Stassen HiFi im Internet

Feature | 9. April 2008 von Joris Spuesens 0

“Wir laden Kunden dazu ein, uns in unserem HiFi-Palazzo zu besuchen, wo sie ausgewählte Soundsysteme anhören und vergleichen können. Aufgrund jahrelanger Erfahrung wissen wir, dass der Kauf von HiFi-Equipment etwas sehr Persönliches ist”, sagt Marcel Stassen, General Manager von Stassen HiFi mit Hauptsitz in Tegelen in den Niederlanden. “Wir empfehlen unseren Besuchern deshalb, ihre eigene Lieblingsmusik mitzubringen.” Die Vorführungen sind kostenlos und unverbindlich. “Wir liefern nicht nur HiFi-Equipment, sondern erfüllen auch Audio- und Videoträume”, sagt Stassen.

Mit dem HiFi-Palazzo und einer Webseite zieht Stassen HiFi-Kunden aus der ganzen Welt an. Das Unternehmen verbindet über ein halbes Jahrhundert Erfahrung in analoger HiFi-Technik mit elektronischen Innovationen. 1962 beschloss der Gründer, Math Stassen, den “Palazzo” zu kaufen, um HiFi-Equipment zu testen, zu modifizieren und zu optimieren – und um den Verkauf zu unterstützen.

“Wir besitzen weitere Apartments in mehreren europäischen Küstenstädten. Dort haben wir Elektronik für die Heimautomatisierung installiert, die wir ‘Domotica’ nennen. Als Nebenzweig unseres Geschäfts stimmen wir HiFi-Systeme auf Wohnungen ab, in großem Maßstab auch in Konzertsälen rund um die Welt”, erläutert Math Stassen, der das Geschäft jüngst an seinen Sohn Marcel übergeben hat.

HiFi-Tests fast wie zu Hause

“Wir möchten, dass unsere Besucher Filme anschauen und Musik hören, wie wenn sie zu Hause wären. Sonst kommen sie heim und sind enttäuscht, weil die Anlage nicht so klingt wie bei uns im Laden”, sagt Stassen und erklärt damit das Palazzo-Konzept.

Wie sein Vater begrüßt Marcel seine Kunden meist persönlich mit Kaffee und Keksen. Er oder einer seiner 13 Berater simulieren den Klang, der sich theoretisch aus Architektur und Möblierung in den Wohnungen der Kunden ergibt. Sie wählen dann aus den 21 Hörräumen im HiFi-Palazzo denjenigen aus, der dazu am Besten passt. Die Kunden können dann fast wie zu Hause ihre eigene Musik hören oder ihren Lieblingsfilm anschauen. Das Ergebnis? Maßgeschneiderte akustische Beratung für spezielle Anforderungen und Wünsche.

“Die meisten Kunden sind nicht nur HiFi-Freaks. Sie sind auch überdurchschnittlich an Computern und moderner Technologie interessiert”, fügt Marcel Stassen hinzu. “Viele von ihnen haben einen Server, auf dem sie Musik und Videokollektionen sammeln und verwalten. Ich selbst bin kein Computerfreak. Aber mir ist klar, dass meine Zielgruppe sich für die digitale Zukunft entschieden hat. Meine Leidenschaft für akustische Prinzipien der alten Schule passt aber erstaunlich gut zu ihren modernen Anforderungen.” Denn: Kein Web-Shop und keine virtuelle Welt kann das reale Erfahren ersetzen – und Stassen geht davon aus, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Computerisierung und persönlicher Kontakt im Zusammenspiel

“Das Streben nach Perfektion und Servicequalität ist ein Vollzeitjob, aber heutzutage erkennen viele nicht, dass man Zeit braucht, um Qualität zu liefern”, sagt Stassen. “Als meine Eltern die Firma vor über 50 Jahren gegründet haben, konzentrierten sie sich auf persönlichen Kontakt und Beratung. Für mich gilt dieses Prinzip noch immer. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, musste ich jedoch in Software investieren, die viele manuelle Vorgänge übernehmen kann.”

Stassen HiFi wollte eine moderne Lösung für die Steuerung, Integration und Automatisierung seiner Geschäftsprozesse. “Natürlich hatten wir eine Buchhaltungssoftware. Sie war jedoch vergleichsweise primitiv. Außerdem waren wir nicht besonders glücklich mit der Zusammenarbeit mit unseren früheren IT-Partnern”, sagt Stassen. “Beispielsweise mussten wir für jedes Update zahlen und unterlagen vielen Einschränkungen. Nachdem wir 32.000 Kunden im System erfasst hatten, stellten wir beispielsweise fest, dass wir alte Daten nicht wiederherstellen konnten.”

Ein Freund, der eine Lehre bei Stassen HiFi gemacht hatte, überredete ihn dazu, sich SAP Business One anzuschauen. Luc van Alphen von Alpha One, einem SAP Gold Channel Partner in den Niederlanden, implementiert heute Lösungen für den Einzelhandel. “Wir sind schon lange befreundet”, so Stassen, “daher war ich mir sicher, dass Luc mir etwas Gutes empfehlen würde. Ich habe mich auf den Rat meines Freundes verlassen, da ich nicht über genügend eigene Erfahrung verfüge.”

POS-Übersicht auf einen Blick

Van Alphen führte nicht nur SAP Business One ein. Er überzeugte Stassen auch davon, zusätzlich auf XV-Retail POS zu bauen, eine webbasierte POS-Lösung der XV-Retail Suite von Alpha One, die sich in die SAP-Software integrieren lässt. Stassen ist von den neuen Möglichkeiten immer noch beeindruckt.

“Computer waren für mich immer ein Buch mit sieben Siegeln. Ich wünschte nur, ich hätte früher mehr über die Vorteile gewusst, die sie bringen können. Heute habe ich auf einen Blick eine Übersicht über alle Geschäftsprozesse, die für das Unternehmen relevant sind: Einkauf, Bestandskontrolle, Buchhaltung, Reparaturen und Verkauf. Alle Funktionen können über eine intuitive Oberfläche abgewickelt werden. Und das Beste: SAP Business One versetzt mich in die Lage, weiterhin so viel Zeit mit meinen Kunden zu verbringen wie früher und dennoch wettbewerbsfähig zu bleiben.”

Das Unternehmen kann nun für Kombinationen von Marken und Komponenten schnell die durchschnittlichen Gewinnspannen berechnen. Dadurch wird es einfacher, den Kunden Rabatte zu gewähren, ohne an Profitabilität einzubüßen. Stassen fügt hinzu: “Wenn wir in der Vergangenheit etwas suchten, war viel Papier nötig, bis wir es bei einem Partner oder in unserem Lager fanden. Heute rufen wir alle Informationen mit einem Klick ab.”

In Zukunft möchte Stassen den Wareneingang mit Scannern noch weiter automatisieren, um den Papieraufwand zu minimieren. Auf seiner Wunschliste steht außerdem die vollständige Integration von E-Mail, Telefonie, Kalender und Terminplanung mit der Buchhaltungssoftware. Mit SAP Business One kann Stassen auch Immobilienaktivitäten integrieren, da die Anwendung generisch und standardisiert ist. “Unser Palazzo wird bald renoviert, und das ist eine gute Gelegenheit, weitere Neuerungen einzuführen”, sagt Stassen.

Kein Preiskrieg

Zwar verwendet Marcel Stassen das Internet jetzt als Vertriebskanal, er will jedoch keinen Online-Preiskrieg anzetteln. “Wir brauchen die flexible, zukunftssichere Infrastruktur, um im Einzelhandel zu überleben”, sagt er. Mit Hilfe der webbasierten Lösung kann Stassen Rechnungen von einem beliebigen Standort aus begleichen, auch dann, wenn die Verbindungen zum Hauptsitz nicht funktionieren. XV-Retail und SAP Business One synchronisieren automatisch alle Informationen, wenn die Verbindung wiederhergestellt ist.

Stassen ist also ohne zusätzlichen manuellen Erfassungsaufwand immer auf dem aktuellen Stand.

“Nachdem wir jetzt hinsichtlich moderner webbasierter Geschäftsprozesse auf den Geschmack gekommen sind, wollen wir mehr. Deshalb habe ich eine neue Internetdomäne erworben, www.Stassen.tv, auf der wir unsere eigenen Interviews und Programme für HiFi-Freunde weltweit per Narrowcasting bereitstellen werden. YouTube, wir kommen!”

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