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Studie zum digitalen Wandel: Spitzenunternehmen müssen umdenken

21. Juli 2016 von Susan Galer 22

Konkurriert jedes Unternehmen – auch in der B2B-Welt – mit Google und Amazon?  Erfordert der digitale Wandel neue Führungsstile und neue Strategien für die Mitarbeiterentwicklung?

Diese und andere Fragen werden in einem Ausblick auf Leaders 2020 beantwortet, eine gemeinsame Studie des Forschungsinstituts Oxford Economics und SAP Success Factors. In einem Vortrag auf der SAPPHIRE NOW + ASUG Conference in Orlando gab Karie Willyerd, Workplace Futurist bei SAP SuccessFactors, Einblick in die ersten Erkenntnisse dieser wichtigen Forschungsarbeit unter dem Titel Explore New Leadership Trends for the Digital Economy.

„Um im Rahmen unserer Studie als digitale Vorreiter zu gelten, mussten Unternehmen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Studienteilnehmer mussten zustimmen oder voll zustimmen, dass ihr Unternehmen über technologiebasierte Geschäftsprozesse verfügt und dass das Management Technologien gewinnbringend einzusetzen versteht. Zudem mussten sie bestätigen, dass die Mitarbeiterentwicklung in ihrem Unternehmen auf den digitalen Wandel ausgerichtet ist, Entscheidungen auf Basis von Daten in Echtzeit getroffen und Komplexität und Bürokratie reduziert werden.“

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Erste Ergebnisse der von SAP gesponserten Oxford-Economics-Studie zeigen, dass digitale Vorreiter einen großen Vorsprung vor anderen Unternehmen haben.

Die Ergebnisse der Studie, an der mehr als 4000 Mitarbeiter und Führungskräfte in 21 Ländern teilnahmen, entsprachen in vielen Punkten den Erwartungen. „Wir gingen davon aus, dass digitale Vorreiter über ausgereiftere Personalmanagementstrategien verfügen, zufriedenere Mitarbeiter haben, die sich über Ihre Pflichten hinaus für das Unternehmen engagieren, und höhere Umsätze und Gewinnzuwächse verzeichnen. Diese Vermutungen wurden alle bestätigt“, erklärt Willyerd.

Bessere Zusammenarbeit, starkes Wachstum, zufriedene Mitarbeiter

Zu den interessantesten Erkenntnissen der Studie gehört, dass weitaus mehr Millennials in Führungspositionen der Meinung sind, es gäbe großen Verbesserungsbedarf bei den Führungskompetenzen, als dies bei den Nicht-Millennials mit Führungsrolle der Fall ist. Die Ergebnisse lassen zudem auf einen direkten Zusammenhang zwischen schnellem und starkem Wachstum, effektiver Zusammenarbeit der Mitarbeiter und einer Vorreiterrolle in der digitalen Wirtschaft schließen. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass digitale Vorreiter starke finanzielle Ergebnisse erzielen, um 38 Prozent höher als bei anderen Unternehmen. Zudem arbeiten die Mitarbeiter in diesen Unternehmen etwa 1,5 Mal effektiver zusammen und sind um etwa 38 Prozent zufriedener. Im Zuge der Studie konnten sich jedoch nur 16 Prozent der befragten Unternehmen als digitale Vorreiter qualifizieren.

„Viele stehen auf dem Weg in die digitale Wirtschaft noch ganz am Anfang“, erklärt Willyerd. „Für die meisten Unternehmen ist eine der größten Herausforderungen, dass ihre Führungskräfte nicht ausreichend auf den digitalen Wandel vorbereitet sind. Die zur Verfügung stehenden Datenmengen sind riesig, doch sie sind nutzlos, wenn es nicht gelingt, Erkenntnisse aus ihnen zu gewinnen und in der Folge die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Mehrheit der Befragten gibt an, ihr Unternehmen sei noch nicht bereit für konstanten Wandel.“

Eine vielfältigere Zukunft

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Die Studie zeigt, dass Millennials besonderes motiviert sind, den Status quo in Frage zu stellen, um den digitalen Wandel voranzutreiben.

Befragte, deren Arbeitgeber zu den digitalen Vorreitern gehören, berichteten von größerer Vielfalt in allen Unternehmensbereichen, mit Ausnahme des Vorstands. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den verschiedenen Altersklassen.

„Während Frauen und Männer unterschiedliche Ansichten dazu hatten, inwieweit mehr Vielfalt am Arbeitsplatz gefördert wird, waren Millennials in Führungspositionen besonders skeptisch, ob es in diesem Bereich Fortschritte gibt“, so Willyerd. „Sie stehen Initiativen der Personalabteilung eher kritisch gegenüber und sind bereit, selbst anzupacken, um einen tiefgreifenden Wandel in ihrem Unternehmen herbeizuführen.“

Kleine Unternehmen sind datenfokussierter

Ein überraschendes Ergebnis der Studie ist, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) mehr datengestützte Entscheidungen treffen als größere Firmen. „Wir dachten, kleinere Unternehmen seien weniger datenorientiert als größere Firmen, aber damit lagen wir falsch“, erklärt Willyerd. „Kleinere Unternehmen machen sich am meisten Gedanken um Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen, während große Unternehmen sich hauptsächlich auf Innovation konzentrieren. Mitarbeiter kleinerer Firmen gaben zudem an, ihre Unternehmen seien weniger vielfältig.“

Vom B2B- zum B2C-Geschäft

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Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich B2B-Unternehmen im digitalen Zeitalter mit Wettbewerbern wie Google messen müssen, was das Kundenerlebnis betrifft.

Das digitale Zeitalter hat für Unternehmen aller Größen gerade erst begonnen. Doch der digitale Wandel zahlt sich bereits aus, und zwar in Form guter Geschäftsergebnisse. Führungskräfte haben erkannt, dass sie in Mitarbeiter und Kunden investieren müssen, um sich eine Vorreiterrolle in der digitalen Wirtschaft zu sichern. Für Willyerd bedeutet dies einen grundlegenden Wandel hin zum Business-to-Consumer-Geschäftsmodell – und zwar für alle Unternehmen. „In der digitalen Wirtschaft muss sich jedes Unternehmen mit den Geschäftsmodellen von Firmen wie Google oder Amazon messen, die ein umfassendes, unmittelbares Kundenerlebnis bieten. “

Die gesamte Studie wird auf der SuccessConnect 2016 veröffentlicht, die vom 29. bis 31. August in Las Vegas und vom 6. bis 8. September in Wien stattfindet. Im Anschluss werden weitere Forschungsergebnisse veröffentlicht.

Folgen Sie Susan Galer auf Twitter unter @smgaler.

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Titelfoto: SAP

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