TechEd 2010 live: Produkt-Feuerwerk

Feature | 12. Oktober 2010 von Frank Völkel 0

Setzt auf Cloud, In-Memory und Mobile: Technik-Vorstand Vishal Sikka (Foto: Frank Völkel)

Setzt auf Cloud, In-Memory und Mobile: Technik-Vorstand Vishal Sikka (Foto: Frank Völkel)

Zum Auftakt der größten Technologie-Veranstaltung SAP TechEd 2010 in Berlin gibt es eine Flut an Neuvorstellungen: Anfang 2011 erscheint die neue Version von SAP NetWeaver 7.3. Bei dem im Jahre 2008 zugekauften BusinessObjects gibt es jetzt die Version 4.0. Eine immer stärkere Rolle sollen Cloud-basierte Applikationen wie Business ByDesign 2.5/2.6, Carbon Impact OnDemand 5.0, StreamWork 1.0/2.0 und das Projekt River spielen. In der Keynote von Technik-Vorstand (CTO) Vishal Sikka geht es um mobile Software-Anwendungen und Datenstände, die vollständig in den Arbeitsspeicher eines Systems geladen werden. Doch alles der Reihe nach.

Insgesamt vier Veranstaltungen beschäftigen sich mit zukünftiger Software-Technologie bei SAP. In Berlin, Las Vegas, Bangalore und Shanghai treffen sich IT-Spezialisten aus Unternehmen, die Geschäftsanwendungen mit SAP-Software im Einsatz haben und die Entwickler von SAP selbst, um sich über kommende Entwicklungen auszutauschen. Die Veranstaltung findet zum 20. Mal statt, es werden insgesamt 15.000 Teilnehmer erwartet.

Community-Chef Mark Yolton setzt auf soziale Netzwerke (Foto: Frank Völkel)

Community-Chef Mark Yolton ist von sozialen Netzwerken im Business überzeugt (Foto: Frank Völkel)

Vishal Sikka ging auf die anstehenden Entwicklungen bei Business-Software ein, indem er die drei Hauptpunkte „In-Memory-Computing“, „Cloud“ und „Mobility“ nannte. Aber auch die bestehende Plattform-Architektur Netweaver, die es seit 2002 gibt, soll kontinuierlich ausgebaut und den individuellen Bedürfnissen der Kunden angepasst werden. Durch die Zukäufe von BusinessObjects im Jahre 2008 und Sybase im Jahre 2010 sei SAP Weltmarktführer bei Business Intelligence und mobiler Software-Anbindung geworden.

Bei der Fortführung der NetWeaver-Strategie verweist Sikka auf 62.000 Produktivsysteme und 20.000 nutzende Kunden, wovon 6.000 das NetWeaver Portal einsetzen. Auch die Einspielung der EHPs (Erweiterungspakete, Enhancement Packages), soll in Zukunft noch weniger Ausfallzeit bedeuten. Dem Kunden soll das Plattform-Upgrade vor allem eine bessere Skalierbarkeit und mehr Performance bringen. Vorab wird ein Leistungszuwachs von 40% – ausgehend von bestehender Hardware genannt.

Gegenüber der konventionellen Produktpalette, die auf SAP NetWeaver 7.x basiert, kommt die OnDemand-Software Business ByDesign 2.5/2.6 ganz ohne Middleware aus. Das Wesentliche im Überblick:

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SAP HANA lässt Datenvon Applikationen gänzlich im Arbeitsspeicher ablaufen (Foto: Frank Völkel)

SAP HANA lässt Daten von Applikationen gänzlich im Arbeitsspeicher ablaufen (Foto: Frank Völkel)

BusinessObjects BI: Neue Namen und Funktionen

Neue Namen, neue Funktionen: BusinessObjects BI 4.0 Enterprise (Foto: Frank Völkel)

Neue Namen, neue Funktionen: BusinessObjects BI 4.0 Enterprise (Foto: Frank Völkel)

Auf der TechEd nutzt SAP die Gelegenheit, den Nachfolger und das neue Release von BusinessObjects XI 3.1 vorzustellen, SAP BusinessObjects 4.0 (Aurora). Für hohe Performance ist sie ausschließlich für eine 64-Bit-Hardware-Plattform vorgesehen.

Die rund 67.000 Kunden erwartet eine erweiterte Funktionalität, vor allem was die Themen Business Intelligence (BI) und Enterprise Information Management (EIM) angeht. Auch gibt es einen Einblick in Ereignisse (Event Insight), eine Auswahl der Benutzeroberfläche (UI) und Zusammenstellung. Mit der neuen Software findet gleichzeitig eine Umbenennung einiger Tools und Andwendungen statt (Gegenüberstellung von alt und neu):

  • Infoview: Bestandteil von SAP BusinessObjects BI
  • Designer: Design Tool
  • DashBoard Builder: Komponente von SAP BusinessObjects BI
  • Crystal Reports: SAP Crystal Reports
  • Xcelsius Enterprise: SAP BusinessObjects Dashboards

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Analyse 50-TB-Datensatz

BusinessObjects und Sybase: Interaktion mit bestehender Netweaver-Architektur (Foto: Frank Völkel)

BusinessObjects und Sybase: Interaktion mit bestehender NetWeaver-Architektur (Foto: Frank Völkel)

Analyse 50 TB Daten: 460 Milliarden Einträge

Technologie für nahe Zukunft: Cloud, Mobile und In-Memory (Foto: Frank Völkel)

Technologie für nahe Zukunft: Cloud, Mobile und In-Memory (Foto: Frank Völkel)

Schnelle Analysen von großen Datensätzen lassen sich nur im Zusammenspiel von moderner Hardware mit entsprechend angepasster Software realisieren. Vor allem dann, wenn letztgenanntes Szenario von Mobil-Geräten wie Smartphone oder Tablet-PC aus erfolgen soll. In-Memory-Computing bezeichnet eine Technik, bei der Inhalte aus Datenbanken nicht mehr von Festplatte gelesen sondern direkt im Arbeitsspeicher vorgehalten werden. Damit lässt sich die Zugriffsgeschwindigkeit um das 20-fache steigern und das Preis-/Leistungsverhältnis eines Systems fällt demzufolge deutlich besser aus.

In der Keynote wurde eine Datenbank mit 460 Milliarden Einträgen genannt, die auf einem herkömmlichen Datenträger wie einer Festplatte 50 TB an Speicherplatz benötigt. Durch Kompression einer Datenbank mit Hilfe der In-Memory-Technik lässt sich nun der Speicherplatz auf ein Zehntel reduzieren – am Ende also zirka 5 TB. Letztgenanntes Datenvolumen lässt sich mit zusammen geschalteten Blades mit jeweils 2 TB (pro Server) problemlos in den Arbeitsspeicher laden. Vishal Sikka nannte als Beispiel zehn zusammen geschaltete Server, die lediglich mit Standard-Hardware bestückt sind und insgesamt 540.000 US-Dollar kosten.

Anmerkung: Aktuell sind Blade-Server mit maximal 2 TB Speicher und 64 CPU-Kernen. In der Praxis speichern Firmen auf Basis relationaler Datenbanken ihre Daten in Tabellen oder Feldern ab. Mit der In-Memory-Technik erfolgt die Datenspeicherung in Spalten. Der Vorteil liegt darin, dass Daten aus nicht benötigten Feldern bei Abfragen nicht benutzt werden, wodurch sich das Volumen der zu aktualisierten Daten reduziert und Abfragen deutlich schneller abwickeln lassen.

Ab dem 30. November 2010 soll SAP HANA (High-Performance Analytic Appliance) für die Business Suite 7, Business Warehouse und BusinessObjects BI 4.0 verfügbar sein und bestehende Anwendungen durch In-Memory-Technik immens beschleunigen. Angaben zu Preisen wurden auf der TechEd nicht gemacht. SAP HANA soll auch in Kürze für das Apple iPad erhältlich sein.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Cloud-Software und Mobil-Anwendungen

Insgesamt werden 15.000 Teilnehmer auf allen TechEd-Veranstaltungen 2010 erwartet (Foto: Frank Völkel)

Insgesamt werden 15.000 Teilnehmer auf allen TechEd-Veranstaltungen 2010 erwartet (Foto: Frank Völkel)

Cloud-Software und Mobil-Anwendungen

Laufen in der Cloud: Business ByDesign, Carbon Impact und StreamWork (Foto: Frank Völkel)

Laufen in der Cloud: Business ByDesign, Carbon Impact und StreamWork (Foto: Frank Völkel)

Noch vor einem Jahr war Sybase “nur” als Partner auf der TechEd vertreten und konnte schon damals mit seinen einzigartigen Apps für iPhone und BlackBerry überzeugen. Dabei handelte es sich um Sybase Mobile Sales und Mobile Workflow, die an die Business Suite 7 und BW angebunden sind. Nach wie vor ist der Mobile-Enterprise-Markt noch keine zwei Jahre alt und Sybase gilt als einer der Vorreiter in diesem Marktsegment. Durch den Zukauf vonSybase erreicht SAP neben Sicherheit auch eine gehörige Portion Plattformunabhängigkeit bei mobilen Anwendungen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: iPad-App in 2 Minuten

Sybase bedient mobile Geräte mit der Unwired Platform (Foto: Frank Völkel)

Sybase bedient mobile Geräte mit der Unwired Platform (Foto: Frank Völkel)

Gateway Service Consumption Tool: iPad-App in 2 Minuten

Entwicklungstool mit Codenamen "Gateway" erstellt iPad-App

Entwicklungstool mit Codenamen "Gateway" erstellt iPad-App

Unter dem Projekt-Namen “Gateway” läuft derzeit eine Entwicklungsplattform, die in Zukunft als Schnittstelle für mobile SAP-Anwendungen herhalten soll. Gleichzeitig bietet “Gateway” auch die Möglichkeit, bestimmte Funktionen in einer App für iPad/iPhone/BlackBerry ausgeben zu können. Auf der TechEd wurde beispielsweise demonstriert, wie sich Kontaktdaten in eine iPad-App übertragen lassen – und das innerhalb von zwei Minuten.

Unterstützung verschiedener mobiler Endgeräte durch "Gateay" (Foto: Frank Völkel)

Unterstützung verschiedener mobiler Endgeräte durch "Gateway" (Foto: Frank Völkel)

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