SMBs fertigen schneller mit BB.One Manufacturing

Feature | 26. Mai 2004 von admin 0

Bereits 2001 hat das Beratungsunternehmen META Group vorhergesagt, dass moderne IT-Technologien künftig die Herausforderungen und Aufgaben für die Fertigungsindustrie neu definieren werden. Ein aktueller Bericht der Europäischen Kommission bestätigt im Wesentlichen diese Einschätzung. „Die Situation in der Fertigungsindustrie ist heute gekennzeichnet durch immer häufigere Produktwechsel, große Typenvielfalt sowie die Notwendigkeit, individuellen Kundenwünschen entsprechend zu fertigen“, begründet Sigmund Seeger, Geschäftsführer des SAP Business Partners Seeger Business Software, den Wettbewerbsdruck. Höhere Leistungen sollen bei geringerem Kostenaufwand erzielt werden, und Betriebe müssen auf wechselnde Markt-, Organisations- und Produktionsstrukturen immer schneller reagieren. Um dies zu erreichen, benötigen sie eine reibungslose Logistik, denn neue Produkte müssen in kürzester Zeit auf den Markt kommen.

Verwaltung entlasten

„Diese Dynamik hat auch mittelständische Fertigungsbetriebe erfasst“, erläutert Geschäftsführer Sigmund Seeger weiter. Damit wachsen die Anforderungen an Softwaresysteme, die zur Planung und Steuerung der betrieblichen Prozesse eingesetzt werden, „da SMBs zum Teil die gleichen Probleme lösen müssen wie große Unternehmen, bei einer wesentlich schlankeren Organisationsstruktur und entsprechend geringeren personellen Ressourcen“, verdeutlicht Sigmund Seeger. „Mit BB.One Manufacturing haben wir ein Add-on zu SAP Business One entwickelt, welches genau auf diese Problematik abzielt und mittelständische Fertigungsbetriebe bei der Verwaltung von Planungsdaten entlastet.“ Die Lösung des SAP Business Partners ist speziell für kleine und mittlere Fertigungsunternehmen und Handelsfirmen mit zeitlicher Disposition, die zwischen 20 und 200 Mitarbeiter haben, gedacht.
Die Zusatzlösung zu SAP Business One besteht im Wesentlichen aus den vier Modulen Fertigungsauftragsverwaltung, Feinplanung und Betriebsdatenerfassung (BDE) sowie Disposition. In der BB.One-Fertigungsauftragsverwaltung können Firmen ihre Stammdaten, wie zum Beispiel Artikel, Planungsattribute oder neutrale Arbeitspläne und Stücklisten, sowie die jeweiligen Fertigungsaufträge verwalten. So können Fertiger auftragsbezogene Stücklisten modifizieren, das Material der Arbeitsfolge zuordnen sowie den Auftrag auf eine Arbeitsplatzgruppe beziehungsweise einen Arbeitsplatz hin planen.

Zielsicher und exakt planen

Im Modul Feinplanung/Steuerung simulieren und planen Fertiger mit Hilfe von so genannten Gantt-Diagrammen Termine und Kapazitäten und überwachen die Aufträge. Vorwärtsterminierung, Darstellung der Maschinenbelegung und -auslastung sowie Auftragsfortschritte sind damit grafisch übersichtlich und einfach darstellbar. Ebenso unterstützt die Software eine automatische Reihenfolgebildung pro Maschine nach verschiedenen Kriterien. Mit der Möglichkeit, eine Person einer Maschine zu zuordnen, werden auch Abwesenheitszeiten dieser Person (Urlaub/Krankheit) bei der Planung berücksichtigt. „Um die Produktionssteuerung so weit wie möglich zu vereinfachen, haben wir in BB.One Manufacturing zudem eine Betriebsdatenerfassung (BDE) integriert“, erklärt Seeger. Das ermöglicht nicht nur, Arbeitsfolgen sowie deren Unterbrechungen an- und abzumelden, sondern gibt auch Auskunft über Kommt-/Geht- sowie Auftragszeiten.
Besonders stolz ist Seeger auf das Modul Disposition, das ab Juni 2004 verfügbar sein wird. Fertiger bekommen auf Knopfdruck eine umfassende Übersicht über die komplette Dispositions-Situation im Unternehmen. Im Rahmen einer klassischen Rückwärtsterminierung ermittelt das System etwa den Primärbedarf für einen Kundenauftrag, das heißt die Planaufträge für den Einkauf und die Fertigung. Dies sind die Vorschläge, was gefertigt und was beschafft werden soll. Die Menge an Gütern, die entweder in einem Produktionsprozess hergestellt oder in einer gemeinsamen Bestellung eingekauft wird, lässt sich hiermit beispielsweise auch unter Berücksichtigung von Losgrößen exakt bestimmen. Ebenso verwendet das Dispositions-Modul wahlweise deterministische oder stochastische Planungsverfahren.

Eine Einheit bilden

Das Add-on ist nach Aussage von Sigmund Seeger modular aufgebaut und einsetzbar. So könne jedes Unternehmen entscheiden, ob es die komplette Zusatzlösung nimmt oder nur Teile daraus. BB.One Manufacturing ist dabei mittels Software Development Kit (SDK) voll in SAP Business One integriert. „Das von uns verwendete Integrationsmodell basiert auf der Abbildung von Business-Objekten“, führt Seeger aus. „Diese können nun individuell durch neue Eigenschaften verändert werden. Jedes Business-Objekt existiert nur einmal, wobei wir die SAP-Mittelstandssoftware um Business-Objekte für die Fertigungsindustrie ergänzt haben.“ Über die Programmierschnittstellen (APIs = Application Programming Interface) des SDK integrierten die Experten von Seeger das Add-on in SAP Business One. Herausgekommen ist „eine vernetzte Integration, die zunächst nur mit der SAP-Mittelstandslösung funktionsfähig ist“, legt Seeger dar, „wobei die beiden Systeme eine Einheit bilden.“
Für den Anwender liegen die Vorteile auf der Hand, denn er hat eine weitgehend einheitliche Benutzeroberfläche und kann die Vorteile, etwa der Drag-and-Relate-Funktionen von SAP Business One voll nutzen. Zudem sind die Tabellen aus BB.One Manufacturing in die Datenbank von SAP Business One eingegliedert und die Zusatzlösung gleichzeitig in die Microsoft-Office-Umgebung, wie MS Access, integriert. Das gibt Anwendern ein Instrumentarium an die Hand, in dem sie laut Seeger „zu Hause sind und mit dem sie ihre ganz individuellen Auswertungen, Berichte, Layouts selbst erstellen können.“ Zugleich sorgt es für geringere Einführungszeiten und reduziert Kosten. Preise nennt das im württembergischen Wildberg ansässige Unternehmen nicht, diese seien abhängig von Umfang, Zeit und der jeweiligen Tiefe des Projekts.

Für die Zukunft entwickeln

Je nach Zustand der Altdaten und Prozesse veranschlagt Seeger Software rund zwei bis drei Monate, um das Add-on inklusive SAP Business One einzuführen. Der SAP Business Partner hat zudem bereits an zukünftige Anforderungen gedacht und entwickelt schon jetzt weitere Module. Mit dem Sales Configurator könne der Außendienst künftig Produktvarianten direkt beim Kunden konfigurieren, um konkrete Angebote sowie Preise abzugeben. Bei Active Catalogue auf Basis eines so genannten „active.pdf“ von Adobe seien Katalog, Online- und Offline-Shop in einem System verfügbar. Mit einem in den Katalog integrierten Warenkorb (zum Beispiel auf der CD) kann eine Firma dann automatisch per E-Mail in SAP Business One bestimmte Produkte bestellen. „Damit“, sagt Seeger abschließend, „sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Fertigungsindustrie heute und in Zukunft.“

Weitere Informationen:

www.seeger-software.de

Dr. Andreas Schaffry

Dr. Andreas Schaffry

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