E-World 2011: Energie nach Maß

8. Februar 2011 von Frank Völkel 0

Microbus mit Elektroantrieb: Mia Electric - Highlight auf der E-World (Foto: Frank Völkel)

Microbus serienreif: Mia Electric - ein Highlight der E-World (Foto: Frank Völkel)

Kaum eine andere Branche steht so vor einem fundamentalen Umbruch wie die der Energieversorger, Netzbetreiber und zugehörigen Dienstleister: Das Stromversorgungssystem muss für die steigende Menge an regenerativ erzeugter Energie ausgebaut werden. Bis 2020 wird die Stromgewinnung mittels Windenergie, Photovoltaik, Geothermie und Biomasse stark zunehmen. Der Umbau betrifft vor allem Stromtrassen mit Hochspannungsleitungen, Umformstationen und Mittelspannungsnetze.

Die Leitmesse der Energie- und Wasserwirtschaft findet mittlerweile zum elften Mal in Essen statt, und es wird auch für 2011 ein Zuwachs bei Ausstellern und Besuchern erwartet. Insgesamt zeigen 554 Aussteller aus 20 Ländern ihre Exponate auf der E-World. Erwartet werden ca. 20.000 Fachbesucher.

Bei den Gesprächen auf der Messe wird deutlich: Immer mehr Transportmittel mit elektrischem Antrieb landen auf dem Markt. Fahrräder mit Elektromotor, E-Roller und Autos für Reichweiten mit bis zu 150 km stehen verstärkt in der Gunst der Kunden.

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Intelligente KNX-Stromzähler: Transparenz für lastabhängige Tarife (Foto: Frank Völkel)

Intelligente KNX-Stromzähler: Transparenz für lastabhängige Tarife (Foto: Frank Völkel)

Schlau vernetzt: Smart Grid, Smart Meter und Smart Home

Etwa 30% des erzeugten Stroms sollen 2050 von der Sonneneinstrahlung kommen: An sonnigen Tagen speisen Photovoltaik-Anlagen Energie ins Stromnetz ein – in der Nacht und an trüben Regentagen nicht. Doch Stromerzeugung und -verbrauch müssen zu jedem Zeitpunkt übereinstimmen. Um Versorgungslücken zu vermeiden, passen die Anbieter die Stromerzeugung an und halten Reserveleistungen bereit.

Ähnlich verhält es sich mit Strom von Windkraft. Wenn es in Norddeutschland an der Küste richtig stürmt, stößt das Stromnetz schon heute an seine Grenzen: Bis zu 10.000 Megawatt Leistung werden dann durch Windkraft an einem Tag ins Netz eingespeist.

Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht vor, dass bis zum Jahre 2020 der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung auf 35% ansteigt. Für das Jahr 2030 sind 50% und für 2040 sogar 65% geplant.

Doch es geht noch weiter: Neben den geplanten intelligenten Stromnetzen (Smart Grids) müssen flächendeckend intelligente Stromzähler (Smart Meter) eingesetzt werden. Doch das funktioniert auch nur dann sinnvoll, wenn in Wohnungen und Häusern sämtliche Gewerke wie Beleuchtung, Heizung, Lüftung, Jalousien und Türen/Fenster miteinander vernetzt sind.

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SAP liefert Software zur Strombeschaffung: Energy Portfolio Management

SAP liefert Software zur Strombeschaffung: Energy Portfolio Management

Elektroauto: 100 Kilometer mit Standardakku

Bei letztgenanntem sprechen wir von einem Smart Home – einem vernetzten Heim – von denen es in letzter Konsequenz sehr wenige in Deutschland gibt. Denn nur bei vollständiger Verknüpfung von Energieerzeuger, wie beispielsweise dem örtlichen Energieversorger, dem Leitungsnetz und den Verbrauchern, entsteht ein intelligentes Netz, das Erzeugung und Verbrauch von Energie optimal aufeinander abstimmt.

Zukünftige Elektroautos müssen samt ihrer Ladetechnik in intelligente Stromnetze und Smart Homes eingebunden werden. Nur so kann beispielsweise dezentral erzeugter Strom von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Gebäudes zum Aufladen des Autoakkus verwendet werden. Die kleine Firma Mia Electric zeigt auf der E-World einen Microbus, der mit 2,84 Metern Länge kaum größer als ein aktueller Smart ausfällt. Das Fahrzeug-Design stammt vom Ex-VW-Design-Chef Murat Günak – der Clou sind die elektrisch zu betätigende Schiebetüren für engste Parkverhältnisse.

Das Unternehmen zielt auf Flottenbetreiber, die die mobile Zukunft im Mix aus konventionell  und elektrisch  angetriebenen Fahrzeugen sehen. Mit dem Standardakku (8 kWh) soll eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern möglich und der Akku in 2,5 Stunden an einer normalen Steckdose voll aufgeladen sein. Der Microbus Mia Electric soll das erste bezahlbare Elektroauto für Deutschland und Frankreich werden und ab Juli 2011 erhältlich sein. Für das SAP-Projekt Future Fleet waren die ersten Prototypen noch nicht verfügbar.

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Movento: Dynamische Stromtarife

Movento-Anbindung an SAP-PM: Kritische Meldungen (Foto: Frank Völkel)

Movento-Anbindung an SAP-PM: Kritische Meldungen (Foto: Frank Völkel)

Beim Besuch des movento-Standes ließen wir uns das Konzept des e-configurators vorführen. Die Software richtet sich an Energieversorgungsunternehmen, die ihren Kunden dynamische Stromtarife anbieten wollen. Der e-configurator kann als Standalone-System oder integriert aus der bekannten SAP CRM-Oberfläche heraus bedient werden. Er lässt sich als Web-Service im Browser aufrufen und unterstützt die Tarif-Gestaltung und Preiskalkulation klassischer Tarife. Während der Demonstration stellten wir einen dynamischen (lastabhängigen) Stromtarif mit verschiedenen Anteilen regenerativer Energien zusammen.

Gerade in Verbindung mit einem (SAP-) CRM-System dürfte der e-configurator für die meisten Energieversorger in Deutschland interessant sein, da sie die vorhandenen Kundendaten aktiv zur Ausschöpfung des Kundenpotenzials nutzen können. Wie von einigen Branchenkennern auf der Messe zu hören war, haben besonders die zahlreichen Stadtwerke in Deutschland zwar ein CRM-System innerhalb ihrer IT im Einsatz, verzichten jedoch auf die Auswertung der bereits vorhandenen Daten für individuelle Stromtarife.

Alarm-Meldungen per SMS aufs Smartphone (Foto: Frank Völkel)

Alarm-Meldungen per SMS aufs Smartphone (Foto: Frank Völkel)

Sensoren melden direkt ins SAP-PM-Modul - durch Movento-Integration

Sensoren melden direkt ins SAP-PM-Modul - durch Movento-Integration

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