SAP UC 2009: Stromzähler 2.0

Feature | 15. Oktober 2009 von Frank Völkel 0

Klaus Heimann - Umbrüche im Energiemarkt (Foto: Frank Völkel)

Klaus Heimann - Heizung ab 2020 ohne Öl und ab 2030 ohne Gas? (Foto: Frank Völkel)

Münchner Messe-Flair, Temperaturen um den Gefrierpunkt und die Kulisse des alten Flughafen-Towers bildeten den Rahmen für die von SAP abgehaltene Utilities Conference. Zu den zentralen Themen gehörten intelligente Stromnetze (Smart Grids) in der Energiewirtschaft, intelligente Zähl- und Abrechnungsprozesse sowie Software für AMI (Advanced Metering Infrastructure), um die Erfassung in bestehende IT-Systeme zu integrieren.

Hauptsächlich ging es um die Modernisierung der Infrastruktur bei der Stromversorgung, so dass neben den Vertretern von Energieversorgern auch Firmen wie Fujitsu, IBM, Siemens, T-Systems anwesend waren. Ebenfalls zu den Teilnehmern zählten Softwarehäuser wie Adobe und Microsoft sowie Beratungsfirmen wie Accenture, Deloitte und Capgemini.

Die Veranstaltung dauerte 3 Tage, wobei am ersten Tag die Eröffnungsrede von Klaus Heimann, Chef des Bereichs Services bei SAP, zu den Veränderungen im Energiemarkt mit einem Ausblick für 2020 recht eindrucksvoll bei den Besuchern ankam. Heimann postulierte beispielsweise für die Gesetzesgebung in Deutschland, dass es durchaus denkbar wäre, Ölheizungen für Gebäude ab dem Jahre 2020 und Heizsysteme auf Gas-Basis ab 2030 zu verbieten. Als Vergleich führte er das Verbot für den Verkauf von konventionellen Glühlampen mit geringer Energieeffizienz seit September 2009 an.

Mittendrin wurde auch noch eine Roadmap für den Zeitraum 2009 bis 2011 gezeigt, die neben den Erweiterungspaketen (EP1 und EP2) für CRM 7.0 und ERP 6.0 (EP4, EP5 und EP6) die Business Suite 7  – 2010 samt neuen Features vorstellte. Zu diesem Thema wird die Redaktion in Kürze einen gesonderten Artikel veröffentlichen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: SAP AMI Integration for Utilities

Dr. Stefan Engelhardt über Energielösungen

Dr. Stefan Engelhardt über Energielösungen

Der Zweck intelligenter Zähler besteht vor allem darin, dass die Stromkosten in Abhängigkeit von der Gesamtnachfrage und der Netzauslastung erhoben werden können. Darin sehen die Energieversorger die Möglichkeit, das Stromnetz und die vorhandene Kraftwerkinfrastruktur besser nutzen zu können. Letztendlich geht es auch darum, bestimmte Investitionen für den Spitzenlastausbau nicht tätigen zu müssen und Kosten zu sparen. Die schon im Mai 2009 vorgestellte Software “SAP AMI Integration for Utilities” integriert nun Zähl- und Messdaten in der SAP Business Suite 7.

Damit können Energieversorger die AMI-Software verwenden, um Zähl- und Messprozesse in bestehende Backend-IT-Systeme zu integrieren. Letztendlich soll auch der Endkunde quasi in Echtzeit einen Einblick über den individuellen Energieverbrauch erhalten, so dass er seine Gewohnheiten am Strompreis ausrichten kann.

Ein intelligenter Stromzähler (Smart Meter) ist gegenüber einem herkömmlichen mechanischen Stromzähler so aufgebaut, dass sich die erfassten Zählerstände vom Energieversorgungsunternehmen ferngesteuert auslesen lassen. Die Datenübertragung kann sowohl über die bestehende Stromleitung als auch per Telefonleitung erfolgen.

Eine technische Herausforderung ist es dabei, die von den Zählern erfassten Datenmengen quasi in Echtzeit auszuwerten.

Firmen nutzen die UC 2009 in München zum Gedankenaustausch

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Reiste im Polarkreis ohne Energie - Robert Swan von Mission 2041 (Foto: Frank Völkel)

Reiste im Polarkreis ohne Energie - Robert Swan von Mission 2041 (Foto: Frank Völkel)

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1 comment

  1. dmiletic@swiss-steel.com

    Hoi Dragan

    Nachdem nun sogar SAP von intelligenten Stromnetzen (Smart Grids) spricht und Software anbietet, frage ich mich/dich: Wann ist das für Swiss Steel ein Thema ???
    Grüsse Reini

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