Öl, Scheichs, Business Suite

Feature | 16. März 2010 von Christoph Zeidler 0

Diskussion um die Ölförderung mit SAP-Software (Foto: Christoph Zeidler)

SUG-MENA in Bahrain: Diskussion um die Ölförderung mit SAP-Software (Foto: Christoph Zeidler)

Die Region Nahost und Nordafrika (Middle East and North Africa, MENA), die neben den Golfstaaten Saudi-Arabien und den Maghreb umfasst , gehört nach wie vor zu den am stärksten wachsenden Märkten der Welt – trotz Finanzkrise und Kostensparmaßnahmen. Auch und gerade SAP, die auf diesem Markt einiges aufzuholen hat, profitiert davon. Die Vertriebsregion SAP MENA erzielte 2009 prozentual das höchste Umsatzwachstum aller SAP-Regionen und investiert entsprechend kräftig in Personal und Standorte.

„Davon haben wir auch als Anwendergruppe profitiert“, freut sich deren Chef Salem Al-Angari, der die Zahl seiner Mitglieder so deutlich steigern konnte. IT-Profis aus der ganzen Region von Unternehmen wie Saudi Aramco, Al-Futtaim, Aluminium Bahrein oder der neugegründeten König-Abdullah-Universität, alle sind gekommen, um sich auszutauschen, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und direkt von SAP zu erfahren, wohin die Reise weiter gehen wird.

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Treffen der SAP-Anwender aus Nahost und Nordafrika (Foto: Christoph Zeidler)

Treffen der SAP-Anwender aus Nahost und Nordafrika (Foto: Christoph Zeidler)

SAP-Roadmap

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Redaktion SAP.info im Gespräch mit der SUG-MENA

Den Anfang macht Hervé Couturier, der als Executive Vice President Technology Group die Entwicklung der BusinessObjects-Lösungen bei SAP verantwortet. Er betont erneut die Stärke der SAP in Bezug auf transaktionsbasierte Systeme und stellt klar, dass SAP an ihnen nicht rütteln werde. Die SAP Business Suite und ihre einzelnen Anwendungen seien nicht nur der Kern dessen, wofür SAP heute stünde, sie seien auch der Kern, der das Geschäft vieler Kunden in vielen Teilen der Welt am laufen halte. 40 Millionen Fässer Öl würden mit Hilfe von SAP-Software jeden Tag gefördert, verarbeitet und vertrieben, ebenso wie 32.000 Fahrzeugmotoren in Werken auf der ganzen Welt. SAP werde auf dieser Stärke und dieser Erfahrung aufbauen, um neue Technologie zum Kunden zu bringen.

„Die Welt da draußen verändert sich, die Art und Weise, wie wir miteinander arbeiten und Geschäfte machen, verändert sich“, so Couturier. „Aus Social Networks werden Enterprise Networks, aus on-premise wird on-demand und viele, die ein Handy oder Smartphone haben, möchten damit mehr tun, als nur E-Mails abzurufen und zu telefonieren.“ SAP arbeite daher hart daran, neue Lösungen zu entwickeln, die diesen Anforderungen gerecht würden. Dazu gehöre auch die Arbeit an Hauptspeicherdatenbanken (In-Memory-Computing). Die Geschwindigkeitsvorteile seien enorm, Zugriffe aus dem Hauptspeicher könnten 10.000-mal schneller erfolgen als über Festplatten/Storage.

„Dennoch ist eins ganz klar: Unabhängig davon, wie und welche SAP-Software Sie konsumieren, die Integrität der Daten in unseren Systemen bleibt dieselbe, Konsistenz und Sicherheit sind oberstes Gebot“, versicherte er den Zuhörern. Im einzelnen ruhe die Produktstrategie auf vier Säulen:

–       On-Premise: Die SAP Business Suite sei und bleibe der Kern, sie werde stetig ausgebaut und verbessert (Enhancement Packages, Verbesserungen am User Interface).

–       On-Demand: Lösungen wie SAP E-Sourcing und SAP Business ByDesign ergänzten die Suite bzw. böten ein „Suite-Erlebnis aus der Cloud“.

–       On-Device: Zugriff über mobile Geräte und mobile Lösungen, wie z.B. SAP BusinessObjects Explorer for iPhone. SAP werde leichter und schneller nutzbar, auch von unterwegs; Enterprise Networks und Kollaborationstools wie 12Sprints brächten Nutzer und Prozesse näher zusammen.

–       Orchestration: Eine einheitliche Architektur und ein integriertes Datenmodell stellten Datenintegrität und -konsistenz sicher und sorgten dafür, dass alles reibungslos zusammenlaufe.

„Wir wollen unsere Technik leichter konsumierbar machen und näher an den Menschen bringen“, fasst Couturier zusammen. Eine Nachricht, die bei den Kunden freudig, aber auch mit gewisser Zurückhaltung aufgenommen wird. Denn sie wollen es genauer wissen.

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Magazin zum anfassen: SAP SPECTRUM

Magazin zum anfassen: SAP SPECTRUM

BI und Analytics

„2009 stand ganz im Zeichen der Kostenkontrolle und darin, wie wir unsere SAP-Systeme nutzen können, um Kosten weiter zu reduzieren“, sagt Al-Angari zur Eröffnung des sogenannten Executive Exchange, zu dem sich die CIOs der Region versammeln, um SAP ihre Anliegen geschlossen vorzutragen. Doch je mehr man wachse, desto größer werde die Datenmenge und desto wichtiger sei es, genau zu wissen, was man wie daraus lesen könne. Viele Unternehmen der Region hätten SAP NetWeaver BW implementiert und erfolgreich im Einsatz und wollten nun wissen, wie es mit dieser Investition weitergehe. „Wie können wir unsere bestehenden BI-Systeme weiter verbessern und gleichzeitig von den Neuheiten des BusinessObjects-Portfolios profitieren?“ Hervé Couturier und SAP-BusinessObjects-Vertriebschef Sanjay Poonen stellen klar: Die Investitionen in BW seien sicher, Dashboards, Aufbereitungs- und Reportingtools aus dem Portfolio ließen sich problemlos darauf aufsetzen, sie funktionierten sogar mit BWs anderer Hersteller.

An dieser Stelle wird jedoch ein anderes Problem deutlich: der Mangel an qualifiziertem Personal in der Region. „Es fehlt an zertifizierten Beratern, es fehlt an Schulungen“, so Al-Angari. „Wir möchten investieren, wir möchten Teile des SAP-BusinessObjects-Portfolios einsetzen. Doch was Berater angeht, müssen wir fast immer auf Ressourcen aus anderen Teilen der Welt zugreifen.“ Das erhöhe nicht nur den Reiseaufwand und mache viele Projekte deutlich teurer, sondern verschärfe auch den Wettbewerb um die besten Köpfe. Daher die deutliche Forderung an SAP: „Wir brauchen mehr Schulungen, wir brauchen mehr Berater, wir brauchen mehr Zertifizierungen.”

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SAP University Alliances

Dem nimmt sich SAP-Regionalchef Sergio Maccotta gerne an und verspricht, für Verbesserungen zu sorgen. SAP sei erst seit kurzem selbst in der Region aktiv und habe bereits massiv investiert, werde dies aber gerade im Ausbildungsbereich weiter tun. Neben Schulungen und Zertifizierungen habe man insbesondere auch das SAP-University-Alliances-Programm in die Region gebracht, in dessen Rahmen man Universitäten mit SAP-Lizenzen und entsprechenden Curricula versorge, um Studierende so früh wie möglich an die Software heranzuführen. „Wir helfen mit, den SAP-Sachverstand der Zukunft auszubilden“, so Maccotta. Eine Initiative, die Kunden und Partner sehr begrüßen, und die auch bei Universitäten nachgefragt wird.

In seinem Vortrag geht Prof. Dr. Abdulla Al-Hawaj, Gründer und Präsident der Ahlia-Universität, der ersten privaten Hochschule Bahrains, darauf ebenfalls kurz ein. „Wir sind stolz darauf, als eine der ersten Universitäten in der Region an diesem Programm teilzunehmen, weil es uns dabei hilft, unsere Studenten besser auszubilden und ihnen wichtige Fertigkeiten mit auf den Lebensweg zu geben.“ Es gehe darum, die teilweise etwas abgehobene universitäre Ausbildung näher an die Technologie heranzuführen. „Wir dürfen nicht nur in unserem Elfenbeinturm sitzen, sondern müssen die Möglichkeiten ausschöpfen. Wir müssen die beste Technik nutzen, wir müssen sie leben, wir müssen sie fühlen“, so sein dringlicher Appell.  –  Die beste Bestätigung dafür, dass SAP mit ihrer Produktstrategie auf dem richtigen Weg ist.

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