Wiedersehen mit dem Hörsaal

Feature | 11. Mai 2009 von Uta Spinger 0

Handelshochschule Göteborg (Foto: Lars Nybom, Stockholm)

Ein Déjà Vu hatten bestimmt einige der rund 300 Besucher des Frühjahrstreffens der schwedischen SAP-Anwendergruppe SAPSA in Göteborg, als sie sich in den Bänken des Audimax der Universität Göteborg wiederfanden. Doch anstatt von Professoren wurden sie von Anders Schyllert, Geschäftsführer von SAP Schweden, Peter Sahlin, IT-Leiter der schwedischen Sozialversicherung und Andreas Nemeth vom SAP-Partner Novell begrüßt.

Sinnvoll Sparen in der Krise

Zentrales Thema des Anwendertreffens war die Finanzkrise und wie diese zu meistern sei. Kosten eindämmen, hieß die Devise, unter anderem durch Prozessoptimierung. Sahlin schlug hierfür ein Business Process Management vor; Novell demonstrierte effiziente Prozesse durch Umrüstung der SAP-Landschaft auf Linux.

Die Sparmaßnahmen hätten aber auch ihre positive Seite, meinte Mikael Karlsson, Vorsitzender der Anwendergruppe. So würden derzeit Projekte zurückgestellt. Dadurch hätten die IT-Verantwortlichen mehr Zeit, sich mit der IT-Governance auseinanderzusetzen und ihre Systemlandschaft für anstehende Upgrades zu bereinigen.

Das zeige das große Interesse der Mitglieder am Austausch miteinander – dieses Jahr begrüßte die SAPSA doppelt so viele Teilnehmer in der Handelshochschule wie 2008 in Stockholm.

Künftige Führungskräfte lernen mit SAP

Die Ortswahl kam nicht von ungefähr. So kooperiert die Anwendergruppe zusammen mit der Universität für eine verbesserte Ausbildung. Die SANTE-Akademie, ein Joint Venture skandinavischer Universitäten, kümmert sich um die Einführung von SAP-Lernsystemen an schwedischen Hochschulen.

Die Studenten lernen schon während des Studiums mit einer der gängigsten Betriebssoftwarelösungen. Zusätzlich erhalten sie dank der Kooperation mit SAP University Alliances Zugang zu einem weltweiten Netzwerk an Hochschulen, bei denen SAP-Software auf dem Lehrplan steht. Spätere Ärzte können sich schon einmal mit der Administration auseinandersetzen, Informatiker oder BWLer Pluspunkte beim späteren Arbeitgeber durch SAP-Kenntnisse sammeln.

Eine Investition in die Zukunft – auch für Unternehmen wie Volvo, die die Initiative unterstützen. Denn Schweden sucht versierte SAP-Anwender.

Kooperation über Ländergrenzen

Die SAPSA-Mitglieder sind sehr aktiv und wirken unter anderem beim internationalen Netzwerk SUGEN mit. Außerdem haben die Schweden eine engere Zusammenarbeit mit den skandinavischen Anwendergruppen anvisiert. Geplant ist etwa eine gemeinsame Veranstaltung mit den Dänen in Aarhus.

Dieses Jahr dreht sich aber noch vieles um die Vorbereitung des Stockholmer Haupttreffens „SAPSA Impuls“ im November, zu dem rund 600 Teilnehmer erwartet werden. Schon jetzt überlegt sich die Gruppe, was sie anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens nächstes Jahr auf die Beine stellen wird. Der Spaß werde dabei nicht zu kurz kommen, verspricht Karlsson.

SAPSA

Die schwedische SAP-Anwendergruppe wurde 1990 von einer Gruppe damaliger SAP-R/2-Anwender ins Leben gerufen, darunter die schwedische Eisenbahngesellschaft SJ (Statens Järnvägar), die SEB-Bank sowie die Supermarktkette COOP. Heute gehören rund 110 schwedische Unternehmen zu den Mitgliedern, und damit 85 Prozent der SAP-Kunden in Schweden.

SAPSA organisiert jährlich zwei Mitgliederkonferenzen, ein Frühjahrstreffen in Göteborg oder Malmö und die Stockholmer Hauptkonferenz im November. Daneben treffen sich 14 Fokusgruppen regelmäßig zu Themen wie Human Resources oder Business Intelligence.

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