1 Watt Leistung – 0,3 Watt Kühlung

Feature | 7. Oktober 2009 von Benjamin Blaume 0

Weniger Kühlung: Intel und T-Systems mit DataCenter 2020 (Foto: Benjamin Blaume)

Weniger Kühlung: Intel und T-Systems mit DataCenter 2020

Im Testlabor kann das zwanzig Forscher umfassende Team, das jeweils zur Hälfte aus Mitarbeitern von T-Systems und Intel besteht, alle relevanten Parameter des Serverbetriebs messen und steuern. So sind unter anderem Raumtemperatur, Raumvolumen, Deckenhöhe, Stromversorgung (Wechsel- oder Gleichstrom), Luftfeuchtigkeit und Kühlungsvariante variabel einstellbar. Die acht Server-Racks sind zum Teststart noch mit 180 Xeon-Bladeservern der Generation 2004/2005 bestückt, die in vielen Bestandsrechenzentren im Einsatz sind. Nachdem die ersten Testreihen abgeschlossen sein werden, kommt Intels aktuelles Xeon-Modell der Baureihe 5.500 zum Zug.

Das Ziel des neuen Forschungsrechenzentrums im Münchener Norden ist es, die optimalen Begleitumstände für den Serverbetrieb in Rechenzentren herauszufinden. Dadurch sollen die immensen Kosten für Strom und Kühlung, die in aktuellen Zentren fasst genauso viel Energie verschlingen wie die Server an sich, verringert werden. Das Ziel: Ein PUE-Wert (Power Usage Effectivness) von 1,3. Das heißt, dass für jedes Watt Strom, das im Rechnerbetrieb verbraucht wird, nur 0,3 Watt für Kühlung und restliche Stromversorgung benötigt werden.

Lesen Sie auf Seite 2: Baukosten in Millionenhöhe – Ergebnisse frei verfügbar

Wasserkühlung für Serverracks von Intel und T-Systems

Wasserkühlung für Serverracks von Intel und T-Systems (Foto: Benjamin Blaume)

Wasserkühlung für Serverraum im Keller des DataCenter 2020

Wasserkühlung für Serverraum im Keller des DataCenter 2020 (Foto: Benjamin Blaume)

Baukosten in Millionenhöhe – Ergebnisse frei verfügbar

Das spart nicht nur Kosten, sondern hilft zudem den CO2-Verbrauch zu senken. Derzeit erzeugt die IT-Branche rund zwei Prozent des weltweiten CO2-Austoßes und damit genauso viel wie die Luftfahrt. „Dieses Projekt ist das erste und einzige weltweit, das sich dem Thema Energieeffizienz im Rechenzentrum umfassend widmet“, sagt Olaf Heyden, Geschäftsführer T-Systems und Leiter ICT Operations.

Christian Morales, Vice President der Intel Sales and Marketing Group und General Manager EMEA, sieht die Energieeffizienz der IT als eines der Schlüsselthemen der Zukunft. Durch neue Technologien werden immer mehr Produkte auf das Internet zugreifen, das werde zu immer größeren Rechenzentren führen. “Durch die enge Zusammenarbeit erfährt Intel schneller und umfassender von Kundenbedürfnissen und kann seine Halbleiter-Entwicklung entsprechend ausrichten“, erklärt Morales Intels Interessen am Testrechenzentrum. „Außerdem setzen wir die gewonnenen Erkenntnisse für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb eines ‚Rechenzentrums der Zukunft’ in den eigenen Rechenzentren um.“

Die Baukosten für das Forschungs-Rechenzentrum liegen laut Olaf Heyden im einstelligen Millionenbereich. Um öffentliche Fördermittel habe man sich nicht bemüht. Der Startschuss für das Projekt fiel auf der CeBIT 2008.

Manuel Mair, Projektleiter T-Systems für das DataCenter 2020, schätzt, dass die ersten Erkenntnisse in rund sechs Monaten in die bestehenden Rechenzentren einfließen können. Die Ergebnisse wollen Intel und T-Systems nicht unter Verschluss halten, sondern zeitnah auf der Webseite des Projekts frei zugänglich machen.

Tags: , ,

Leave a Reply