Starthilfe für Benachteiligte

21. Mai 2013 von Susan Galer 0

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Foto: SAP

In seiner Funktion als Manager im Orange Farm Skills Centre, dem örtlichen Schulungs- und Technologiezentrum, sorgt Jimmy Sekhonyane für die Internetanbindung des Dorfes und schult die Bewohner. Er ist selbst aber auch Unternehmer in Ausbildung: Er möchte eine Schulungsakademie gründen, um benachteiligte Jugendliche in Wirtschaft und IT zu unterrichten.

„Ich sehe nicht nur die Arbeitslosigkeit hier. Vielmehr sehe ich Menschen ohne berufliche Qualifikation, ohne Ausbildung. Wir leben in einer verarmten Gemeinde. Wenn wir diese Menschen weiterbilden, dann können wir sie soweit stärken, dass sie mehr Verantwortung für sich, aber auch für die Gesellschaft, übernehmen können. Mit der richtigen Ausbildung öffnen wir ihnen die Tore zu einer beruflichen Zukunft. Sie können sogar eigene Unternehmen gründen und damit ihrem Leben eine neue Richtung geben“, so Sekhonyane.

Die Motivation des Südafrikaners ist groß. Begründet liegt sie in den enormen Schwierigkeiten, mit denen die benachteiligten Gemeinden seines Heimatlandes Südafrika konfrontiert sind. Insgesamt haben zwar 20 Prozent aller Südafrikaner Zugang zum Internet. Doch auf dem Land, wo die Zahlen der Schulabbrecher und Arbeitslosen sehr hoch sind, verfügen nur zwei Prozent der Bevölkerung über einen eigenen Computer.

SAP und Siyafunda helfen

Das Orange Farm Centre gehört zum Netzwerk der Organisation Siyafunda CTC Centres, die diesen Gemeinden einen bezahlbaren Internetzugang und den Bewohnern PC-Schulungen ermöglicht. Mit finanzieller Unterstützung der SAP, die eines der Gründungsmitglieder des Siyafunda CTC ist, konnte die Gemeinde 50 Schulungszentren eröffnen. Dies ebnet vielen Menschen den Weg in die Zukunft – darunter vor allem Jugendliche, Arbeitslose, Frauen und Menschen mit Behinderung. Für viele ist es das erste Mal, dass sie mit einem Computer oder dem Internet in Berührung kommen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Jimmy Sekhonyane für das Förderprogramm Awethu Talent Identification nominiert

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Das Orange Farm Centre gehört zum Netzwerk der Organisation Siyafunda CTC Centres, die diesen Gemeinden einen bezahlbaren Internetzugang und den Bewohnern PC-Schulungen ermöglicht (Foto: SAP)

Ahmed Ismael, Gründungsdirektor des Siyafunda CTC, betont, wie wichtig diese Schulungsmaßnahmen sind: „Ohne diese Programme würden die Jugendlichen hungrig durch die Straßen vagabundieren oder gar kriminell werden. Wir möchten eine Gesellschaft gestalten, in der sie lernen, sich für sich selbst zu engagieren und so ein besseres Leben zu führen. Und sich dafür nicht nur auf Zuwendungen anderer zu verlassen.“

Jimmy Sekhonyane weiß, wovon er spricht. Er hatte ursprünglich selbst als Auszubildender bei Siyafunda angefangen, wurde dann Leiter des Orange Farm Skill Centre und schließlich für das Förderprogramm Awethu Talent Identification nominiert. In dieser Unternehmerschmiede lernt er alles, was er über Finanzen, Marketing und Vertrieb wissen muss, um seinen Traum einer Schulungsakademie für seine Gemeinde zu verwirklichen. Nach sechs Monaten intensiver Vermittlung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse wird der Jungunternehmer Zugang zum großen Netzwerk von Siyafunda erhalten – und damit potenzielle Sponsoren aus Wirtschaft und Regierung für sein Vorhaben ansprechen können. Die SAP hat ihm bereits die nötige IT-Ausstattung gespendet.

„Ohne Siyafunda wäre ich heute kein Unternehmer. Dieses Programm hat mir soviel Selbstvertrauen gegeben, dass ich heute sogar ein eigenes Unternehmen gründen kann“, so Sekhonyane. Besonders wertvoll sind für ihn die Möglichkeiten, die ihm Siyafunda durch die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Verwaltung bietet. „Man muss Menschen finden, die an einen glauben und die Verwirklichung dieses Traumes unterstützen können. Und dafür braucht man Netzwerke und die richtigen Verbindungen. Denn nur so kommt man in Kontakt mit den richtigen Stellen.“

Öffentlich-private Partnerschaften wichtig

Siyafunda arbeitet auch mit Hochschuleinrichtungen wie der Universität Johannesburg zusammen. Das virtuelle Schulungsprogramm „Out of School Youth Entrepreneurial“ hilft Jungunternehmern von der Gründung bis zur Eröffnung ihres Geschäfts. Den Teilnehmern stehen Mentoren und andere Unternehmer zur Seite, gleichzeitig erhalten sie Zugang zu möglichen Geldgebern.

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Besucher des Zentrums. Obwohl 20% der Südafrikaner Zugang zum Internet haben, haben in ländlichen Gegenden nur 2% der Haushalte einen Computer. (Foto: SAP)

Susan Steinman, Dozentin an der Management-Fakultät, hält Siyafunda für einen idealen Partner, um die Hochschule in engeren Kontakt zu Gemeinden im ganzen Land zu bringen. „Für den sozialen Zusammenhalt ist unsere Präsenz in benachteiligten Gemeinden essenziell. Wir wollen unsere Universität und insbesondere unser Centre for Social Entrepreneurship and Social Economy den Menschen näher bringen,“ erläutert sie.

Die Anmeldungen für dieses Programm laufen dieses Jahr. Für die Professorin ist dies ein hervorragendes Beispiel für eine öffentlich-private Partnerschaft, die auch das Ziel der Hochschule repräsentiert: Der Gesellschaft zu dienen und diese durch Innovationen und das gemeinsame Streben nach Wissen neu zu gestalten. „Gemeinsam möchten wir die benachteiligten Gemeinden auf ganz besondere Weise unterstützen und ihnen das Know-how vor Ort bereitstellen. Wir öffnen verarmten und hilflosen Menschen bisher verschlossene Türen und bewegen damit Großes in ihrem Leben.“ Ein hehre Aufgabe, ganz im Sinne Jimmy Sekhonyanes.

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