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SAPs Chief Technology Officer denkt vor

Feature | 24. April 2015 von Paul Baur, John Hunt, Robin Meyerhoff 0

Spitzentechnologie und eine klare Vorstellung von ihrer Zukunft werden SAP zum Erfolg führen, meint der neue Chief Technology Officer (CTO) Quentin Clark.

Natürlich ist es unmöglich, dass ein Einzelner die gesamte Softwarelandschaft von SAP, die mehrere hunderttausend Zeilen an Code umfasst, in allen Nuancen versteht. Doch kann das Unternehmen sich glücklich schätzen, mit Quentin Clark ein neues Mitglied in Bernd Leukerts Products&Innovation-Team zu haben, das über einschlägige Erfahrung auf den Gebieten Cloud, Plattform und Datenbanken verfügt. Quentin war von Microsoft gekommen. Dort hatte er alle maßgeblichen Stationen durchlaufen und schließlich den Bereich Datenplattform und Geschäftsanwendungen geleitet.

Kürzlich stellte sich der neue CTO den Fragen der Redaktion (Originalvideo auf Englisch):

SAP News: Sie sind im November 2014 nach 20 Jahren Tätigkeit bei Microsoft zu SAP gekommen. Welchen Eindruck haben Sie bisher gewonnen?

Quentin Clark: Zunächst möchte ich sagen, dass die Kollegen hier einfach großartig sind. Viele sind schon sehr lange dabei. Ich habe viele engagierte Leute und äußerst kluge Köpfe getroffen. Die Menschen bei SAP sind definitiv einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren des Unternehmens. Der andere Punkt, den ich hervorheben möchte, ist die Beziehung zu den Kunden, die ich so in noch keinem anderen Unternehmen in der Branche gesehen habe.

SAP News: Was ist denn an der Beziehung von SAP zu ihren Kunden so besonders?

Clark: Die Kunden haben eine wirklich vertrauensvolle Beziehung zum Unternehmen, und es ist eine echte Partnerschaft. Oder anders ausgedrückt: Anstatt ein hochgeistiges Gespräch mit dem Kunden darüber zu führen, wie die Software zu benutzen ist, legt SAP dem Kunden sozusagen den Arm um die Schulter und fragt, „wie können wir gemeinsam eine Lösung finden?“.

SAP News: Sie haben einmal gesagt, die SAP hätte ein interessantes Blatt zu bieten. Was zeichnet die Karten aus?

QuentinClark-BoxClark: Diese Frage hat etwas mit meiner Entscheidung zu tun, bei SAP einzusteigen. Ich glaube, dass die gesamte Unternehmenssoftwarebranche in den nächsten Jahren einen radikalen Wandel durchlaufen muss. Ein Teil dieses Wandels besteht darin, die Bedienung der Produkte für Endbenutzer in allen Bereichen des Unternehmens umzugestalten – was bisher noch niemand wirklich getan hat. Dazu müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Wir brauchen Daten, aus denen wir Analysen ableiten können, und wir müssen in der Lage sein, Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Es reicht nicht, ein Ergebnis auf besonders intelligente Weise zu liefern, das Resultat muss auch umsetzbar sein; und hier hat SAP große Stärken.

Wir haben all die Daten und die Analysen, die Unternehmen brauchen als Grundpfeiler, und das ist eine einzigartige Ausgangsbasis. Wir halten die Trümpfe zu einer vollständigen Umgestaltung der Aktivitäten in allen Bereichen in der Hand. Wenn beispielsweise im Einzelhandel ein Arbeitszeitplan geändert oder im Vertrieb eine Verkaufschance neu justiert werden soll, haben wir den entsprechenden Geschäftsprozess angepasst, weil wir das Knowhow dafür haben. Indem wir dieses Potenzial ausschöpfen, können wir alle Prozesse handlungsorientiert gestalten, anstatt lediglich Analysen durchzuführen.

Der dritte Punkt betrifft wieder unsere Kundenbeziehungen. Anstatt es Unternehmen zu überlassen, ihren Weg zur Modernisierung selbst zu finden, ist es sinnvoller, gemeinsam mit uns herauszufinden, wie wir es zusammen schaffen können. Unsere Rolle als vertrauenswürdiger Ratgeber eröffnet uns die Chance, diesen Wandel in der Branche tatsächlich anzuführen.

SAP News: Sie sprechen oft davon, dass Geschäftsabläufe völlig neu gedacht werden müssen – „reimagining business”. Was bedeutet das für SAP und die jüngste Markteinführung von SAP S/4HANA?

Clark: S/4HANA ist eine der wichtigsten Initiativen dieses Unternehmens seit langem. Und warum dadurch die Neugestaltung von Geschäftsabläufen ermöglicht wird, liegt meiner Meinung nach an zwei grundlegenden Veränderungen:

Die eine betrifft die die Technologie. SAP HANA ist eine andere Kategorie von Datenbank, die es uns erlaubt, Transaktionen und Analysen für alle Daten durchzuführen. Die meisten Datenbanken unterstützten nur entweder das eine oder das andere, aber HANA unterstützt beides.

Die andere wichtige Veränderung betrifft das Benutzererlebnis. Bei der Vorstellung von SAP S/4HANA zeigte Bernd Leukert eine Uhr, die Servicetechnikern zeigt, wie sie das richtige Ersatzteil verwenden müssen. Mit diesem Gerät haben Kundendiensttechniker also Echtzeit-Zugriff auf die richtigen Informationen im richtigen Zusammenhang – und zwar genau dann, wenn sie sie brauchen. Es geht hier nicht einfach nur um Technologie. Wir müssen die Art und Weise, wie Menschen sinnvoll arbeiten, vollständig überdenken. Und dadurch können wir Menschen diese Lösungen anbieten, ohne die sie einfach nicht mehr auskommen können. Jedes Benutzererlebnis wird kontextorientiert und durch Echtzeitdaten gestützt sein. Und wir haben die Chance, das für alle Tätigkeitsbereiche im Unternehmen zu realisieren.

SAP News: Sie kommen aus einem Unternehmen, das in der Cloud etabliert ist. Welches Denken braucht SAP, um hier erfolgreich zu sein?

Clark: Wir müssen akzeptieren, dass Wettbewerb sich nicht mehr über längere Entwicklungszyklen vollzieht, sondern jeden Tag stattfindet – und dies als Chance aufgreifen. Wir konkurrieren über die Website, wir konkurrieren beim Benutzererlebnis und wir konkurrieren bei den Software-as-a-Service-Diensten. Das Gute daran ist, dass Letztgenannte uns Auskunft über alles geben, was Kunden damit anfangen. Wir müssen nur hinschauen, zuhören und die richtigen Schlüsse ziehen.

SAP News: Worin könnte Ihr wichtigster Beitrag zum Erfolg von SAP bestehen?

Clark: Ein Beitrag betrifft die gesamte Transformation in Richtung Cloud und ich freue mich sehr darauf, das Unternehmen mit meiner Erfahrung hierbei unterstützen zu können.

Der andere Beitrag betrifft die Plattform. Wir haben mit S/4HANA eine einzigartige Chance, ja sogar Verantwortung, die Cloud-Plattform der Zukunft zu gestalten. Wir haben eine immense Verantwortung, diese Plattform wirklich erstklassig zu realisieren, und darin liegt auch eine riesige wirtschaftliche Chance. Meine Erfahrung als Architekt einer übergeordneten Plattformstrategie und -lösung ist also ein weiterer Punkt, den ich hier einbringen werde.

 

Fotos: SAP

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