Den Prozess verbessern

16. August 2012 von Jennifer Kirchen 0

Weltweit setzen Unternehmen der Stahl-, Aluminium- und Kupferindustrie auf maßgeschneiderte Produkte von SMS Siemag. Das Produktspektrum des renommierten Lösungsanbieters im Bereich Hütten- und Walzwerktechnik reicht von der Reduktionsmetallurgie, Stahlerzeugung und Sekundärmetallurgie über die Stranggießtechnik bis hin zum Bau moderner Warm- und Kaltwalzwerke und Bandanlagen. Doch die Konkurrenz aus Südkorea und China macht auch vor diesem komplexen Geschäft nicht halt.

Effizienz steigern trotz Komplexität

Durch die zunehmende Bedeutung der asiatischen Märkte und die lokalen Mitbewerber ist es für das deutsche Unternehmen wichtig, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Technologieführerschaft aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund sucht man kontinuierlich nach Möglichkeiten, die hochkomplexen Sonderanlagen schneller, kostengünstiger und besser zu realisieren. Doch das ist leichter gesagt als getan: Schließlich gleicht kein Werk dem anderen. Der Gedanke liegt nahe, dass Effizienzsteigerungen auf Basis einer teilweise automatisierten Konstruktion schon großteils ausgereizt sind. Nicht so bei SMS Siemag.

In der Vergangenheit wurden elektrische Geräte wie Sensoren und Aktoren bei SMS Siemag über die Motoren- und Komponenten-Liste auf Excel-Basis beschrieben und verwaltet. Die Schwierigkeit: Dezentrale Datenhaltung, redundante Artikel und manuelle Eingabefehler führten zu Inkonsistenzen und Qualitätsmängeln in den Produktinformationen und verzögerten den Konstruktionsprozess. „Unser Ziel war es deshalb, das elektrische und mechanische Engineering durchgängig zu bündeln, die Engineeringqualität zu verbessern und den gesamten Workflow zu beschleunigen“, beschreibt Martin Schneider, Leiter des Fachbereichs Plant Engineering und Hardware Design bei SMS Siemag die Aufgabenstellung.

Eindrücke aus der Stahlproduktion:

 

Den Weg zu einem effizienteren Engineering sowie zu einer produkt-, disziplin- und standortübergreifenden Standardisierung ebnete bei SMS Siemag SAP Product Lifecycle Management (SAP PLM). Die Anwendung lieferte die Grundlage für eine Konstruktionsplattform, die eine Verknüpfung von mechanischen und elektrischen Engineeringprozessen ermöglicht. Dank der umfassenden Produktstamm- und -strukturverwaltung von SAP PLM konnten die Konstrukteure im sogenannten Process Control Center (PCC) funktionale Anlagenstrukturen sehr effizient aufbauen, die Feldgeräteebene detailliert abbilden und mit weiteren Informationen verlinken. „Wir haben unser Ziel erreicht, über die einzelnen Produktbereiche und Standorte hinweg eine gemeinsame Konstruktionsbasis zu schaffen, die weitere Engineeringschritte einbezieht“, freut sich Schneider. So reduziert SMS Siemag die Engineeringzeiten, verbessert die Konstruktionsqualität und stärkt die eigene Wettbewerbsposition.

Anlagen im Process Control Center effizient aufbauen

Mit dem PCC verwaltet SMS Siemag heute die Stamm- und Bewegungsdaten der elektrischen Komponenten direkt in der SAP-Software. Dabei sorgt die detaillierte elektrische Ausprägung der einzelnen Feldgeräte in Form von Templates  für höchste Transparenz in der Konstruktionsbasis: Elektrische Ausprägung, Automationsstruktur, definierte Gefahrenbereiche und Sicherheitserfordernisse sind auf einen Blick ersichtlich. Früher kopierten die Konstrukteure vorhandene Pläne und passten sie an die jeweiligen Kundenbedürfnisse an; heute wählen sie benötigte Komponenten zuerst aus und generieren die Baupläne anschließend passgenau per Knopfdruck.

Die integrierte Konstruktionsplattform auf Basis von SAP PLM ermöglicht SMS Siemag eine schnelle, kostengünstige und hochwertige Realisierung unterschiedlicher Sonderanlagen. Hohe Wiederverwendungsraten sowie eine begrenzte Gerätevielfalt beschleunigen den Konstruktionsprozess und erleichtern die bereichs- und standortübergreifende Zusammenarbeit. Die disziplinübergreifende Standardisierung lässt auf zukünftig wachsende Effizienzsteigerungen hoffen: „Je mehr Projekte wir über die neue Konstruktionsplattform abwickeln, desto höher das Einsparpotenzial“, so Martin Schneider.

Auch für die Zukunft bleibt PLM für SMS Siemag ein Thema. „Im Bereich Warm- und Kaltwalzwerke haben sich das PCC sowie weitere Engineeringtools im Produktiveinsatz bereits bewährt“, lobt Martin Schneider. Die Tools können demnach auch in anderen Produktbereichen eingeführt werden. Schritt für Schritt soll die Standardisierung weiter vorangetrieben und die Qualität des gesamten Engineeringprozesses weiter optimiert werden,  damit SMS Siemag weiterhin ganz vorne bleibt.

Über SMS Siemag

Der deutsche Traditionsbetrieb entwickelt und modernisiert seit über 140 Jahren im Kundenauftrag Hütten- und Walzwerke, Bandanlagen und Umwelttechnik. Im Verbund mit ihren Schwesterunternehmen planen, entwickeln, finanzieren, konstruieren, installieren, automatisieren und schulen sie. Gleichzeitig investiert SMS Siemag konsequent in Zukunftsthemen wie technische Innovation, Modernisierung und Ausbau der weltweiten Fertigungskapazitäten. Dadurch kann das führende Unternehmen stabile Wachstumsraten und volle Auftragsbücher vorweisen. 2011 lag das Umsatzvolumen der SMS Group bei rund drei Milliarden Euro.

 

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