Serviceorientierte Architekturen in Banken

Feature | 5. Mai 2008 von admin 0

Der Interessenverband vereint führende IT-Unternehmen sowie internationale Finanzinstitute, die Fachwissen und Erfahrungen zu SOA austauschen und die Arbeitsergebnisse allgemein zugänglich machen werden.

Die breite Anwendung einheitlicher SOA-Regeln und -Methoden soll Banken helfen, flexible Betriebsabläufe zu schaffen und auf Kundenanforderungen besser reagieren zu können. Damit sollen auch die Risiken und Kosten einer Transformation bestehender IT-Strukturen in Richtung SOA reduziert werden.

Zu den 17 Gründungsmitgliedern von BIAN gehören SAP, Microsoft, die IT-Dienstleister und Softwareanbieter AXON, Callataÿ & Wouters, Finanz IT, ifb Group, Steria, SunGard, SWIFT, Syskoplan und Temenos. Zu den Finanzinstituten im Interessenverband zählen Credit Suisse, Deutsche Bank, Deutsche Postbank, ING, Standard Bank und die Zürcher Kantonalbank. Der eigenständige und nach deutschem Recht gegründete Interessenverband BIAN geht aus dem bisherigen „Industry Value Network for Banks“ hervor, das sich unter der Federführung von SAP formierte.

Standardisierung von Enterprise Services

Als Industrieverband will BIAN Banken helfen, ihre bisherigen IT-Infrastrukturen schrittweise in eine SOA zu überführen. Internationale Finanzmärkte erfordern zunehmend hoch flexible Geschäftsprozesse, die von bestehenden, oft monolithischen und proprietären Systemen in vielen Banken nicht mehr umfassend unterstützt werden. Der Verband möchte Leitkonzepte für Finanzinstitute schaffen, die einen flexibleren Einsatz von Software für Kernbankprozesse ermöglichen und für eine bessere Interoperabilität von IT-Systemen sorgen.

BIAN wird seine Arbeitsergebnisse offen zur Verfügung stellen, um so den Einsatz branchenspezifischer Enterprise Services – Web Services mit betriebswirtschaftlicher Funktionalität – vor allem in internationalen Banken zu vereinfachen.

In diesem Zusammenhang plant BIAN auch, standardisierte Enterprise Services zu definieren und deren Entwicklung zu unterstützen. So können Banken effiziente Geschäftsprozesse schaffen und ihre Ressourcen gezielter auf Wachstum, schnelle Produkteinführungen sowie individuelle Kundenanforderungen ausrichten. Das Branchennetzwerk steht weiteren Finanzinstituten, Softwareanbietern und Dienstleistern sowie Technologiepartnern offen, die interessiert sind, an der Definition, dem Aufbau und der Implementierung einer SOA-basierten Bankenplattform mitzuwirken.

„Als bisheriges Mitglied des Industry Value Networks for Banks sehen wir in der Gründung des BIAN einen weiteren Meilenstein für den Bankensektor“, erklärt Claus Hagen, Leiter Integration Architecture bei Credit Suisse. „Der Interessenverband schafft die optimalen Voraussetzungen für einen offenen Wissenstransfer, von der Idee bis zu deren Umsetzung.“

„Der Aufbau flexibler Bankenplattformen erfordert eine gemeinsame Sichtweise in Bezug auf den Funktionsumfang bankenspezifischer Enterprise Services“, erläutert Koen Van den Brande, Worldwide Industry Manager Core Banking bei Microsoft. „Auf Basis von SOA ermöglichen wir unseren größten Kunden, ihre Bankenlösungen noch flexibler zu gestalten und dabei neueste Technologien unserer Partner zu nutzen.“ Gemeinsam mit Partnern arbeitet Microsoft seit geraumer Zeit an Technologien, die Banken und Finanzdienstleister helfen, ihre IT-Landschaft effizienter und wirtschaftlicher zu nutzen. Diese Erfahrung und das Wissen wird Microsoft in die Arbeit im BIAN einbringen.

Freie Nutzung technischer Spezifikationen

Die von BIAN erarbeiteten Standards und technischen Spezifikationen sollen keinen
Nutzungsbeschränkungen unterliegen, damit sich die Arbeitsergebnisse für eine Vielzahl technologischer Plattformen umsetzen lassen. BIAN wird mit folgenden Einrichtungen besonders eng zusammenarbeiten:

  • Standardisierungsgremien: Bestehende Standards sollen angewandt oder erweitert werden, damit sie bankenübergreifend genutzt werden können.
  • Internationale Banken: Die weltweite Zusammenarbeit mit Banken an der Definition von Enterprise Services zielt darauf ab, bestehende SOA-Konzepte in einer Bankenplattformen für das Geschäftsprozessmanagement zu vereinen.
  • Softwareanbieter und Systemintegratoren: Die Kooperation mit führenden unabhängigen Softwareanbietern und Systemintegratoren soll sicherstellen, dass bankenspezifische Enterprise Services auch auf den jeweiligen Bankenplattformen eingesetzt werden können.

BIAN verwendet Ergebnisse der SAP-Initiative

Eine wesentliche Aufgabe im Aufbau von SOA in Banken besteht in der semantischen Definition von Enterprise Services als Basis modularer und flexibler IT-Infrastrukturen. Bereits 2005 gründete SAP gemeinsam mit ihrem Banking Advisory Board das „Industry Value Network (IVN) for Banks“, um erste SOA-Services zu definieren. Das Branchenforum, in dem bisher 37 Finanzdienstleister und Softwareanbieter mit über 130 Einzelmitgliedern vertreten waren, entwickelte gemeinsam mit SAP ein erstes Rahmenwerk für den schrittweisen Ausbau bestehender IT-Infrastrukturen in Richtung SOA. So entstanden unter anderem eine SOA-Taxonomie sowie spezifische Bausteine, die eine SOA-Implementierung vereinfachen.

BIAN wird auf den bisherigen Arbeitsergebnissen des IVN for Banks aufbauen, die in Kooperation mit weltweit führenden Banken entstanden sind. Durch die Identifizierung zentraler Aufgaben, wichtiger Services sowie Standardprozessen für die SOA-Implementierung will BIAN die Produktentwicklung auf Basis einer einheitlichen Geschäftssemantik forcieren.

„SAP hat mit ihrem Branchenforum die Standardisierung von Enterprise Services bereits deutlich vorangetrieben und die Grundlage geschaffen, auf der Banken ihre IT-Landschaft sukzessive an einer SOA ausrichten können“, kommentiert Thomas Balgheim, Senior Vice President, Global Banking Line of Business, bei SAP. „Mit BIAN setzen die Mitglieder die Initiative von SAP fort und schaffen die Voraussetzung für eine unabhängige Community im Bankensektor.”

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