Die Vorteile von Social Software

14. Februar 2013 von Susan Galer 0

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Sameer Patel, leitet bei der SAP den Bereich Enterprise Social Software. Foto: Privat

SAP.info: Soziale Medien sind trendy, angesagt und machen Spaß. Das sind nicht unbedingt Eigenschaften, die man mit SAP assoziiert. Wie passt der neue Schwerpunkt auf soziale Medien mit dem SAP-Kerngeschäft zusammen?

Sameer Patel: Das passt sehr gut zusammen, weil gerade die SAP alles aus einer Hand anbieten kann. Noch wird die Integration sozialer Medien in der Regel von der Führungsebene weniger stark unterstützt oder vorangetrieben als die Einführung herkömmlicher Anwendungen für das CRM oder Lieferantenmanagement, da sich den Unternehmen der Nutzen bislang nicht erschlossen hat. Personalabteilung und die Geschäftsführung interessieren sich vor allem für die Frage, wie  sie durch soziale Medien ihre Leistungsziele besser erreichen können und was „social“ wirklich bringt. Die SAP kann dazu viele Antworten geben und Unternehmen den Weg aufzeigen, denn sie kennt sich mit den Prozessen zahlreicher Geschäftsbereiche und Branchen aus und weiß deshalb, wie sich Social Software zur Bewältigung zentraler geschäftlicher Probleme nutzen lässt.

Beiträge auf Facebook sind etwas völlig anderes als die Einbindung von Social Software in Geschäftsprozesse. Wie können Unternehmen hier Fehler vermeiden?

Das Konzept von Facebook funktioniert im öffentlichen Bereich, weil jeder Beitrag ein bestimmtes Ziel verfolgt. Auch im geschäftlichen Kontext muss man ein Ziel verfolgen – Social-Funktionen müssen als Mittel einem klar definierten geschäftlichen Zweck dienen, zum Beispiel der Anwendung für Geschäftsprozesse, Daten und Analysen sowie der Vernetzung mit anderen Sie müssen dann verfügbar sein, wenn ich sie wirklich benötige, und einen entscheidenden Vorteil bieten. Sie dürfen nicht abgekoppelt von anderen Funktionen sein, sondern nahtlos in alle Anwendungen integriert.

In welchen Abteilungen werden Lösungen für soziale Medien am häufigsten eingesetzt?

Bislang werden solche Lösungen vor allem für die Interaktion mit Kunden und die Einbindung von Mitarbeitern in soziale Netzwerke genutzt. Idealerweise werden die Lösungen unternehmensweit eingesetzt, beispielsweise für die Mitarbeiterkommunikation, für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und Schulungsmaßnahmen und sogar für die Zusammenarbeit bei Finanz- und Entwicklungsprozessen. Das Ziel besteht darin, Nutzen aus Social Software zu ziehen – und zwar nicht, indem immer alle unbedingt in allen sozialen Medien präsent sind, sondern indem sie mithilfe von Social Software ihre Leistung gezielt verbessern.

Auf der nächsten Seite: Welche Vorteile haben die Social-Software-Lösungen für den Kunden?

Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich für die Kunden durch die Social-Software-Lösungen von SAP?

Wir haben erst vor kurzem unsere Social-Software-Plattform SAP Jam in unsere Anwendungen integriert. Sie ermöglicht eine sichere Zusammenarbeit und konzentriert sich auf Bereiche, in denen Zusammenarbeit zur Wertschöpfung beiträgt. Hierzu gehören On-Premise– und On-Demand-Lösungen für CRM, das Talentmanagement und On-Demand-Anwendungen für das Finanzwesen. Hier drei Beispiele:

  • Call Center: Hier müssen Mitarbeiteroft Kundenfragen beantworten, auf die sie im System keine Antworten vorliegen haben. SAP Jam ermöglicht die sofortige Kontaktaufnahme mit Experten, die die richtige Antwort wissen. Das verbessert die Kundenzufriedenheit.
  • Finanzwesen: Hier gibt es viele funktionsübergreifende Prozesse von der Fakturierung bis hin zur Budgetierung, bei denen zahlreiche Mitarbeiter zusammenarbeiten müssen. Durch die Integration von SAP Jam in unsere Finanzanwendung können Finanzverantwortliche einfacher mit dem Vertrieb und der Bestandsverwaltung zusammenarbeiten. Das beschleunigt Entscheidungsprozesse, verbessert die Compliance und steigert die Produktivität.
  • Lernprozesse: Die Zusammenarbeit mit Kollegen spielt beim Lernen eine wichtige Rolle. Einer unserer Learning-Management-Kunden verfügt über ein Netz von 3.500 Pflegekräften, die bei der Arbeit Handschuhe auf eine ganz bestimmte Weise verwenden müssen. Derartige Gebrauchsanweisungen sind manchmal schwierig zu formulieren, doch mit unserem Social-Software-Modul können die Pflegekräfte über ihre Smartphones Videos austauschen, in denen das richtige Anziehen der Handschuhe gezeigt wird. Auszubildende können auf diese Weise sofort sehen, was sie tun müssen. Durch die Anwendung der Social Software lässt sich eine intelligente Zusammenarbeit in einzelnen Bereichen realisieren, die konkret dort erfolgt, wo gehandelt wird und Entscheidungen getroffen werden.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Unternehmen sind eigentlich nicht auf der Suche nach Social Software. Sondern sie suchen nach Software, die ihr Geschäft voranbringt und sie erfolgreicher macht. Wir haben Transaktionssysteme entwickelt, mit denen die Kunden ihre Anforderungen im Hinblick auf Compliance, Budget und andere operative Abläufe erfüllen können. Darauf aufbauend versuchen sie nun, den Arbeitsalltag ihrer Mitarbeiter effektiver zu gestalten. Social Software hilft dabei, indem sie die unstrukturierten Lücken füllt.

Wie geht es 2013 im Bereich soziale Medien weiter?

Die Resonanz der Kunden auf unsere Social-Software-Lösungen ist sehr positiv. Wir werden auf unserer 40-jährigen Erfahrung mit Prozessen unterschiedlichster Branchen aufbauen und auch auf die gemeinsame Innovation mit Kunden setzen, um weitere Funktionen zu entwickeln, mit denen unsere Kunden soziale Medien effizienter nutzen und ihre Abläufe optimieren können.

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