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Feature | 21. Juli 2003 von admin 0

Angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks erwägen viele mittelständische Unternehmen, anspruchsvolle und verteilte Geschäftsanwendungen einzuführen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Diese Applikationen unterstützen komplexe, unternehmensweite Geschäftsprozesse und erfordern daher eine erweiterte Systemlandschaft sowie einen größeren Aufwand bei Einführung und Betrieb. Doch gerade für mittelständische Unternehmen, die mit geringeren personellen Ressourcen und knapperen Budgets ausgestattet sind, ist dies ein Hemmschuh. Sie benötigen einfach handhabbare Lösungen für die Systembetreuung.
Mit SAP One Server kommt SAP diesen Anforderungen entgegen. SAP One Server ist ein ständig wachsender “Werkzeugkasten”, der es erlaubt, unterschiedliche SAP-Lösungen in einer einfachen Systemlandschaft mit nur einem Server und einer Datenbank zu installieren. Die Option bildet die Grundlage für die auf den Mittelstand zugeschnittene Lösungspalette von mySAP All-In-One.

Automatisierte Installation, flexible Infrastruktur

Derzeit unterstützt SAP One Server die vereinfachte Installation und Konfiguration von SAP R/3 Enterprise und SAP Business Information Warehouse 3.1 (SAP BW) sowie der entsprechenden Middleware-Komponenten – SAP Internet Graphics Server (SAP IGS) SAP Internet Transaction Server (SAP ITS), J2EE Engine – und Microsoft MS SQL Server Datenbank Management System.
Die Installation mit SAP One Server erfolgt weitgehend automatisiert – die Eingabe weniger Parameter genügt. Installationsroutinen erstellen dann die Verbindung zwischen den verschiedenen Komponenten und kopieren mehrere Mandanten, um Geschäftsprozesse logisch voneinander zu trennen. Darüber hinaus spielen sie Support Packages und Plug-Ins ein, ohne dass ein zusätzliches Eingreifen notwendig ist. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Installation lässt sich in wenigen Stunden standardisiert bewerkstelligen, so dass Kunden und Partner in der Lage sind, rasch eine lauffähige Umgebung aufzubauen.
Darüber hinaus bietet SAP One Server eine flexible Infrastrukturplattform, die sich je nach Bedarf – etwa Skalierung und Hochverfügbarkeit – anpassen lässt. So ist es jederzeit möglich, Applikationen aus der SAP-One-Server-Umgebung herauszulösen und auf einem getrennten System zu installieren, oder aber zusätzliche Anwendungen, etwa mySAP Customer Relationship Management (mySAP CRM), einzubinden.

Unterschiedliche Anwendungen laufen auf einem Server . . .

Systemlandschaft SAP One Server

Systemlandschaft SAP One Server

Mit SAP One Server lassen sich zwei ganz unterschiedliche Applikationstypen – Online Transaction Processing- (OLTP) und Online Analytical Processing-Anwendungen (OLAP) – unabhängig voneinander auf einem Server installieren. In einer OLTP-Applikation, etwa SAP R/3, bearbeiten zahlreiche Anwender verschiedene Geschäftsvorfälle, sie legen beispielsweise Kundenaufträge an. Ein wesentliches Merkmal dieses Applikationstyps sind daher häufige Benutzerinteraktionen – es kommt also auf kurze Antwortzeiten an. Die Zahl der bearbeiteten Daten ist indessen überschaubar.
In Gegensatz dazu sind in einer OLAP-Anwendung, etwa SAP Business Information Warehouse, große Datenmengen aufzubereiten und darzustellen. Zwar arbeiten in der Regel wenige Anwender in einem solchen System, doch diese erzeugen eine sehr große Last. Gefragt ist daher in erster Linie ein guter Datendurchsatz, die Antwortzeit spielt eine untergeordnete Rolle.

. . . und in einer Datenbank

Trotz der unterschiedlichen Anforderungen behindern sich OLAP- und OLTP-Anwendungen in vielen Fällen nicht. Aus diesem Grund nutzt SAP One Server die Möglichkeit, alle Applikationen in eine Datenbank zu installieren. Dies gewährleistet die Datenkonsistenz für die verschiedenen Anwendungen und senkt, da nur eine Datenbank zu betreuen ist, auch den Aufwand und die Kosten für den täglichen Betrieb. Zudem sind die Anwendungen auf einer Datenbank immer synchron, was vor allem dann von Vorteil ist, wenn beispielsweise ein Backup eingespielt wird.
Hierfür bedient sich SAP One Server der Installationsoption “Multiple Components in One Database” (MCOD). Sie ist standardmäßig in allen Komponenten verfügbar und erlaubt es, mehrere Applikationen in einer gemeinsamen Datenbank zu installieren. MCOD nutzt die Eigenschaft verschiedener relationaler Datenbanken, gleichzeitig die Datenbankschemata mehrerer Anwendungen zu unterstützen. Der Zugriff auf die einzelnen Schemata ist nur mit dem jeweiligen Nutzer, etwa “sapr3” oder “sapbw”, möglich. Auf diese Weise sind die verschiedenen Applikationen logisch voneinander getrennt und können unabhängig voneinander auf einer Datenbank laufen. Trotzdem ist es möglich, einzelne Komponenten bei wachsenden Systemanforderungen auf einen zusätzlichen Host zu verlagern. Bei SAP One Server sind SAP BW und SAP R/3 auf einer MS SQL Server Datenbank vorinstalliert.

Performance auf dem Prüfstand

SAP One Server reduziert also die Systemlandschaft auf einen Server und auf eine Datenbank. Doch bietet diese Option auch dann die notwendige Skalierung, wenn die CPU unter Hochlast steht? Diese Frage sollten zwei Performance-Tests beantworten. Es war zu zeigen, dass sich SAP R/3 als OLTP- und SAP BW als OLAP-Anwendung gleichzeitig intensiv nutzen lassen, ohne damit die Antwortzeiten und den Datendurchsatz zu beeinträchtigen.

Verwendete Software und Hardware

Verwendete Software und Hardware

Die SAP-Entwicklung führte die Testreihe in enger Zusammenarbeit mit dem Hardware-Anbieter HP durch. Die Tests simulierten die Benutzeraktivität zweier voneinander unabhängiger Anwendungen auf einem Server und in einer Datenbank. Dabei ging es zum einen um Anwender, die in SAP R/3 Kundenaufträge anlegen und damit Materialbewegungen, Lieferungen und Rechnungen erzeugen. Zum anderen wurden Anwender simuliert, die in SAP BW verdichtete Informationen aufrufen und darin navigieren.
Um das Tagesgeschäft bei Kunden möglichst realistisch widerzuspiegeln, wurden bei einer durchschnittlichen Systemauslastung von nahe 100 Prozent verschiedene Gewichtungen zwischen SAP R/3 und SAP BW simuliert. Ziel des Tests war es, zu verifizieren, dass beide Komponenten auch dann einsetzbar sind, wenn die Systemkonfiguration unter Last steht. So lag die Systemlast im ersten Test zu drei Vierteln auf SAP R/3 und zu einem Viertel auf SAP BW, im zweiten Szenario betrug die Lastverteilung ein Drittel SAP R/3 und zwei Drittel SAP BW. Die Leitungsfähigkeit der Hardware lag bei vier Gigabyte Hauptspeicher und rund 2000 SAPS (SAP Application Performance Standard) – eine Hardware-unabhängige Einheit, um die Leistungsfähigkeit einer Konfiguration zu beschreiben (www.sap.com/benchmark).

Stabilität auch unter Hochlast

Die Tests haben gezeigt, dass SAP R/3 und SAP BW gleichzeitig auf einem Server und einer Datenbank laufen und dabei auch unter Last einen guten Datendurchsatz und gute Antwortzeiten liefern. SAP One Server ist also eine leistungsfähige Option für mittelständische Unternehmen, um ihre Systemlandschaft zu vereinfachen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Leistungsfähigkeit des Systems in der Regel durch den Speicher limitiert ist. Sobald also der Server nahe der 100 Prozent Auslastung ist, stellt der Speicher eine kritische Ressource dar. Daher ist es ratsam, eine größere Kapazität des Hauptspeichers vorzuhalten, wenn SAP BW stärker genutzt wird.
Bei einem Sizing des SAP-One-Server-Systems empfiehlt SAP seinen Kunden, den Quick Sizer zu verwenden (http://service.sap.com/quicksizing). Das Tool berechnet eine durchschnittliche System-Auslastung von 65 Prozent und gewährleistet damit gute Antwortzeiten.
Weitere Informationen zum SAP One Server auf dem SAP Service Marketplace unter http://service.sap.com/smb-oneserver.

Susanne Janssen

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