Analyse: Warum SAP Sybase kauft

Feature | 14. Mai 2010 von Benjamin Blaume 0

Mit dem Kauf von Sybase setzt SAP auf eine mobile Zukunft (Foto: SAP AG)

Mit dem Kauf von Sybase setzt SAP auf eine mobile Zukunft (Foto: SAP AG)

Den Hauptgrund für den geplanten Kauf von Sybase sehen Analysten nicht in den Datenbank-Technologien, mit denen das US-Unternehmen immerhin 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet, sondern in den Mobil-Lösungen. Dank dieser lassen sich Unternehmensdaten auf sämtlichen Smartphones anzeigen und bearbeiten. SAP und Sybase kooperieren bereits seit längerem im Mobil-Bereich: So lässt sich seit kurzem die mächtige SAP Business Suite über das iPhone bedienen. Vor einem Jahr zeigte Sybase auf der CRM-Expo Mobil-Lösungen für BlackBerry und iPhone.

Im Mobil-Bereich gehört Sybase laut Gartner zu den führenden Anbietern. Die Middleware-Lösungen erlauben den Zugriff auf Firmendaten per Smartphone und unterstützen alle gängigen Betriebssysteme wie iPhone-OS, Windows Mobile, Android und BlackBerry-OS. SAP hat derzeit keine Pläne, die Sybase-Technologien in die NetWeaver-Plattform zu integrieren. Vielmehr werden die Produkte wie bisher über den SAP Mobile Gateway angebunden.

Auch im Datenbank-Bereich verspricht sich SAP Vorteile durch die Übernahme. So setzt Sybase, ähnlich wie SAP, auf In-Memory-Technologien, bei denen die Datenbank im Arbeitsspeicher vorgehalten wird. Dadurch lassen sich Anfragen stark beschleunigen. Laut  Hasso Plattner, Mitgründer und Aufsichtsratchef von SAP, gehört der In-Memory-Technologie die Zukunft. Vor allem er forciert derzeit die Entwicklung.

Auch nach der Akquisition soll Sybase als eigenständige Einheit im SAP-Konzern unter dem Titel „Sybase, an SAP Company“ weitergeführt werden. Dem Sybase-CEO John Chen werde ein Sitz im SAP-Vorstand angeboten. Sybase wurde 1984 unter dem Namen Systemware gegründet. 2007 war das erste Jahr, in dem die US-Firma eine Milliarde Dollar Umsatz ausweisen konnte. 2009 erwirtschaftet Sybase knapp 1,2 Milliarden.

Mit dem Gesamtvolumen von 5,8 Milliarden Dollar ist die Sybase-Übernahme der zweitgrößte Zukauf der  SAP-Geschichte. Nur die Akquisition von Business Objects 2007 war mit 6,8 Milliarden Dollar teurer. Laut dem Finanzdienstleister Thomson Reuters hat SAP in den letzten 17 Jahren insgesamt 13, 4 Milliarden Dollar in Übernahmen investiert.

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1 comment

  1. Kubaya

    Mobile Lösung der Zunkunft.

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