IT-Business-Trends 2011

Feature | 30. Dezember 2010 von Frank Völkel 0

IT 2011: 3D-Displays, Cloud, Augmented Reality, Smart Grids, Social Media (Grafik: fotolia)

Wachstum bei Tablet-PCs, Clouds, Augmented Reality, SaaS und 3D-Displays (Grafik: fotolia)

Wer hätte das gedacht: Neben dem VW Käfer und der Sony Playstation gehört das Apple iPad mittlerweile zu den erfolgreichsten Produkteinführungen in der Wirtschaftsgeschichte. Immerhin sind knapp 500.000 iPads in Deutschland verkauft worden, in den USA spricht man optimistisch von 10 Millionen Tablet-PCs (Notizblock-Computer), die 2010 über den Ladentisch gingen.

Den Tablets wird eine Verbreitung von 1 Million Stück in Deutschland für 2011 vorausgesagt, wobei das iPad das Maß aller Dinge trotz dem Markteintritt von Mitbewerbern wie Samsung Galaxy und RIM BlackBerry Playbook bleiben wird – siehe auch Artikel Top 10 Business-Apps fürs iPad.

Trend 1: Smartphones und Tablets verdrängen PCs

Und es geht weiter: Mehr als ein Drittel des PC-Marktes traditioneller Ausrichtung soll in den nächsten Jahren von Tablet-Geräten beansprucht werden, dabei jeder dritte neue PC ein Tablet-Rechner sein. Das prognostizieren Analysten von Goldman Sachs. Geht es nach den Auffassungen des Mobile-Vermarkters Smaato, werden schon 2013 mehr Smartphones den Zugang ins Internet ermöglichen als die dazu zur Verfügung stehenden konventionellen PCs.

Für die im Jahre 2011 verkauften mobilen Geräte werden 85 Prozent über einen Internet-Browser verfügen. Insgesamt werden für ganz Europa im nächsten Jahr 82 Millionen mobile Internet-Nutzer prognostiziert. Nach wie vor verteilen sich die Marktanteile der mobilen Betriebssysteme auf 37% Symbian (Nokia), 25% Android, 17% iOS (Apple), 15% RIM (BlackBerry) und 6% auf die übrigen Hersteller.

Abstinenz von Intel und Microsoft

Auffällig am neuen Tablet-Markt ist die Beinahe-Abstinenz der beiden großen Firmen Intel und Microsoft, die im traditionellen PC-Segment (Netbooks, Notebooks, Dekstop-PCS) ihre Prozessoren und Betriebssysteme seit knapp 20 Jahren erfolgreich verkaufen. Marktforscher Gartner geht davon aus, dass Smartphones wie das iPhone und Tablet-PCs wie das iPad langfristig dem Schreibtisch-PC mit seinem virtuellen Desktop Konkurrenz machen – siehe Artikel Citrix Receiver 1.1 – virtueller Desktop.

Mobiles Internet: Standortbezogene Dienste

Rückblickend hat das mobile Internet fast 12 Jahre gebraucht, um sich in der Masse durchzusetzen. Am Anfang stand der BlackBerry als Email-Maschine für unterwegs, mit dem auch heute noch kein so angenehmes Surfen wie mit dem iPhone möglich ist. Mit Apple sind ganze Ökosysteme samt Apps und Funktionen entstanden.

Mobiles Internet wird immer wichtiger, zumal die standortbezogenen Dienste (Location-based Services, LBS) stark im Kommen sind. Die dazu notwendigen Technologien wie GSM/EDGE/HSPA/HSPA+ wurden kontinuierlich ausgebaut und befinden sich in Schweden, Norwegen und Teilen Deutschlands sowie Österreichs in Form des Mobilfunkstandards LTE in der derzeit aktuellen Ausbaustufe.

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Tablet-PCs und Smartphones verdrängen Desktops und Notebooks (Foto: Frank Völkel)

Tablet-PCs und Smartphones verdrängen Desktops und Notebooks (Foto: Frank Völkel)

Trend 2: 3D-Bilder und 3D-Videos

Beispielhaft: 3D-Bilder mit räumlichen Tiefeneindruck (Foto: Frank Völkel)

Beispielhaft: 3D-Bild mit räumlichem Tiefeneindruck (Foto: Frank Völkel)

Noch steht der Markt für dreidimensionale Bilddarstellung vor dem eigentlichen Durchbruch. Den Anfang machte der erfolgreiche Kinofilm Avatar, der digital in stereoskopischem 3D gedreht wurde. Die Stereoskopie – oftmals als 3D-Darstellung bei Displays bezeichnet – ist die Wiedergabe von Bildern mit einem räumlichen Eindruck von Tiefe, der durch verschiedene Techniken erzeugt werden kann.

Im Fokus stehen im mobilen Bereich Smartphones, die ein räumliches Bild über den Touchscreen bieten und spätestens 2012 am Markt zu erwarten sind. Marktforscher von In-Stat gehen davon aus, dass 2014 weltweit rund 60 Millionen Geräte mit 3D-Display verkauft werden.

Die dreidimensionale Wahrnehmung elektronischer Bilder setzt zwei aus leicht unterschiedlichen Winkeln aufgenommene Teilbilder voraus, die nachahmen, wie Menschen in natürlicher Umgebung sehen.

Die gfu (Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik) rechnet mit einer Fülle neuer 3D-tauglicher Produkte. So waren 2010 Fotokameras wie beispielsweise die Fuji FinePix Real 3D W3 zu sehen, die Bilder und Videos in echtem 3D aufnehmen und auch wiedergeben. Im Consumer-Bereich erscheint 2011 die Spielekonsole Nintendo 3DS, die ohne spezielle Brille ein Stereobild anzeigt.

Derartige Entwicklungen sind bei hochauflösenden Displays (Full HD) mit Bildschirmdiagonalen ab 22 Zoll zu erwarten. Denn der Einsatz von 3D-Bildern und 3D-Videos ist aus heutiger Sicht nahezu unbegrenzt: In der Medizintechnik, der Architektur, im Maschinen- und Fahrzeugbau um nur einige Bereiche zu nennen.

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Trend 3: Social Media wird mobil

StreamWorkBis vor kurzem wurden Facebook & Co von den meisten Unternehmen nur als Teenager-Unterhaltung belächelt – und liegen heute voll im Trend. Inzwischen haben große Firmen Social Media als PR- und Marketinginstrument entdeckt. 75% aller DAX-Unternehmen haben einen eigenen Twitter-Kanal, kleinere Firmen des Mittelstands folgen diesem Kurs. Insgesamt gibt es 500 Millionen Facebook-Nutzer weltweit.

Unter dem Begriff Social Media gibt es eine ganze Reihe sozialer Netzwerke und Kommunikationsdienste, die als Plattformen für den Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen genutzt werden. Dazu zählen Xing, Facebook, Twitter, Youtube, StudiVZ, SchülerVZ, MySpace, LinkedIn und Lokalisten. Es geht hauptsächlich darum, dass man Kontakte bestätigt (Xing), möglichst viele Follower (Twitter) bekommt oder gemocht wird (Facebook).

Will ein Unternehmen auch künftig Erfolg haben, muss es sich im Internet aktiv mit Kunden auseinandersetzen. Facebook und Twitter bieten beispielsweise eine Plattform zur Kommunikation, um den Konsumenten an Neuentwicklungen und Gestaltungsprozessen zu beteiligen.

Firmen, die sich auf Social Media einlassen, werden mitunter feststellen, dass so genannte Communities eine Eigendynamik entwickeln. Ganz im Gegensatz zu Kundenzeitschriften und Mitarbeitermagazinen, die keine Möglichkeit eines Rückkanals bieten: Interessierte Leser oder auch Mitarbeiter geben Kommentare zu Veröffentlichungen ab, die sowohl positiv als auch negativ aus der Sicht des Unternehmens sein können. Das betrifft vor allem Firmeninternas zu Produkten und Strategien, die keinesfalls über Social Media nach außen dringen dürfen.

Ein zentrales Thema ist jedoch bei vielen Verantwortlichen in Unternehmen: Wie lässt sich die gesteigerte Aufmerksamkeit durch Social Media in neue Aufträge und letztendlich messbaren Umsatz verwandeln? Ob Facebook- und Twitter-Aktivitäten zu Kundenaufträgen geführt haben, kann derzeit noch niemand nachweisen.

Die Marktforscher gehen davon aus, das sich Social Media in den kommenden 5 Jahren verstärkt auf mobile Geräte konzentrieren wird. Dazu gehören die Smartphones mit ihren unterschiedlichen Plattformen und auch die Tablet-PCs.

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Trend 4: Apps ersetzen Software

Best_iPad_AppsDie Smartphones haben es vorgemacht, jetzt sind die Tablet-PCs dran: Während auf konventionellen PCs und Notebooks noch mächtige Software-Pakete installiert sind, die mehrere Gigabyte an Speicherplatz belegen, benötigt das Gros der Apps nur wenige Megabyte. Dabei ist das Angebot an den kleinen Progrämmchen mittlerweile unüberschaubar.

Es gibt kostenlose und kostenpflichtige Apps zum Download, Anwendungen für Office und Produktivität, Tools für virtuelle Desktops, Voice-over-IP-Anwendungen, standortbezogene Dienste oder Zugriffe auf komplexe ERP-Software großer Unternehmen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Tablet-PCs und Smartphones werden in naher Zukunft mit den neuesten Web-Erweiterungen wie HTML5, CSS3 und mobile AJAX kompatibel sein, so dass sämtlicher Inhalt auf allen Geräten optimal dargestellt wird. Damit stellt sich dann auch gleich die Frage, wie weit die Entwicklung bei Apps geht, die ständig an sich verändernde Bedingungen wie Auflösung und Betriebssystem-Unterstützung angepasst werden müssen.

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Trend 5: Cloud Computing / Virtualisierung

Laut dem Marktforscher Gartner beläuft sich der Gesamtumsatz mit Miet-Software (SaaS) im Jahre 2010 auf 9,2 Milliarden US-Dollar, das sind 15,7 Prozent mehr als 2009 (7,9 Milliarden US-Dollar). Im Bereich Enterprise-Software für Firmen spielt SaaS demnach eine immer größere Rolle. Eine ganze Reihe von Unternehmen wird in naher Zukunft beispielsweise auf Infrastrukturen für Email, Backup und Security verzichten, da durch die Anmietung Kosten gespart werden können.

Schon heute werden gemäß Gartner die Anwendungen für Kommunikation, Zusammenarbeit (Kollaboration) und Content-Management (CMS) gemietet. Dabei gibt es einen engen Zusammenhang zwischen SaaS und so genannten Cloud-Diensten, die 75 Prozent der Umsätze ausmachen. Gartner geht davon aus, das der Anteil im Jahr 2014 bei über 90 Prozent liegen wird, da das Mietmodell „Software as a Service“ sich ständig weiterentwickelt und zunehmend mit den Modellen von Clouddiensten zusammenfalle.

Demzufolge werden die Einführungen von Miet-Software in Unternehmen von der Größe her eher zunehmen. Unternehmen versorgen nicht mehr nur mehrere Hundert, sondern zehntausend Mitarbeiter auf einen Schlag mit einer extern gehosteten Software. Außerdem kaufen immer mehr Unternehmen bestimmte Mietsoftware ein, ohne die interne IT-Abteilung an jedem Entscheidungsprozess zu beteiligen.

Auch ist zu beobachten, dass Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter immer häufiger in Mietsoftware eingebunden sind.

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Trend 6: Augmented Reality

Augmented Reality auf dem iPhone mit acrossair-Browser (Foto: Apple)

Augmented Reality auf dem iPhone mit acrossair-Browser (Foto: Apple)

Im Jahre 2010 haben sich Anwendungen für Augmented Reality (AR) im Markt etabliert. Die meisten dieser Applikationen werden als Apps für Smartphones und Tablet-PCs angeboten. Mit Hilfe von AR lassen sich zusätzliche Informationen an bestimmten Standorten auf dem Display einblenden, indem durch die Kamera eines Smartphones ein Bild erzeugt wird. Orte wie Kneipen, Restaurants, Banken oder Geschäfte zeigt das Display innerhalb der nahen Umgebung.

Augmented Reality kann auf den einzelnen Nutzer eines Smartphones, an die Tageszeit und den entsprechenden Ort angepasst werden, so dass ganz unterschiedliche “Zusatz-Informationen” zur Verfügung stehen.

Neben der Einblendung von Informationen zu Orten (ortsbasierende Dienste, Location-based Services, LBS) lassen sich auch virtuelle Gegenstände wie Visitenkarten oder Werbebanner anzeigen.

In naher Zukunft  wird es Erweiterungen von Betriebssystemoberflächen geben, indem Programmfenster und Icons als virtuelle Geräte im realen Raum dargestellt und durch Blicke oder Zeigen mit dem Finger bedient werden.

Für Smartphones wie das iPhone gibt es beispielsweise den AR-Browser von Layar und acrossair.

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Trend 7: Echtzeit-Analyse von Daten

SAP HANA: Datenauswertung in Echtzeit

SAP HANA: Datenauswertung in Echtzeit

Fast alle Unternehmen – unabhängig von der jeweiligen Branche – kämpfen heute gegen die unaufhaltsame Datenflut: Die zu verwaltenden Datenvolumina werden immer größer, was operative und analytische Anwendungen angeht. Hinzu gesellt sich die Situation, dass Berichte aus ERP- und CRM-Daten mit einem mehr oder weniger großen Zeitaufwand erstellt werden.

Dabei sind die Daten mindestens 2 Stunden alt, so dass kaum von einem Echtzeit-Bezug die Rede sein kann. Unter dem Strich entstehen recht hohe Kosten (TCO = Total Cost of Ownership) durch die unterschiedlichen Interfaces und Software-Anwendungen.

Durch den direkten Zugriff auf Daten im Arbeitsspeicher (In-Memory-Computing) lassen sich historische Kennzahlen und Trendindikatoren mit aktuellen Datenquellen für eine vorausschauende Analyse kombinieren. Im Ergebnis sind plötzliche Veränderungen sofort sichtbar, die so mit der alten Technik gar nicht festzustellen ist. Bei Business-Intelligence-Anwendungen kommen so genannte OLAP-Würfel (Online Analytical Processing) zum Einsatz, die eine mehrdimensionale Sichtweise auf existierende Datenbestände erlauben.

Im Grunde geht es darum, die Funktionalitäten von relationalen Datenbanken und OLAP-Würfeln direkt in den Arbeitsspeicher eines Servers zu laden. Im Ergebnis können beispielsweise Vertriebsleute per Smartphone auf den Datensatz zugreifen und in Echtzeit nach Kriterien wie Produkt, Umsatz usw. auswählen und die Abfragen auch verändern.

Lesen Sie weiter: Intelligente Stromnetze / Elektroautos

Trend 8: Intelligente Stromnetze für E-Mobility

Die Elektroauto-Zukunft erfordert intelligente Stromnetze (Foto: Frank Völkel)

Die Elektroauto-Zukunft erfordert intelligente Stromnetze (Foto: Frank Völkel)

Intelligente Stromnetze sind ein Forschungsfeld, für deren Umsetzung eine leistungsfähige IT-Infrastruktur einschließlich Software und Anwendungen notwendig ist. Die Integration von Informationstechnik in Systeme zur Erzeugung, Verteilung und Verbrauch von Elektroenergie verspricht eine hohe Effizienz bei der Energienutzung.

Der Einsatz von IT ist für die Elektromobilität und die Verkehrstelematik entscheidend, um eine dezentrale Versorgung von Elektrofahrzeugen, eine bessere Koordination des Verkehrs und eine höhere Sicherheit zu erreichen.

Elektroautos gehört die Zukunft, denn sie werden herkömmliche Autos mit Verbrennungsmotoren mittelfristig und schrittweise ablösen. Entscheidend ist dabei, den Weg in ein neues Stromzeitalter einzuleiten, in der Energie-Infrastruktur (Stromnetz samt Ladetechnik) und Elektroauto miteinander vernetzt sind. Denn im so genannten Smart Grid kann das Elektroauto als massiver Energiespeicher genutzt und neue Vergütungsmodelle für die Bereitstellung des Strom angewendet werden.

Somit steht und fällt die Elektromobilität mit den in der Akku-Forschung erzielten Ergebnissen, was die Energiedichte und die Speicherkapazität anbelangen. Auch hängt der Erfolg der Elektromobilität maßgeblich davon ab, ob der Übergang ins intelligente Netz unter Einbeziehung von erneuerbaren Energien – wie beispielsweise Photovoltaik und Windkraft – und leistungsstarken Energiespeichern rechtzeitig geschafft wird.

Lesen Sie weiter: Server und Energieeffizienz

Trend 9: Server und Energieeffizienz

Fujitsu PRIMERGY BX900 server (photo: Fujitsu)

Fujitsu PRIMERGY BX900 server (photo: Fujitsu)

Bei Servern rückt im Hardware-Bereich das Micro-Server-Segment stärker in den Fokus, indem eine höhere Integration der Prozessoren die Ausbeute an Performance pro Watt Leistungsaufnahme und Fläche verbessert. Hinzu kommt ein optimiertes Lastmanagement der modernen Mehrkern-Prozessoren, die bei Null-Last nahezu keinen Stromverbrauch mehr aufweisen.

Laut Gartner sind Unix-Server nach wie vor auf dem Rückzug, während bei x86-basierten Systemen das dritte Quartal 2010 den Herstellern Zuwächse verschaffte. Auf dem weltweiten Servermarkt wurden nach Schätzungen der Marktforscher von Gartner im Q3/2010 mindestens 12,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das sind immerhin 15,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Hewlett-Packard hat mit 3,94 Milliarden US-Dollar im Q3/2010 unter allen Herstellern den meisten Umsatz mit Servern erzielt. Das Unternehmen verzeichnet einen Marktanteil von 32,1 Prozent, während der zweitplatzierte Konkurrent IBM auf 3,71 Milliarden US-Dollar und 30,2 Prozent und der Drittplatzierte Dell auf 1,79 Milliarden US-Dollar und 14,6 Prozent Marktanteil kam.

Die Zeiten, als Rechenzentren noch mit großen Raumkapazitäten und einem Zeithorizont von bis zu 15 Jahren geplant wurden, sind spätestens seit dem Anstieg der Energiepreise und der Wirtschaftsflaute vorüber. Heute geht es hauptsächlich um energieeffiziente Rechenzentren, die auf kleinstem Raum eine möglichst hohe Rechenperformance bieten können.

Unter dem energetischen Aspekt entfällt nur etwa die Hälfte des Energieverbrauchs auf die eigentlichen Server. Den übrigen Anteil verbrauchen die zusätzlich benötigte Klimatisierung, unterbrechungsfreie Stromversorgung und Infrastruktur – siehe auch Artikel 1 Watt Leistung – 0,3 Watt Kühlung.

Deshalb sind eine detaillierte Erfassung der Temperaturverteilung und deren Visualisierung von Vorteil. Somit können thermische Hot-Spots identifiziert und über spezielle Maßnahmen beseitigt werden. Die Temperaturverteilung im Rechenzentrum kann beispielsweise über die Regelung des Luftvolumenstroms optimiert werden: Unnötig niedrige Temperaturen und gefährlich hohe Temperaturen werden vermieden. Damit werden Kosten gespart und die Ausfallzeit/Verfügbarkeit verbessert.

Somit ist es nicht verwunderlich, dass es bei den Formfaktoren eine Veränderung im dritten Quartal gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 gab – der Trend geht verstärkt zu Rack-optimierten Systemen, bei denen der Verkauf nach Stückzahl um 23,7 Prozent und der Erlös um 31,2 Prozent zulegte. Bei den ebenfalls im Trend liegenden Bladeservern stieg die verkaufte Stückzahl im gleichen Zeitraum um sieben Prozent, der Erlös um 26 Prozent.

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