Tag der Forschung

Feature | 10. Februar 2009 von admin 0

Von links nach rechts: Dr. Lutz Heuser, Dr. Peter Kürpick, Andreas Storm, Prof. Wolfgang Wahlster, Dr. Wolfram Jost (Foto: SAP AG)

Mit einem Festakt in Darmstadt hat der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Andreas Storm, am Donnerstag, 5. Februar, die „Allianz Digitaler Warenfluss“ (ADiWa) eingeleitet.

Das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt möchte die Digitalisierung von Warenflüssen vorantreiben, um durch eine umfassende Datenerfassung und -auswertung alle Vorteile des zukünftigen „Internets der Dinge“ für Unternehmen und Endverbraucher nutzbar zu machen. Neben der SAP AG, die das Projekt koordiniert, sind als Hauptpartner das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Fraunhofer-Gesellschaft, die IDS Scheer AG, die Software AG sowie die Technische Universität Darmstadt und die Technische Universität Dresden beteiligt.

„Datenautobahnen sind die Transportwege der Zukunft. Wir wollen Spitzenreiter werden im Bereich IT und wir wollen das durch die Gestaltung des Internets der Zukunft“, erklärte Henning Kagermann, SAP-Vorstandssprecher, und unterstrich damit den hohen Anspruch der „Allianz Digitaler Warenfluss“.

Mit einer Fördersumme von 17,7 Millionen Euro seitens des BMBF sowie 10,4 Millionen Euro seitens der Partner im Zeitraum von drei Jahren macht das Vorhaben ADiWa deutlich, dass Deutschland auch in Zeiten der Wirtschaftskrise weiter in zukunftsweisende Forschung investiert, um die technologische Spitzenstellung Deutschlands zu erhalten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken.

Das Projekt ist Teil der „Hightech-Strategie“, mit der die Bundesregierung Deutschland zu einer der forschungsfreudigsten Nationen machen möchte. Insgesamt investiert die Bundesregierung mit den drei Verbundprojekten SemProM, Aletheia und ADiWa rund 45 Millionen Euro in das Thema „Internet der Dinge“.

Internet der Dinge

Von links nach rechts: Andreas Storm, Prof. Dr. Dieter Rombach, Prof. Wolfgang Wahlster, Dr. Wolfram Jost, Dr. Peter Kürpick, Prof. Dr. Henning Kagermann (Foto: SAP AG)


Das Internet der Dinge ist ein vernetztes System, in dem physische Objekten miteinander kommunizieren, beispielsweise durch RFID, also kleinen Funk-Etiketten, die auf Verpackungen angebracht werden und somit ausgelesen und beschrieben werden können. Produkte und Waren führen dabei alle wichtigen Daten wie Herkunft, Alter und Verfallsdatum mit sich und können sie ihrer Umgebung zur Verfügung stellen. Entsprechend können so wichtige Informationen, die den Warenfluss möglicherweise behindern oder verlangsamen, zum Teil von der Steuerungssoftware selbst frühzeitig erkannt und behoben werden.

Experten gehen davon aus, dass diese Technologie den Alltag verändern wird. Eine Vision ist der Tiefkühlspinat, der meckern kann, weil er zu warm gelagert wird, erklärte Wolfgang Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz beim Festakt in Darmstadt. Oder ein Päckchen, das im Postamt sagt: „Ich bin ein Eilauftrag und liege hier schon seit sechs Stunden rum“, so Wahlster. Die Technik dafür sei schon vorhanden, einzig die Kosten sind für den Alltagsgebrauch noch zu hoch.

„Unsere Stärken liegen im Bereich der Waren, der Güter und der Produktion. Mit dem Internet der Dinge hat Deutschland die Chance, eine führende Rolle bei der Gestaltung des Internets der Zukunft und seiner Anwendungen einzunehmen“, unterstrich Andreas Storm bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung durch die Projektpartner. Und ergänzte: „Nur durch die Digitalisierung des Warenflusses, also durch die Verbindung von realem Warenfluss und digitalen Datenströmen, können wir diesen Herausforderungen erfolgreich begegnen.“

Ziel des Forschungsprojektes ADiWa sei es deshalb, Technologien für Unternehmensanwendungen zu erforschen, die komplexe und dynamische Geschäftsprozesse über das Internet der Dinge planen, steuern und ausführen.

Das Forschungsprojekt bringt hierfür die drei Softwarehäuser SAP, IDS Scheer und Software AG mit Forschungspartnern aus der Wissenschaft wie die Fraunhofer-Gesellschaft, das DFKI, die TU Darmstadt und TU Dresden zusammen. Um die Nähe zu ihren späteren Endanwendern und eine praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse zu wahren, werden namhafte Industrieunternehmen wie ABB, DB Schenker und Globus in die Gestaltung und Bewertung der Anwendungen mit in das Projekt einbezogen.

Kleine und mittelständische Unternehmen wie die B2M Software AG, die Sopera GmbH und die ubigrate GmbH erweitern das Projekt zudem mit Speziallösungen.

ADiWa selbst ergänzt den Forschungsverbund „Digitales Produktgedächtnis“, bislang bestehend aus den Projekten Aletheia (Semantische Föderation von Produktinformationen) und SemProM (Semantisches Produktgedächtnis) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

ADiWa baut auf diesen beiden Vorläuferprojekten auf bzw. integriert diese. Während SeMProm und Aletheia vor allem auf Fragen im Produktkontext ausgerichtet waren („Produkte führen Tagebuch; ganzheitliche Sicht auf produktbezogenes Wissen“), werden diese Ergebnisse mit ADiWa jetzt herangezogen, um ihr Potential für die Optmierung von Geschäftsprozessen zu erforschen.

Das Projekt ist zudem Teil der formulierten „Hightech-Strategie“ der Bundesregierung, die helfen soll Deutschland zu einer der forschungsfreudigsten Nationen der Welt zu machen. Bis Ende 2009 werden hierbei zur Stärkung von Forschung und Innovationskraft rund 15 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt, um das, wie Storm es formulierte, „rohstoffarme Hochlohnland“ Deutschland für die Technologien der Zukunft zu rüsten.

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