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SAP-Personalchef Stefan Ries spricht bei der SuccessConnect über den digitalen Wandel im Personalwesen

Feature | 21. Juni 2017 von Susan Galer 0

„Die Digitalisierung ist eine einmalige Chance für das Personalwesen, eine Schlüsselrolle im Unternehmen einzunehmen und damit das strategische Wachstum zu unterstützen.“ So brachte Stefan Ries, Personalchef und Vorstandsmitglied von SAP, bei der SuccessConnect in London die Auswirkungen von Cloud Computing auf die Leistungsfähigkeit von Organisationen auf den Punkt.

Stefan Ries, Personalchef und Mitglied des Vorstands bei SAP, sprach in seinem Vortrag bei der SuccessConnect in London über die Umgestaltung der HR-Prozesse bei SAP. Bild von SAP

„Cloud Computing ist die Gelegenheit für HR, von operativen Backend-Prozessen wie Gehaltsabrechnung und Verwaltung auf vorausschauende und Echtzeitanalysen von Daten umzusteigen und dadurch im Unternehmen etwas zu bewegen“, meinte Ries. „HR muss sich über die Vorzüge der Digitalisierung im Klaren sein und gleichzeitig muss die Geschäftsführung verstehen, dass HR nun einen ganz anderen Mehrwert beisteuern kann.“


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Vor allem für die Manager hatte Ries eine wichtige Botschaft: „HR-Prozesse müssen digitalisiert werden und Führungskräfte müssen bei der Integration von Daten aus Finanz- und Fachabteilungen und von HR-Abläufen an einem Strang ziehen. Außerdem dürfen wir bei all dem nicht vergessen, dass der Mensch im Mittelpunkt steht.“

SAP hat seine Prozesse im Personalwesen bereits umfassend digitalisiert und Ries, der in dieser Woche zu diesem Thema auf der SuccessConnect in London einen Vortrag hielt, sprach mit mir über seinen Standpunkt. SAP führte er als Beispiel an. Weitere Informationen dazu gibt es im eben veröffentlichten Whitepaper mit dem Titel „Success is Simple Human: Insights on SAP’s HR Digital Transformation“. Hier finden Sie einen Überblick über seine wichtigsten Erfahrungswerte.

Der Mensch steht immer noch an erster Stelle

Für Ries war die Digitalisierung der HR-Prozesse mithilfe von SAP SuccessFactors nur eine logische Konsequenz der Unternehmensmission.

„Wenn SAP ein Cloud-Unternehmen powered by HANA ist, ist es auch unsere Personalabteilung. Mit SuccessFactors in der Cloud setzen wir auf SAP HANA auf“, erklärte er. „Über 90 Prozent der durchgängigen personalwirtschaftlichen Abläufe, die wir unseren Kunden anbieten, setzen wir auch in unserem Unternehmen ein. Wir orientieren uns dabei immer am Abnehmer und möchten Mitarbeiter bestmöglich unterstützen. Unsere Kunden sind Bewerber, Mitarbeiter, Manager und Ehemalige.“

Daten und weiche Faktoren

Technologien wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen können den „Faktor Mensch“ nicht ersetzen. Im Gegenteil. Daten geben Aufschluss über das Verhalten und die Auswirkungen.

„Wir können künftiges individuelles und kollektives Verhalten voraussagen. Dadurch haben HR-Führungskräfte noch mehr Möglichkeiten“, erzählte Ries. „Die In-Memory-Datenbank SAP HANA liefert beispielsweise Informationen in Echtzeit und kann so Geschäftsentscheidungen unterstützen. In der Vergangenheit haben wir unsere Kollegen aus der Finanzabteilung um ihre exakten Zahlen beneidet. Nun ist auch das Personalwesen in der Lage, Entscheidungen mithilfe von Daten und menschlicher Intelligenz abzusichern. Wichtig ist nur, Big Data in tatsächliche Werte umzuwandeln.

Ständige Kommunikation

Es gibt einen Grund, warum beinahe 90 Prozent der SAP-Mitarbeiter sehr zufrieden mit der Entscheidung sind, die jährlichen Beurteilungen durch laufende Gespräche mit ihren Managern zu ersetzen. Denn ein kontinuierlicher Dialog bringt die gewünschten Ergebnisse. Das gilt auch für komfortable Online-Schulungen.

„Die aktuelle Generation der Mitarbeiter möchte auch im Beruf nicht auf das verzichten, was im Privatleben für sie selbstverständlich ist. Deshalb bieten wir ihnen die mobile Erfahrung, die sie sich wünschen, mit einer einfachen, intuitiven Benutzeroberfläche“, so Ries. „Außerdem sind sie genervt von der E-Mail-Flut und der Fülle an Informationen, die auf sie hereinprasseln. Sie möchten über die sozialen Medien und SAP Jam selbst regulieren, welche Informationen sie gerade brauchen und sich diese selbst holen.“

Über 90 Prozent der Mitarbeiter setzen SAP Jam täglich ein. Im vergangenen Jahr nutzten 1,3 Millionen die Online-Weiterbildungsmöglichkeiten, die anwenderfreundlich sind und auch auf Mobilgeräten zur Verfügung stehen.

Natürlich braucht man für grundlegende Veränderungen einen langen Atem und eine pragmatische Einstellung. „Man muss schon Geduld haben und den Leuten Zeit geben, damit sie ihre Gewohnheiten ändern können“, sagte Ries. „Außerdem sollte man sich gut überlegen, welche Schlachten man schlagen möchte. Egal, ob man sich für Pilotphasen oder für eine radikale Umstellung entscheidet – wichtig ist, dass der Ansatz zur Kultur des Unternehmens und zur Geschäftssituation passt. Wir wollten zunächst schnelle Erfolge erzielen, um Vertrauen aufzubauen, und danach erst die großen Veränderungen angehen.

Folgen Sie Susan Galer auf Twitter unter @smgaler.

Bild oben via Shutterstock.

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