Schwerpunkt im Mittelstand: „Do-it-for-me“

Feature | 18. April 2007 von admin 0

Yankee Group hat in einer Studie Unternehmen von zwei bis 999 Mitarbeitern unter die Lupe genommen. Die Marktforscher schätzen, dass die Ausgaben von KMUs für Web-basierte Services in den USA von 2,9 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2005 bis 2010 auf 4,1 Milliarden Dollar steigen werden, jährlich also um rund sieben Prozent zunehmen.
Außerdem, so Yankee weiter, werden die KMUs beim Internet-Marketing bis 2010 jährlich um satte 45 bis 50 Prozent zulegen – von 1,3 Milliarden Dollar im Jahr 2005 auf 9,3 Milliarden Dollar. Die Studie „Shifting Web-Hosting and Services Market Dynamics, Part 2: SMBs Accelerate Adoption of E-Commerce and Online Marketing“ skizzierte einen deutlichen Trend: Viele der sechs Millionen kleinen Unternehmen in den USA versuchen, ihre Online-Aktivitäten zu forcieren.
Doch für die meisten KMUs ist das ein weiter Weg. Mehr als 35 Prozent der Befragten haben keine eigene Webseite. Einige verfügen bestenfalls über „Do-it-yourself“-Websites mit eingeschränkter Funktionalität und ohne Kundenservice. Gerade hier steckt Bedarf. Laut Yankee will eine wachsende Zahl dieser Firmen nicht länger auf die Möglichkeiten des Internet verzichten, Werbung und E-Commerce steht hier im Vordergrund. Viele der Mittelständler werden für ihre Pläne Anbieter von Web-Services in Anspruch zu nehmen, da sie nicht über die nötigen Kenntnisse verfügen, Online-Dienste selbst aufzusetzen. Laut der Studie fehlt es jedoch nicht nur an dem technischem Know-how: Auch die Zeit und nicht vorhandene Erfahrungen mit Internet-Marketing sind für diese Orientierung nach „extern“ wichtige Faktoren. Schließlich stehen am Ende dieselben Ziele wie bei den „Großen“: Neukunden zu werben und Erlös zu generieren.

„Do-it-for-me“-Web-Services

Ausgabenprognose für KMUs

Ausgabenprognose für KMUs

„Anwender in Unternehmen und Endverbraucher verbringen immer mehr Zeit im Internet. Schnelle Datenverbindungen haben diesen Prozess beschleunigt. Daher kann nun auch der Mittelstand nicht mehr länger auf eine professionelle Webpräsenz und ein leistungsfähiges Internetmarketing verzichten“, argumentiert die Studie weiter. Da überwiegend das hierfür notwendige Know-how fehlt, setzen die KMUs nicht selten auf „Do-it-for me“-Arrangements (DFIM). Hierbei erstellt und betreut ein externer Partner die interaktive Webseiten und die Online-Services. Der Mittelständler konzentriert sich weiter auf Kerngeschäft, etwa den Verkauf von Brillen oder die Herstellung von Skiausrüstungen, hat sich aber den neuen, wichtigen Vertriebskanal erschlossen.
Auf der Wunschliste der KMUs stehen beispielsweise Online-Kataloge, E-Mail-Marketingwerkzeuge und Werbebanner. Die KMUs werden aber auch in punkto Website-Entwicklung, Suchmaschinenoptimierung, Internetmarketing und Beratung ihre Investitionen erhöhen. Gleiches gilt für die Platzierung von Suchmaschineneinträgen gegen Bezahlung und dem E-Mail-Marketing, mit dem die KMUs Kunden oder potenzielle Kunden direkt mit Informationen versorgen. „E-Mail-Marketing hat sich als leistungsstarkes Werkzeug für Opt-In- und Affinity-Marketing erwiesen, um Kunden auf neue Angebote aufmerksam zu machen. Es unterstützt hiermit direkt das Up-Selling“, so der Report. Hand in Hand hiermit gehen Hosting-Dienstleistungen. Die Ausgaben der KMUs steigen laut der Studie von 4,4 Milliarden Dollar im Jahr 2005 bis 2010 auf 5,4 Milliarden Dollar.

Web-Analytics unterstützen

Ähnlich wie die großen Unternehmen möchten natürlich auch die KMUs wissen, inwieweit ihre Maßnahmen beim Internet-Marketing greifen. Wie oft wird die Web-Seite aufgerufen? Wieviele Rücklaufer hat die E-Mail-Aktion generiert? Services oder Werkzeuge für Web-Analytics helfen hierbei, sie sind bereits bei 30 Prozent der kleinen und 50 Prozent der größeren Unternehmen im Einsatz. „KMUs, die einen maximalen ROI und größtmöglichen Wert aus jedem Besucher ihrer Webseite ziehen möchten, brauchen diese Werkzeuge“, schlussfolgert daher auch die Studie der Yankee Group.
Einigen KMUs geht das aber nicht weit genug. Sie wünschen sich eine eingehendere Datenanalyse, bei der ihre Web-Services mit anderen Geschäftsanwendungen integriert sind. Eine solche Integration erlaubt es ihnen beispielsweise, E-Commerce-Daten mit Informationen aus dem Ladenverkauf oder solchen aus einer CRM-Lösung zu verknüpfen. Dieser umfassende Datenbestand würde ihnen dann eine präzise Übersicht verschaffen und als Grundlage für solide Prognosen und das Finanzmanagement dienen. Die großen unternehmen sind nicht selten seit einem Jahrzehnt oder noch länger dabei, diese Datenintegration herzustellen. Die KMUs haben hier also einen enormen Rückstand aufzuholen – laut der Studie hatten bis 2005 nur etwa 32 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen Web-Daten mit anderen Anwendungen integriert.

E-Commerce mit SAP Business One

In einem gesonderten Kapitel geht die Studie auch auf mobile Lösungen ein. Steve Hilton, Vice President des Bereichs Enterprise Research bei der Yankee Group: „KMUs benötigen Lösungen, die ihre Konnektivität unterstützen – sie müssen Mitarbeiter, Kunden und Lieferketten überall und jederzeit miteinander verbinden.“ Hilton verweist in diesem Zusammenhang auf SAP Business One. Die auf KMUs ausgerichtete Anwendung böte leistungsfähige Funktionalität für E-Commerce-Aktivitäten und ermöglicht es Mittelständlern, Online-Stores einzurichten, die mit der Bestandsführung und dem Finanzwesen integriert sind. Die Funktionalität umfasst Kataloge, Einkaufswagen, Auftragsbearbeitung und benachrichtigung, Konfigurationswerkzeuge für Kunden und Kundenservice, online und integriert.
Beispielsweise bedient sich PC Wholesale mit Sitz in San Antonio, Texas, der SAP-Buisiness-One-Anwendung. Das Unternehmen wickelt mit SAP Business One seine Lagerverwaltung, die Fertigung und die Point-of-Sale-Aktivitäten ab. Wolf Peak wiederum, Hersteller von Arbeitsschutz- und Sportbrillen mit Sitz in Layton, Utah, nutzt SAP Business One für die Buchhaltung, während die Axe Houghton Group in Winnipeg, Kanada, ein Direktvertriebsunternehmen, sich von der Anwendung Unterstützung für sein Wachstum erhofft.
„SAP Business One ist eine leistungsstarke Lösung für kleine und mittelgroße Unternehmen in der Welt der globalen Präsenz. SAP wird ihr Angebot für kleinere Unternehmen weiter ausbauen und dabei ihre KMU-Marktstrategie für SAP Business One und sonstige KMU-taugliche Angebote weiter verbessern“, schreibt Hilton.

Sarah Z. Sleeper

Sarah Z. Sleeper

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