Sapphire 2002: Gemeinsam stark

Feature | 7. Januar 2003 von admin 0

Die europäische Kundenmesse SAPPHIRE 2002 in Lissabon ist zu Ende. Wieder haben Tausende den Weg nach Portugal gefunden, um sich über Lösungen, Strategien und Trends rund um SAP zu informieren. Neben zahlreichen Referenten, Spezialisten und Gastrednern haben nicht zuletzt die Organisatoren der Messe dafür gesorgt, dass die E-Business-Konferenz zu einem Erfolg wurde. Auf dem ehemaligen Expogelände am Flussufer des Tejo gelegen, bieten die Messehallen der FIL (Feira Internacional de Lisboa) eine ideale Umgebung für informative und produktive Messetage. Grund genug, etwas mehr über den “Hausherren”, die Associacao Industrial Portuguesa, kurz AIP, den Besitzer der FIL-Messehallen, zu erfahren. Bereits 1837 gegründet, kann die größte Non-Profit-Organisation in Portugal auf eine lange Tradition zurückblicken. Das hindert AIP jedoch nicht daran, die Möglichkeiten des Informationszeitalters zu nutzen, um Geschäftsinteressen für sich und ihre Mitglieder besser voranzutreiben.

Kommunikation und Kooperation auf allen Ebenen

Um die angestrebten Ziele zu verwirklichen, hat die portugiesische IHK mit dem Aufbau eines Portal-Networks für die Mitgliedsverbände aus den unterschiedlichen Branchen und Regionen in ganz Portugal begonnen. Das Iweb genannte Projekt ist eine Plattform, die portugiesische Firmen und Organisationen dabei unterstützt, ihre Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität zu steigern. Alle Mitarbeiter der angeschlossenen Organisationen und Unternehmen können die Funktionen des Portals zur Informationsbeschaffung, Zusammenarbeit und Geschäftsabwicklung nutzen. Dieses Projekt wurde auf Basis von SAP Enterprise Portal 5.0 in Zusammenarbeit mit Hewlett-Packard verwirklicht. “Die Verbindung von HP Netserver und mySAP Enterprise Portal garantiert uns größte Sicherheit und eine jederzeit verfügbare Infrastruktur, die für unser Geschäft notwendig ist”, sagte Marcos Carvalho Pereira, Direktor und Vorstandsmitglied von AIP. Wichtig war den Projektverantwortlichen, eine Portalstruktur mit einer einfachen Navigation, Suchfunktionen, einem komfortablen Content Management sowie Funktionalitäten zu Personalisierung, Kollaboration und Dokumentenworkflow aufzubauen. Die Integration von Office-Anwendungen wie Outlook, externen Seiten oder des SAP-R/3-Systems schaffen eine einheitliche Wissensbasis für die Mitglieder.
Das Netzwerk bietet seinen Verbandsmitgliedern und Firmen Know-how und Services auf drei Ebenen: Das Hauptportal Iweb, das als Einstiegsportal für die anderen Portale dient, verfügt über Zentraltools zur Anwenderverwaltung, Katalogdienste sowie Services für die Mitglieder aus Verkauf, Abrechnung, Dokumentenmanagement und Marketing. Verwaltet wird das Portal von AIP.
Auf der zweiten Ebene werden Portale für die angeschlossenen Verbände und Organisationen der unterschiedlichen Branchen und Regionen eingerichtet. Hier können sich die Mitglieder der einzelnen Verbände informieren und sich mit anderen Mitgliedern austauschen. Die Verbände bieten ihren Mitgliedern mit den Plattformen außerdem die Nutzung kooperativer Anwendungen wie Customer Relationship Management, Knowledge Management, E-Learning und E-Commerce.
Auf der dritten Ebene erhalten die Nutzer der in den Verbänden organisierten Firmen die Möglichkeit, einfach und sicher ihre eigenen Firmenwebseiten mit Hilfe der Funktionen von mySAP Enterprise Portal zu erstellen. Zudem können sie auf dieser Stufe auf ihre Webseiten verlinken und so kostengünstig auf ihre Produkte und Dienstleistungen hinweisen. Die Fähigkeit, die Websites nach den eigenen Bedürfnissen einzurichten und diese einfach und schnell an Design und Branding anzupassen, war eine wichtige Bedingung, die das Portal erfüllen musste. Diese Funktionalität von mySAP Enterprise Portal zusammen mit der Investitionssicherheit, die man sich von SAP versprach, gaben schließlich den Ausschlag für die Entscheidung zugunsten SAP.

Eine große Chance für kleine Firmen

Auf diese Weise können Firmen Handel mit anderen Mitgliedern treiben – auch weltweit. Chancen, die sich den meist kleinen Firmen sonst nie eröffnet hätten. Gerade in Portugal, wo der Internetzugang noch nicht so weit verbreitet ist, bietet das Portal von AIP kleineren Firmen die Gelegenheit, sich im Web zu präsentieren.
Das erste Portal dieses Networks, die Vereinigung der portugiesischen Landwirtschaft CAP (Confederacao dos Agricultores de Portugal), ist seit Juli 2002 online (www.cap.pt). Die Mitglieder, zumeist Bauern und kleinere handwerkliche Betriebe, erhalten hier allgemeine Unterstützung vom Verband. Sie können sich über wichtige Entwicklungen in ihrem Umfeld schnell und kompakt informieren und mit anderen angeschlossenen Firmen zusammenarbeiten. Entstanden ist der Verband bereits vor 25 Jahren: Damals schlossen sich die portugiesischen Landwirte zusammen, um mehr politisches Gewicht zu bekommen. Mit dem Portal können sie nun im Informationszeitalter ihre Mitglieder besser betreuen, und flexibler auf Anforderungen reagieren, beispielsweise um Mitglieder schnell zu mobilisieren.
“Die Funktionalität von mySAP Enterprise Portal deckt unsere Anforderungen sehr gut ab. So konnten wir die Standardfunktionen nutzen und mussten keine weiteren Funktionen entwickeln”, zeigt sich Pereira zufrieden mit dem Projektverlauf. Gab es anfangs kleinere Probleme mit der Performance, ließen sich jedoch alle Schwierigkeiten schnell beheben, nicht zuletzt da die Kommunikation mit SAP sehr gut klappte.
Auch das Feedback der Mitgliedsunternehmen war sehr positiv. Besonders die Möglichkeit, sich eine Website über die Portalplattform einzurichten, wurde sehr gut angenommen, berichtet Pereira: “Die Bedienung ist sehr intuitiv und anwenderfreundlich. Unsere Mitglieder waren ohne Schulungen sofort in der Lage, eine eigene Website zu erstellen und diese in das Netz von AIP zu integrieren.”

Internationale Ausrichtung

Aber AIP hat noch weitere Pläne: Firmen in ganz Portugal sollen in das Netzwerk eingebunden werden. Auch eine Kooperation mit anderen Handelskammern ist angestrebt. Und an der Grenze Portugals soll nicht Schluss sein. Für das Nachbarland entwickelt der Verband bereits eine spanische Sprachversion. Als Welthandelssprache ist natürlich eine englische Version unerlässlich, um auch internationale Firmen einzubinden und den portugiesischen Mitgliedern eine breite Basis für den Handel mit ihren Produkten zu bieten. Auch Südamerika, und hier natürlich Brasilien als portugiesischsprachiges Land, steht im Fokus der internationalen Ausweitung. Durch diesen globalen Ansatz können auch kleinere oder geografisch abgelegene Firmen über das Internet an internationalen Geschäften mit ausländischen Firmen teilhaben und werden so konkurrenzfähig. “Je mehr Mitgliedsunternehmen von AIP die Chance nutzen, sich zu beteiligen, desto erfolgreicher wird unser Projekt”, ist Pereira sicher.
Als größter Organisator von Messen in Portugal und Besitzer von Kongresszentren, wie beispielsweise der FIL-Messehallen, startet AIP gleichzeitig weitere Projekte im Bereich “virtuelle Messe”. Derzeit richtet die portugiesische IHK ein Messeportal für die FIL (Feira Internacional de Lisboa) auf Basis von SAP Enterprise Portal 5.0 ein. Hier haben Firmen und die interessierte Öffentlichkeit Gelegenheit, sich über Messen, Aussteller und lokale Einrichtungen zu informieren sowie Produkte direkt bei den ausstellenden Firmen zu ordern. Für Aussteller vereinfacht sich die Vorbereitung von Messen, da sie sich bequem online über Standort und Einrichtungen informieren und gleichzeitig benötigtes Equipment auf der Site bestellen können. Die Webseite der internationalen Decoration and Home Arts Fair CERAMEX 2002 ist beispielsweise auf diesem Messeportal vertreten und mit dem SAP-R/3-System verbunden. So können Kunden nicht nur Informationen über Halle, Stand, Aussteller oder Produkte einholen, sondern die gewünschten Artikel, etwa Sektgläser für die nächste Feier, direkt über den integrierten Produktkatalog erwerben. Analog zum FIL-Messeportal geht in Kürze auch das Portal des Kongresszentrums in Lissabon online.
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewinnt die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg an Bedeutung. Das Portal-Network ist eine starke Gemeinschaft, die Informationen und Know-how der Mitglieder bündelt. Auf diese Weise können die einzelnen Unternehmen ihre Ziele gemeinsam schneller und effizienter verwirklichen. “Mit dem Portal-Network und den Messeportalen erreichen wir ein Maximum unserer Mitglieder. Eine gute Ausgangslage für den wirtschaftlichen Erfolg in Portugal”, zeigt sich Pereira zuversichtlich.

Tags:

Leave a Reply