TechEd 2011: HANA zum Ausprobieren

15. September 2011 von Perry Manross 0

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SAP-Technikvorstand Vishal Sikka erklärt, wohin die Reise geht (Foto: SAP)

Vor einiger Zeit stand die SAP vor einem Dilemma: Sollte man große Systeme wie die SAP Business Suite weiterentwickeln oder neue, bahnbrechende Trends verfolgen? Vor zwei Jahren fand man ein passendes Konzept, das beides ermöglicht und gleichzeitig Kontinuität für die SAP-Kunden gewährleistet. SAP HANA ist eines der Produkte, mit dem sich diese Zweigleisigkeit realisieren lässt. Auf der Plattform können Transaktionen und Analysen in einem System verarbeitet werden – rasend schnell und zu einem relativ niedrigen Preis.

Mit dieser per Video übermittelten Botschaft richtete SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratsvorsitzender Hasso Plattner sein Wort an die SAP-TechEd-Teilnehmer. Nach und nach werde SAP unterbrechungsfrei von der heutigen Suite zu einem „Suite plus HANA“-System übergehen. Dies mache aber nicht nur Änderungen in der Entwicklung der SAP erforderlich – auch Partner und Kunden müssten sich neu orientieren. „Wir müssen uns umstellen und Dinge anders machen“, forderte er. SAP HANA sei mehr als ein Produkt: Sie sei das A und O einer „geistigen Erneuerung“  der SAP und beeinflusse das gesamte Kunden- und Partnernetz. „Das Konzept ist nicht nur tragfähig – es ist auch äußerst erstrebenswert“, sagte Hasso.

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SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner wendet sich per Video an die Teilnehmer (Foto: SAP)

Zeit für Veränderung

Federführend bei diesem Kurswechsel ist SAP-Vorstandsmitglied Vishal Sikka. In den vergangenen Jahren, so Sikka, seien dank moderner Technologie neue Präsentationsmedien für Informationen entstanden. Moderne Endgeräte träten jetzt an die Stelle von Büchern und Zeitschriften. Entsprechend lösten jetzt neue Technologien  bisherige IT-Infrastrukturen ab. SAP HANA sei einer dieser neuen „Software-Container“. Die Plattform ersetze und vereinheitlichte die gesamte Datenverarbeitungsebene und mache Data Marts und Data Warehouses künftig überflüssig.

Als Beispiel führte Sikka den chinesischen Mineralwasserhersteller Nongfu Springs an. Am 20. August nahm das Unternehmen SAP HANA in Betrieb, vorwiegend um  wichtige Berichte früher zu bekommen. Inzwischen erstellt Nongfu sämtliche 150 Berichte 200 bis 300mal schneller als mit seinem Oracle-System. Ein weiteres Beispiel ist Yodobashi: Die japanische Elektronikkette kann mit SAP HANA jetzt innerhalb von zwei Sekunden ihre Prämienzahlungen verarbeiten. Früher hat man bei Yodobashi dafür drei Tage gebraucht.

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Freie Plätze sind Mangelware auf der TechEd 2011 (Foto: SAP)

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Christoph Kollatz weiß, was HANA-Kunden glücklich macht (Foto: SAP)

Große Erwartungen an die Appliance

Christoph Kollatz übernahm die dankbare Aufgabe, SAP HANAs aktuelle Erfolgsgeschichte zu erzählen. Christoph ist als EVP für die Skalierung und Ausprägung der Appliance verantwortlich. Demnach betreiben derzeit rund 100 Kunden SAP-HANA-Projekte. Das Produkt genieße den höchsten Bekanntheitsgrad unter den In-Memory-Datenbanken. In der fast 40-jährigen Geschichte der SAP hätten sich in so kurzer Zeit noch nie so viele Verkaufschancen für ein Produkt ergeben wie für SAP HANA. Mit der neuen Online-Ressource Experience SAP HANA könnten Interessenten HANA ab sofort kennenlernen und ausprobieren, so Kollatz.

In naher Zukunft seien Verbesserungen bei der Scan- und Ladegeschwindigkeit sowie der Textverarbeitung geplant. Franz Färber, Chief Architect für das SAP-HANA-Team, schaltete sich aus Deutschland zu, um die Einzelheiten zu erläutern. Außerdem gab er einen Ausblick auf das „Projekt Orange“, das es Kunden in Kürze ermöglichen werde, Business Warehouses auf SAP HANA zu betreiben. Die Kunden könnten ihre Altdatenbanken durch SAP HANA ersetzen und von beeindruckenden Performance-Verbesserungen profitieren.

Doch die Plattform selbst sei nichts ohne Anwendungen, die auf ihr basieren, so Sikka. SAP arbeite fieberhaft daran, eine ganz neue Gruppe von Applikationen zu entwickeln, die entweder Innovationen für bestehende Funktionen bieten oder neue Inhalte liefern: SAP Dynamic Cash Management, SAP Smart Meter Analytics, Cost and Profitability Analysis (COPA) – SAP News wird diese Lösungen bald detailliert vorstellen. Weitere Anwendungen seien in Planung.

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Björn Goerke zeigt die Anzahl der SAP NetWeaver-Installationen (Foto: SAP)

Vishal Sikka lays out the current timeline for SAP HANA (photo: SAP)

Vishal Sikka möchte, dass SAP "einfacher" wird (Foto: SAP)

Bewegung in vielen Bereichen

Obwohl das Thema aktuell viel Aufmerksamkeit auf sich ziehe, sei In-Memory nicht der einzige Bereich der SAP, in dem sich viel bewege. Wie Sikka erklärte, hätten technologischer Fortschritt, ansprechende Designs und leichtere Bedienung, effizientere Programmiertechniken sowie neue Geschäftsmodelle und eine neue Infrastruktur eine allgemeine „Erneuerung durch Vereinfachung“ ermöglicht. Damit ließen sich nun auch konkrete Verbesserungen im Geschäftsfeld Mobilität und beim Cloud Computing erzielen.

So werde im vierten Quartal dieses Jahres für SAP NetWeaver in der Version 7.3 unter anderem ein Erweiterungspaket erhältlich sein. Es umfasse ein ausgewogenes  Toolset sowie die Integration von SAP Business Process Management mit SAP StreamWork.

Björn Goerke, SVP Technology & Innovation Core, informierte das Publikum zudem über ein Beta-Programm, dass SAP NetWeaver in der Cloud bereitstellen und dank der neuen River-Plattform eine schnelle Lösungsentwicklung gestatten werde – mit Hosting durch SAP und auf Basis von SAP HANA. Auch für SAP BusinessObjects 4.0 wurden zahlreiche neue Features angekündigt. Das Produkt wird in den nächsten Tagen allgemein verfügbar sein.

Sybase zieht mit

Sybase, das seine Veranstaltung „TechWave“ mit der SAP TechEd zusammengelegt hat, präsentierte ebenfalls viele neue Entwicklungen, unter anderem für ASE und PowerBuilder. Im Kerngeschäftsfeld Mobility arbeite man bereits an Neuerungen für Afaria. Außerdem werde eine engere Integration der Sybase Unwired Platform mit SAP geplant. „Jedes Sybase-Produkt werde erfolgreich weiterwachsen“, sagte Sikka.

In der Vergangenheit wurde die technische Entwicklung häufig von geschäftlichen Anforderungen diktiert. Doch nun sieht es so aus, als ob der Geschäftsbedarf den technischen Möglichkeiten hinterherhinkt.

Daher schlug Vishal Sikka den Teilnehmern abschließend vor, neue Geschäftsmodelle zu konzipieren, die der Geschwindigkeit und Performance von In-Memory-Technologie in vollem Maß gerecht werden. „Denken Sie über diese großartigen Vereinfachungen nach“, forderte er das Publikum auf. „Welchen Geschäftsprozess können Sie radikal umstrukturieren, welche Innovationen können Sie bereitstellen, die (…) das Leben Ihrer Endkunden vereinfachen?“ Kann sein, dass die Kunden schon sehr bald eine Antwort darauf haben – vielleicht schon in Bangalore, Peking und Madrid, wenn die nächsten SAP TechEds anstehen.

Die Aufzeichung der Keynote von Vishal Sikka können Sie sich hier ansehen (engl.).

Weitere Informationen und aktuelle News aus Las Vegas finden Sie im SAP TechEd Newsroom (engl.).

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