So einfach wie das ABC

Feature | 23. Oktober 2013 von Christoph Zeidler 0

Aufmacher

Traditionell trifft sich jeden Herbst die SAP-Entwicklergemeinde auf der SAP TechEd, um zu hören, was es Neues gibt und wie sich das SAP-Portfolio weiterentwickelt. Am Dienstagmorgen begrüßte Vishal Sikka, als SAP-Vorstandsmitglied verantwortlich für den Bereich Produkte & Innovation, die rund 6.500 Teilnehmer – und bot niemand geringeres als zwei Turing-Preisträger auf, um zu verdeutlichen, in welch radikalem Wandel sich die IT-Welt befindet.

Alan Kay, Pionier der objektorientierten Programmierung, bekannt durch sein mittlerweile geflügeltes Wort „The best way to predict the future is to invent it“, gab Sikka und den Konferenzteilnehmern in einer Videobotschaft eine Einführung in die ABC-Theorie von Douglas Engelbart, Vordenker der Mensch-Maschine-Interaktion und Erfinder der Computermaus. Wenn, vereinfacht gesagt, A die Ziele und Aufgaben einer Organisation beschreibt, braucht man Prozesse B, um diese zu erreichen. Und diese Prozesse B wiederum müssen selbst durch andere Prozesse C stetig verbessert werden. Diese andauernde Suche nach Verbesserungen wirkt sich naturgemäß auf das Tagesgeschäft aus und hat somit eine Rückwirkung auf die ursprüngliche Ausgangslage A – kann also zur Definition neuer Ziele und Aufgaben führen und die Organisation somit als Ganzes weiterentwickeln.

Der HANA-Effekt: Technologie und dessen Zweck, Menschen ständig zu verbessern

„Wir befinden uns heute in einer Zeit der Veränderung, in einer Zeit des Nachdenkens“, so Sikka. Nicht nur die IT, sondern alle Branchen veränderten sich massiv aufgrund neuer technischer Möglichkeiten. Cloud Computing, Big Data, Mobile – alles nicht nur Schlagworte, sondern reale Entwicklungen, die die Welt verändern. In Bezug auf SAP nennt Sikka das den „HANA-Effekt“. „Technologie hat den Zweck, uns zu verbessern, uns voranzubringen – genauso wie SAP HANA.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die neue Philosophie hinter SAP Fiori

Mittlerweile habe das auch die Branche erkannt. Nach anfänglichem Zögern „versuchen mittlerweile alle, Hauptspeicherdatenbanken zu bauen“, freute sich Sikka. „Wir müssen das Potenzial dieser neuen Technik ausreizen, um geschäftliche Probleme zu lösen und Menschen voranzubringen.“ Konkrete Beispiele lieferte Sikka gleich mit: Mike Quiros, Lagerist bei Charmer Sunbelt, und seine 33 Mann starke Nachtschicht können dank eines HANA-basierten Dashboards einfacher und schneller arbeiten. eBay-Finanzspezialisten können potenzielle Gefahren und Betriebsunterbrechungen besser voraussehen und so 200 Millionen Dollar einsparen. Die Verkäufer in den Burberry-Geschäften kennen ihre Kunden besser und können ihnen vor Ort auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Vorschläge machen.

Das alles werde möglich durch das Zusammenspiel der SAP-HANA-Plattform (A) mit neuen, einfacheren Anwendungen (B) und einer neuen Vorstellung davon, was man aus und mit Daten machen könne (C). Konkret bedeutet das für SAP, unterbrechungs- und risikofrei SAP HANA zur Grundlage aller Anwendungen zu machen und diese Anwendungen gemäß der neuen SAP Fiori User Experience neu zu gestalten. „Fiori ist nicht nur ein neuer Look oder eine Modeerscheinung, es ist eine komplett neue Philosophie, wie wir an Anwendungen herangehen“, sagte Sam Yen, Leiter UX bei SAP. Und im Zusammenspiel mit SAP HANA ermögliche das völlig neue Möglichkeiten.

Neues Service Pack: SAP HANA SP7

Franz Färber, SAP-HANA-Entwicklungschef, der via Satellit aus Walldorf zugeschaltet war, hatte denn auch die Zahlen parat: HANA-Umsätze im letzten Quartal fast verdoppelt, über 2.200 Kunden und 1.300 Implementierungen, 20.000 HANA-Entwickler in der Community und 3.000 zertifizierte Berater. Und mit SAP HANA Service Pack 7, das ab November verfügbar sein wird, möchte SAP die Plattform noch attraktiver für den Markt machen. Leistungsverbesserungen, Unterstützung von Virtualisierung für nicht-produktive Systeme, volle Hadoop-Integration und eine webbasierte integrierte Entwicklungsumgebung sind der nächste Schritt. Auch Erweiterungen für SuccessFactors-Anwendungen sind über die HANA-Plattform nun einfach möglich. „Wir machen es Kunden, Partnern und Entwicklern in der Community so einfach wie nie, auf Basis von SAP HANA zu entwickeln“, so Färber. „Egal ob sie für traditionelle SAP-Systeme entwickeln oder etwas komplett neues machen, alles ist möglich.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Finanzwesen und CRM bei SAP auf SAP HANA

Bernd Leukert, Mitglied des SAP Global Managing Board und Leiter Application Innovation, forderte denn auch die Teilnehmer dazu auf, neu zu denken und neue Wege zu gehen. Und SAP fängt im eigenen Haus an: Mittlerweile läuft laut Leukert das gesamte Kerngeschäft auf SAP HANA, zum Beispiel das Finanzwesen oder auch CRM. Und man lerne selbst stetig dazu und entwickle sich weiter.

Nach Franz Färber für SAP HANA (A) und Bernd Leukert für die Anwendungen (B) ging es abschließend darum, wie SAP sich weiter öffnen und mehr Menschen dazu bewegen kann, gemeinsam über neue Anwendungsmöglichkeiten nachzudenken (C). Hier kam Sam Yen ins Spiel, der neben der Einfachheit und Klarheit der neuen User Experience auch über das SAP-HANA-Startup-Programm berichtete. Eine beeindruckende Zahl von 1.000 Startup-Unternehmen arbeitet und tüftelt an neuen Ideen und Geschäftsmodellen, die sie dank SAP HANA ausprobieren und umsetzen können. Und SAP selbst feilt an mittlerweile acht SAP-AppHaus-Standorten von Los Altos über Potsdam bis Schanghai an innovativen Anwendungen.

SAP HANA soll Anwendungen verschlanken und vereinfachen

Jede Menge Aktivitäten und Neuheiten also, die Sikka und seine Kollegen vorstellten. Und das ABC von Engelbart als neues Paradigma für SAP. Die SAP-HANA-Plattform als Grundlage für schlankere und einfachere Anwendungen, verstärkt und ergänzt durch eine aktive Community und das SAP-Partnernetz. „Neue Technologien helfen uns dabei, Dinge zu durchdringen und neue Lösungen zu entwickeln, um gezielt Probleme zu lösen“, so Sikka. Wie das geht, kann man auf der SAP TechEd in Las Vegas und auf den folgenden in Amsterdam, Bangalore und Schanghai mit eigenen Augen sehen.

LIVE auf der TEchEd dabei sein.

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