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Technologie trotzt Naturgewalten

14. Oktober 2015 von Judith Magyar, Mariana Guerrero 0

Buenos Aires sagt den Elementen den Kampf an: Sensoren analysieren Wetterdaten auf der SAP-HANA-Plattform.

Sie saßen zusammengedrängt auf einem Dach, nachts, in der klirrenden Kälte, umgeben von schnell steigenden Wassermassen. Alejandro Zelada, ein Überlebender der verhängnisvollen Überschwemmung in Buenos Aires im Jahre 2013, beschreibt das beängstigende Szenario. „Es war wie eine Welle, wie ein Tsunami und die Möbel trieben auf dem Wasser“, erinnert sich Zelada. Seine Familie kam glücklicherweise mit einem Schrecken davon – im Gegensatz zu vielen anderen. Das Wasser stieg auf über 1,80 m an und überflutete Straßen und Häuser. „Wir verloren nur unser Hab und Gut, andere verloren ihr Leben.“

Überschwemmung in Buenos Aires

Die Überschwemmung von Buenos Aires 2013

Das Hochwasser in Buenos Aires vor zwei Jahren forderte 100 Tote. Der Sachschaden belief sich auf knapp 103 Millionen Dollar. Die Hauptstadt Argentiniens ist nur eine von hunderten gefährdeter Städte weltweit, die jedes Jahr mit verheerenden Zerstörungen durch Hochwasser kämpfen müssen. Buenos Aires, eine der schönsten Hafenstädte der Welt, liegt an den Ufern des Río de la Plata. Sie ist nicht nur von Wasser umgeben: auch unter der Stadt fließen noch weitere neun Flüsse. Ein Drittel der Bevölkerung – drei Millionen insgesamt – lebt in hochwassergefährdeten Gebieten.

Mit Sensoren besser vorbereitet

Städte wie Buenos Aires sind oft von plötzlich auftretenden sintflutartigen Regenfällen betroffen. Hinzu kommt, dass Müll und Schutt die Regen- und Abwasserkanäle verstopfen und damit das Wasser daran hindern abzufließen. Ein großer Teil der Zerstörung könnte vermieden werden, wenn man die auftretenden Blockaden frühzeitig beseitigen würde.

Nach dem Desaster im Jahr 2013 waren die Stadtoberhäupter angehalten, sich auf die nächste Katastrophe dieser Art besser vorzubereiten. Durch die Nutzung von moderner Technologie wollen sie die Risiken minimieren. Die Stadt brachte über 30.000 Sensoren an Kanälen an, die die Richtung und die Geschwindigkeit der einlaufenden Wassermassen und den Wasserstand messen. Zusammen mit Wetterberichten und durch Warnmeldungen an die Bürger via sozialer Medien kann die Stadt jetzt mit Hilfe der SAP-HANA-Plattform Sensordaten analysieren, um in Echtzeit zu bestimmen, welche Gegenden dringend Unterstützung benötigen.

Im vergangenen Jahr musste sich die Stadt auf die schlimmsten Regengüsse vorbereiten, die jemals in der Stadtgeschichte verzeichnet wurden. Die Behörden blieben zuversichtlich – und tatsächlich: Buenos Aires wurde nicht überflutet. Benachbarte Städte, die nicht mit den gleichen Lösungen ausgerüstet waren, wurden allerdings nicht verschont.

Die Weltbank schätzt, dass sich die durch Hochwasser verursachten Sachschäden weltweit jährlich auf eine Billion Dollar belaufen könnten, wenn die betroffenen Städte auch weiterhin keine Vorkehrungsmaßnahmen treffen. Buenos Aires ist auf dem besten Weg, ein Vorzeigebeispiel für das Smart Cities Management zu werden. Die Stadt konnte nicht nur die Überschwemmungen eindämmen, sondern auch ihre komplette Infrastruktur mit Hilfe von simplen und innovativen Technologien erneuern. Das trägt nicht nur dazu bei, das Leben der Bevölkerung zu verbessern, sondern hilft auch, dass öffentliche Ressourcen weniger störanfällig sind.

Smart Cities – die Städte der Zukunft

Die fortschreitende Verstädterung und der Klimawandel haben zunehmend Auswirkungen auf ökonomische, ökologische und soziale Faktoren. Das müssen Städteplaner berücksichtigen. Smart Cities spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Sie ermöglichen es den Verantwortlichen, besser auf die Anforderungen der Bevölkerung zu reagieren, schnellere Entscheidungen zu treffen und knappe Ressourcen effektiv zu verwalten.

Inzwischen gehen einige Kommunen und ihre Dienstleister neue Wege – wie CenterPoint Energy. Als Anfang dieses Jahres in Texas so viel Regen fiel, dass Häuser und Geschäfte tagelang 20 Zentimeter unter Wasser standen und ohne Strom auskommen mussten, war der texanische Energieversorger gut vorbereitet. Er setzte Sensoren sowie weitere Messinstrumente ein, um Daten zu sammeln und zu analysieren. Auf diese Weise konnte das Unternehmen damals effektiv bestimmen, wo Wartungsmannschaften gebraucht wurden, um den Schaden schnellstmöglich einzudämmen.

Genauso wie Buenos Aires befindet sich CenterPoint mitten im digitalen Wandel, um komplexe Probleme mit modernster Technik zu lösen. Das Unternehmen nutzt heute Anwendungen für das Internet der Dinge, die auf der SAP-HANA-Cloud-Plattform entwickelt wurden. Damit kann das Unternehmen seine Datenströme auswerten und aus den gewonnenen Informationen die geeigneten Maßnahmen ableiten. CenterPoint senkt so die Betriebskosten und verwaltet seine Anlagen und Ressourcen effizienter.

Buenos Aires und CenterPoint sind nur zwei Beispiele dafür, wie sich mit Hilfe von Technologie neue Prozesse gestalten lassen. Beide reagieren auf die Erwartungen der Bevölkerung und Verbraucher. Die wünschen sich moderne, intelligente Lösungen, die ihr Leben einfacher und sicherer machen.

Weitere Informationen zu Smart Cities:

SAP zeigt Lösungen für Smart Cities der nächsten Generation

 

Bildquelle: Shutterstock

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