Stellungnahme zum Handelsblatt-Artikel “Größtem Insiderfall auf der Spur”

Pressemitteilung | 5. Mai 1997 von SAP News 0

Walldorf/BadenEs ist der SAP AG bekannt, daß das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel aufgrund der starken Kursbewegungen nach Veröffentlichung der Zahlen zum 3. Quartal 1996 am 22. Oktober 1996 Untersuchungen wegen des Verdachts auf verbotenen Insiderhandel mit SAP-Aktien angestellt hat. Die SAP hat diese Untersuchungen von Anfang an aktiv unterstützt, indem sie alle für die Untersuchungen bedeutsamen Unterlagen zur Verfügung stellte und die Mitarbeiter benannte, die im Unternehmen Zugang zu Insider-Informationen haben. Inzwischen hat das BAWe den Vorgang an die Staatsanwaltschaft Frankfurt übergeben. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft erstrecken sich die Untersuchungen routinemäßig auf alle Mitarbeiter und Organe des Unternehmens mit Zugang zu relevanten Informationen, d. h. es finden zur Zeit keine gezielten Ermittlungen gegen bestimmte Personen statt.

Die SAP ist gerade jetzt zum 25jährigen Jubiläum auch von politisch Verantwortlichen immer wieder als Vorzeigeunternehmen bezeichnet worden. Sie ist sich bewußt, daß sie dadurch ganz besonders ins öffentliche Interesse gerückt wurde und der damit verbundenen besonderen Verantwortung um korrektes Verhalten. Sie unterstützt deshalb ganz aktiv die Untersuchungen wegen des Verdachts auf verbotenen Insider-Handel mit SAP-Aktien.

Die Unternehmensleitung und die Mitarbeiter der SAP sind sehr daran interessiert, daß die Vorwürfe so schnell wie möglich geklärt werden, um sich wieder ausschließlich der Entwicklung und dem Vertrieb der SAP-Software widmen zu können.

Es besteht bislang allerdings kein Grund, an der Zuverlässigkeit und Verschwiegenheit der SAP-Mitarbeiter, die Zugriff zu Insider-Informationen besitzen und eine Insider-Erklärung unterschrieben haben, zu zweifeln. SAP hat umgehend nach den aktuellen Presseberichten Kontakt zur Staatsanwaltschaft aufgenommen, die gegen Unbekannt ermittelt, routinemäßig also gegen alle Primär-Insider. SAP erhielt bislang keinen schriftlichen Zwischenbescheid über den Stand der Untersuchungen.

In dem im Handelsblatt veröffentlichten Bericht heißt es unter anderem, daß zur Beweissicherung Verbindungsdaten, mit denen sich telefonische Informationswege während des “kritischen Zeitraums” überprüfen lassen, beschlagnahmt worden seien. Für die SAP trifft dies nicht zu. SAP hat von Anfang an alle für die Untersuchung bedeutsamen Unterlagen zur Verfügung gestellt und legt Wert auf die Feststellung, daß weder das Bundesaufsichtsamt noch die Staatsanwaltschaft bei SAP waren. Beschlagnahmungen hat es nie gegeben bzw. sind der SAP nicht bekannt.

Herr Hopp, Vorstandsvorsitzender der SAP AG, wird auf der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch, dem 7.5.97, zu diesem Vorgang noch einmal ausführlich Stellung nehmen und deutlich machen, daß das Unternehmen für den Fall des Zutreffens von Vorwürfen selbstverständlich Konsequenzen ziehen würde.

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