Studenten werden zu Managern

Feature | 5. Dezember 2006 von admin 0

Nachdem sich die Firma in eine Bestechungsaffäre verstrickt hatte, war es außerdem die Aufgabe der Studenten, die Prozesse, Strategien und Methoden so anzupassen, dass künftige Korruptionsfälle vermieden werden. Die Ergebnisse der Fallstudie wurden in der SAP-Niederlassung Berlin und auf dem Campus der Indiana University präsentiert und von einem Expertengremium bewertet, das unter anderem mit einem Vertreter von Transparency International besetzt ist.
In der Fallstudie wurden fünf Gruppen aus je etwa zehn deutschen und amerikanischen Studenten mit einem Real-Life-Scenario aus einem an Bodenschätzen reichen Entwicklungsland konfrontiert: Als Mitarbeiter des fiktiven Bauunternehmens “Rodan International” war es zunächst ihre Aufgabe, mit Hilfe von Software-Lösungen der SAP Unternehmensweite Prozesse für die Beschaffung zu entwerfen und umzusetzen. Über Nacht erfahren die Studenten, dass ihr Einkaufschef beschuldigt wird, eine öffentliche Ausschreibung zu einem 80 Millionen Euro schweren Auftrag zur Sanierung eines Wasserkraftwerks durch Bestechung manipuliert zu haben. Mit der Verhaftung und Anklage des Einkaufschefs hat sich die bisher schon angespannte Finanzsituation des Unternehmens nochmals deutlich verschlechtert. Die Studenten sollten die Prozesse nun anpassen, um das Korruptionsrisiko zu vermindern und für die Zukunft gänzlich auszuschließen. Zudem galt es, durch eine adäquate Strategie die finanzielle Situation des Unternehmens wieder zu stabilisieren.
“Inhalte und Zusammenhänge aus dem realen Wirtschaftsleben helfen den Studenten, sich auf die Herausforderungen ihrer späteren Aufgabenbereiche vorzubereiten”, kommentiert Heino Schrader, Director University Alliances. “Durch die Integration von unternehmensethischen Aspekten in die prozessorientierten Projektaufgaben wird den Studenten deutlich, wie ein Unternehmens durch Selbstregulierung sein Geschäftsrisiko verringern und gleichzeitig einen klaren Wettbewerbsvorteil erzielen kann. Das Projekt zeigt den Studenten zudem, wie IT-Systeme Führungskräfte dabei unterstützen können, Verantwortung für die gesellschaftlichen Auswirkungen ihres unternehmerischen Handelns zu übernehmen.”
Dies ist das zweite gemeinsame Projekt der beiden Hochschulen, die 2005 das “Project 3c Learning” (3c = cross cultural cooperation) ins Leben gerufen haben. Ziel des Projekts ist es, über unternehmerische Fallbeispiele eine interkulturelle, komplexe und realitätsnahe Lernumgebung zu schaffen, die Absolventen bestmöglich auf die globale Arbeitswelt vorbereiten soll.

Lernziel internationale Projektarbeit

“Mit den Projekten geben wir unseren Studenten die Möglichkeit, in internationalen Projektteams zu arbeiten”, erklärt Robert U. Franz, Professor für ERP-Systeme an der Fachhochschule Brandenburg. “Durch die verschiedenen Zeitzonen, die Sprachbarrieren und die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe wird ein sehr realitätsnahes Szenario für alle Teammitglieder geschaffen. Die Kooperation mit SAP erlaubt unseren Studenten, mit modernsten Software-Lösungen zu arbeiten, die Daten- und Informationssilos überwinden und mit denen integrierte, transparente Geschäftsprozesse über das gesamte Unternehmen hinweg gestaltet werden können.”

Expertengremium bewertet Projektergebnisse

Die Studenten-Projektgruppen präsentierten ihre Ergebnisse vor einem Expertengremium. Dem Gremium gehören unter anderem Jermyn Brooks, Leiter für den privatwirtschaftlichen Sektor bei Transparency International; Robert U. Franz, Professor für ERP-Systeme an der Fachhochschule Brandenburg; Daniel G. Conway, Professor für betriebliche Geschäftsprozess- und Entscheidungsfindungstechnologien an der Kelley School of Business; Greg Augenstein, Vice President des Bereichs Global Risk and Compliance (GRC) bei SAP an, sowie Vertreter der Unternehmen Deere & Co., Eli Lilly & Co., Freudenberg und HOCHTIEF.
Jedes Mitglied des Expertengremiums bringt langjährige Erfahrung in den Bereichen verantwortliches unternehmerisches Handeln (Corporate Social Responsibility), transparente Unternehmensführung (Corporate Governance), Einhaltung internationaler Vorschriften und Standards (Compliance) sowie der Korruptionsbekämpfung mit. “Bei der Arbeit in den Projektgruppen merkten die Studenten schnell, dass es keine einfachen “richtig oder falsch”-Entscheidungen gab – es ging darum, Kompromisse zu schließen”, erklärt Jermyn Brooks von Transparency International, der weltweit größten, nicht-staatlichen Organisation zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption. “Ein Blick in die Tageszeitung genügt, um zu erkennen, wie nahe die Realität dem fiktiven Korruptionsfall kommt. Es ist sehr wichtig, dass künftige Führungskräfte schon während ihrer Ausbildung die verheerenden Folgen von Bestechung und Korruption kennen lernen, damit sie dieses Wissen später auf reale Geschäftssituationen anwenden können.”

SAP University Alliances Program unterstützt den Wissenstransfer

Das SAP University Alliances Programm unterstützt weltweit eine Vielzahl von Ausbildungsprojekten und versorgt knapp 700 Universitäten und berufsbildende Schulen mit einem direkten Zugriff auf SAP-Software und Arbeitsmaterialien. Jedes Jahr profitieren weltweit mehr als 130.000 Studenten von den SAP-Hochschulkooperationen. Im Fokus des Programms steht das Arbeiten mit prozessorientierter Software, um das Wissen über die in modernen Unternehmen vorherrschenden Geschäftsprozesse zu vertiefen. Studenten können so den Nutzen moderner Technologie für die Unternehmensführung und die Entscheidungsfindung erforschen, die intelligente Gestaltung von Geschäftsprozessen erproben und den Einsatz von Software in betriebswirtschaftlichen Szenarios konkret erfahren und in der Praxis anwenden. Das University-Alliances-Programm ist zentraler Teil der Corporate-Citizenship-Aktivitäten von SAP.

Quelle: SAP AG

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