Konsumerisierung und digitalem Wandel unterstrich. „Der Verbraucher bestimmt die Regeln – und das ändert alles grundlegend“, so seine Kernaussage. In Zukunft, erklärte er, müssten Unternehmen datengestützt agieren und ihren Kunden eine einfache, nahtlose Erfahrung bieten. Diese Botschaft fand beim Publikum deutlichen Widerhall. Unter den zahlreichen Partnern und Kunden im Saal befand sich auch Karenann Terrell, CIO des Einzelhandelskonzerns Walmart. Sie beschrieb später auf der Bühne SAP HANA als „eine den Wandel fördernde Technologie“ für Walmart, die dem Unternehmen die Umsetzung einer datengestützten Strategie und einen schnelleren und besseren Service für seine Kunden ermöglichte. „Wir sind ein Technologieunternehmen innerhalb der größten Einzelhandelskette der Welt“, betonte sie.

SAPPHIRE NOW bietet Einblicke in die digitale Zukunft

Jonathan Becher, Chief Digital Officer der SAP, sprach in seinem Vortrag über den Start des SAP Store – eine der bedeutendsten Ankündigungen auf der Konferenz. Der Online-Store stellt eine wichtige Initiative der SAP dar. Auf dieser Website können Kunden Unternehmens-Apps von SAP und anderen Anbietern per Mausklick über Kreditkarte oder PayPal-Konto kaufen. Das funktioniert ähnlich wie das Herunterladen von Musik oder einer Verbraucher-App aus den App-Stores von Apple oder Google. Einige der Apps, die bereits im SAP Store angeboten werden, sind neue Lösungen von SAP Digital, die speziell für die Anwendung durch Einzelpersonen konzipiert sind. Sie bieten beispielsweise die Möglichkeit, direkt in der Anwendung ein Upgrade zu erwerben, haben einfache Preisstrukturen und lassen sich innerhalb von Minuten konfigurieren. SAP setzt darauf, dass sich dieser neue, direkte Business-to-Consumer-E-Commerce-Kanal – einer der ersten seiner Art und ein klassisches Beispiel für die Konsumerisierung der Unternehmenstechnologie – zu einer bedeutenden zusätzlichen Umsatzquelle entwickeln und sowohl die geografische Reichweite als auch den Umfang ihres Angebots vergrößern wird. Interessanterweise könnte diese Plattform der SAP auch die Tür zu neuen Geschäftsfeldern wie etwa Content- und Datenangeboten öffnen. Jedenfalls war die Stimmung unter den Kunden in Orlando unbestreitbar optimistisch. Die Einführung von SAP Business Suite 4 SAP HANA (SAP S/4HANA) Anfang des Jahres hat der Verkaufsoffensive der SAP Schwungkraft verliehen, und die „Run Simple“-Botschaft zeigt Wirkung. Wie es ein Kunde ausdrückte, „ist es eine aufregende Zeit für die IT in Unternehmen, und das ist nicht immer so gewesen.“ Einer der Hauptgründe hierfür liegt darin, dass immer mehr Unternehmen in verschiedensten Branchen, beispielsweise in der industriellen Fertigung, erkennen, dass sie eigentlich Software- und Service-Unternehmen sind, deren zukünftiger Erfolg von ihrer Fähigkeit abhängt, ihren Kunden Zusatzleistungen bereitzustellen. So nutzt etwa der US-amerikanische Landtechnikhersteller John Deere Sensordaten und Big-Data-Analysen, um Traktoreigentümern Services für vorausschauende Wartung und Instandhaltung zu bieten. Diesen Trend bestätigte am Dienstagmorgen in seiner Keynote SAP-Vorstandsmitglied Bernd Leukert, verantwortlich für den Bereich Produkte und Innovationen. Ihm hätte kürzlich der CEO eines großen Flugzeugherstellers erzählt, sein Unternehmen könne jetzt „ein Softwareunternehmen mit Flügeln werden“. Haben wir von einem solchen Hybridmodell nicht schon einmal gehört? Im Grunde sind diese Unternehmen Kentauren des 21. Jahrhunderts – sie vereinen die Merkmale eines traditionellen Fertigungsbetriebs mit der Intelligenz eines fortschrittlichen, datengestützten, kundenorientierten Service-Geschäfts. Dieser Artikel erschien ursprügnlich auf SAP Business Trends. Bildquelle: Shutterstock

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