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Schnitzen war gestern: Der „Pumpkinstein“ erobert eine Marktnische

Feature | 30. Oktober 2015 von Tim Clark 0

Das Halloween-Fest hat sich mittlerweile zum Exportschlager gemausert. Wird das auch dem Hersteller der Pumpkinstein-Kürbiskreation gelingen?

„Gib den Menschen nicht, was sie wollen, gib ihnen, wovon sie nie zu träumen wagten.“ Tony Dighera, Geschäftsführer von Cinagro Farms (rückwärts gesprochen „organic“) hat sich dieses Zitat zu Herzen genommen und mal ganz unkonventionell gedacht. Seine Kürsbiskreation, die er liebevoll „Pumpkinstein“ nennt, verkauft sich wie warme Semmeln – für knackige 100 Dollar pro Stück. Die originellen Kürbisse wachsen in extra dafür angefertigten Frankenstein-Silikonformen heran.

Das Video zeigt die Herstellung der Pumpkinstein-Kürbisse auf der Cinagro Farm.

Allerdings war der Weg zum Kürbiserfolg alles andere als leicht. Der US-Fernsehsender CNBC berichtete:

Vier Jahre lang hatte Dighera mit verschiedenen Formen und dutzenden Kürbissorten experimentiert und blieb zunächst immer verärgert zurück. Aber er hatte noch eine Idee. „Ich wollte es noch ein Mal versuchen – nur um zu sehen, ob es einen Unterschied machte, und das tat es“, erklärte er. „Ich wusste, jetzt hab ich’s.“

Digheras Instinkt war goldrichtig. Seine verrückten Kreationen brachten ihn dieses Jahr auf das Titelblatt der New York Times. Große Einzelhandelsunternehmen wie „Sam’s Club“ bekamen schnell Wind von Digheras „Pumpkinsteins“ und machten ihm verlockende Angebote – er allerdings zögerte anfangs. Mehr dazu von CNBC:

„Ich will ehrlich sein: Tatsächlich hatte ich das Ganze erst abgeblasen“, betonte der Kürbisfarmer. Immerhin produzierte Cinagro eine überschaubare Anzahl von Kürbissen zu einem Höchstpreis „und ich hielt das Angebot einfach nicht für angemessen.“

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Der kalifornische Farmer Tony Dighera hat den Pumpkinstein nach langem Tüfteln erschaffen.

Schließlich schloss Dighera mit Sam’s Club einen befristeten Vertrag. Die Einzelhandelskette verkauft nun die Pumpkinsteins für weniger als 30 Dollar pro Stück. Auf diese Weise kann er seine Kürbisse immer noch andernorts zu Höchstpreisen anbieten – solange er die Nachfrage decken kann.

Denn letztes Jahr produzierte Cinagro rund 5.000 Kürbisse. Dieses Jahr sind fast 90.000 Bestellungen eingegangen. Wie reagiert ein kleines Unternehmen wie Cinagro auf diese gigantische Zunahme?

Laut Richard Howells, Vice President des SCM bei SAP, kann sich die Nachfrage nach einem Produkt wie Pumpkinstein schnell ändern. Das ist unter anderem von den sozialen Medien und dem damit verbundenen Wirbel um das Produkt abhängig.

„Entscheidend ist, sowohl die unregelmäßige Nachfrage als auch die kurzfristige Nachfrage durch Kassensysteme zu erfassen“, erklärte Howells. „Die gesammelten Daten helfen Unternehmen wie Cinagro, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie die Nachfrage im Laufe der Zeit schwankt und wie sie sich in der Hauptsaison zu Halloween ändert – von Ort zu Ort, Stadt zu Stadt und sogar von Geschäft zu Geschäft.“

Man darf gespannt sein, ob die Idee zum Pumpkinstein-Kürbis Nachahmer in Europa finden wird. Oder wie wäre es mit einer Wassermelone in Herzform zum Muttertag? Die Kürbis-Challenge läuft.

Fotos: Cinagro Farms

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