Bankgeschäfte: Client-Server war gestern

Feature | 29. September 2010 von Christiane Stagge 0

Kontostand, Überweisung, Geldkarte aufladen: Bankgeschäfte werden mobil (Foto: Deutsche Bank AG)

Kontostand, Überweisung, Geldkarte aufladen: Bankgeschäfte sind mobil (Foto: Deutsche Bank)

Software aus dem Internet, mobile Applikationen und BI-Lösungen – auch am zweiten Tag des SAP-Kongresses für Banken in Frankfurt standen diese Themen im Mittelpunkt. Die Client-Server-Architektur ist Vergangenheit. Wie Gerald Faust, Head IBU Banking SAP in seiner Keynote sagte, lege die SAP nun ihren Schwerpunkt auf OnDemand-Lösungen aus dem Internet und mobile Software.

Geldkarte aufladen, Überweisungen vornehmen, Rechnungen bezahlen: Glaubt man den Prognosen, werden im Jahre 2014 drei Milliarden Menschen ihre Finanzgeschäfte unterwegs mit dem Smartphone oder Laptop tätigen. Künftig werden die Nutzer von mobilen Geräten bestimmen, welche Programme und Anwendungen sie wann und wo zur Verfügung haben wollen, so Faust. SAP biete mit Customer Analytics und Enterprise Risk Reporting entsprechende OnDevice-Lösungen an.

Mit dem Kauf von Sybase werden künftig noch mehr Produkte in Sachen mobile Banking hinzukommen. Von Sybase gibt es bereits  mBanking 365, mPayments 365 und mRemittance 365.

Mit mBanking sind Banken in der Lage, mobile Dienste einzuführen, so dass Kunden ihre Finanzen über das Mobiltelefon verwalten können. Per SMS oder dem mobilen Webbrowser können Bankkunden ihren Kontostand abfragen, Geld überweisen oder Rechnungen begleichen. Gleichzeitig ist mBanking ein Kommunikationskanal für Finanzinstitute, um ihre Kunden über neue Angebote und Verzinsungen zu informieren.

Am Geldautomat kann man mittlerweile nicht nur Geld abheben, sondern auch sein  Prepaid-Handy aufladen. Dahinter steckt mPayments. Die Software ermöglicht sichere Transaktionen, auch über Premium SMS und WAP Billing.

mRemittance ist die Plattform für Zahlungsabwicklungen und ermöglicht die Bereitstellung mobiler Dienste. So können Nutzer beispielsweise  Überweisungsgutscheine online kaufen oder ohne Karte Geld vom Geldautomaten abheben. mRemittance unterstützt alle Netzwerke, mobile Geräte und Währungen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Rundgang – Software fürs Bankenwesen

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Kontoübersicht auf dem Handy-Display (Foto: Deutsche Bank AG)

Kontoübersicht auf dem Smartphone-Display (Foto: Deutsche Bank)

Gerald Faust, Head IBU Banking SAP, bei seiner Keynote (Foto: Christiane Stagge)

Gerald Faust, Head IBU Banking SAP, bei seiner Keynote (Foto: Christiane Stagge)

Schon auf dem DSAG-Jahreskongress 2010 stellten die Vorstände Jim Hagemann Snabe und Gerhard Oswald neue OnDemand-Software für 2011 vor. Wie Faust betonte, eignen sich Travel OnDemand und Sourcing OnDemand auch fürs Bank- und Finanzwesen. Künftig wird die SAP-Software fürs Bankwesen mit neuen BI-Tools und Reporting- Funktionen aus dem BusinessObjects Portfolio ausgestattet sein . Weiterhin kündigte Faust an, dass der SAP Bank Analyzer die Bestimmungen aus BASEL III und die Kreditrisiko-Richtlinie IFS 9 unterstützen wird.

In einer begleitenden Fachausstellung konnten Besucher des SAP-Bankenkongresses sich zudem über Produkte und Lösungen der Partner informieren. So zeigte die Innobis AG, wie sich ERP Banking mit Banking Services 7.0 kombinieren lässt. Am Beispiel einer Rahmenkreditvereinbarung kann somit ein langfristiges Darlehen im ERP/CML mit Master Contact Management und dem Girokonto im Banking Services verbunden werden.

Für Firmenkunden entwickelte Syskoplan die elektronische Kreditvorlage e.KV. Ob Neukredit, Krediterhöhung oder Überziehung eines Kredits – die Applikation bietet eine durchgängige Informationsvorlage über den Kunden. Die Anwendung lässt sich in SAP for Banking einbinden.

Die CAS AG bietet SAP CRM-Software an, die speziell auf die Bedürfnisse fürs Bank- und Finanzwesen zugeschnitten ist. So unterstützt die Anwendung bankenspezifische Regularien wie das Geldwäschegesetz (WpHG), das Kreditwesengesetz (BaFin) und Datenschutzrichtlinien.

CAS bietet SAP CRM in Kombination mit SAP Business Partner for Financial Services (SAP BP-FS) an. Die Software unterstützt Compliance-Regeln wie Chinese Walls und Banking Secrecy Act. Sie erstellt automatisch einen Klassifizierungsvorschlag nach WpHG und erzeugt Rahmenvereinbarungen. Außerdem bietet das Programm Kreditüberwachungsvorlagen, die turnusmäßig oder anlassbezogen aufgerufen werden können. Auch Tilgungspläne und Darlehenskonditionen wie Zins und Marge lassen sich damit abbilden. Eine weitere Besonderheit: Sämtliche Stammdaten werden integriert, auch aus Nicht-SAP-Systemen.
Ob Kreditüberwachung, Ratingfälligkeiten oder turnusmäßige Kundenstrategiegespräche: Mit der Software können Banker ihre Termine automatisch generieren. Die Anbindung an Lotus Notes und Microsoft Outlook ist ebenfalls möglich.

Parallel zur den Fachvorträgen: Die Ausstellung der Partner (Foto: Christiane Stagge)

Parallel zu den Fachvorträgen: Ausstellungen der Partner (Foto: Christiane Stagge)

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