Office 2010 im Alltag

Feature | 16. Juni 2010 von Benjamin Blaume 0

Versionsvielfalt: Sieben Varianten hat Microsoft von Office 2010 im Angebot (Grafik Benjamin Blaume)

Versionsvielfalt: Sieben Varianten hat Microsoft von Office 2010 im Angebot (Grafik Benjamin Blaume)

Kaum eine Änderung führte zu so viel Unmut und Eingewöhnungszeit wie das mit Office 2007 eingeführte Ribbon-Bedienkonzept. Mit Office 2010 geht Microsoft den eingeschlagenen Weg konsequent weiter und integriert das Bedienkonzept auch in Outlook.  Die große Kritik der Nutzer hat sich Microsoft scheinbar zu Herzen genommen, denn es gibt zahlreiche Verbesserungen.

So ist jetzt wieder der altbekannte Reiter „Datei“ vorhanden, über den man in Office 2010 die „Backstage-Ansicht“ erreicht. Hier sind zentrale Aktionen wie „Speichern“ und „Drucken“ verfügbar. Zudem lassen sich die einzelnen Ribbons nach eigenen Wünschen anpassen.

Outlook-Ribbon

Die Office-Anwendungen selbst wurden nur geringfügig verbessert. Hervorzuheben ist hier die inkrementelle Suche in „Word“, die schon beim Eintippen alle vorhandenen Stellen in einer Seitenvorschau oder im Kontext markiert. Excel-Nutzer freuen sich über die sogenannten Sparklines. Diese kleinen Grafiken zeigen den Verlauf von Datenreihen in Diagrammen an, lassen sich im Unterschied zu herkömmlichen Excel-Diagrammen aber in Zeilen integrieren und bringen so mehr Übersicht.

Mit der neuen Suche durchstöbern Sie auch lange Dokumente in Echtzeit.

Mit der neuen Suche durchstöbern Sie auch lange Dokumente in Echtzeit.

In PowerPoint 2010 ist die Bearbeitung von Ton- und Filmdateien möglich. Die Einstellungsvielfalt reicht zwar bei weitem nicht an Produkte wie Cyberlink PowerProducer oder Adobe Premiere Pro heran, aber zum einfachen Kürzen von Videos werden nun keine Zusatzprogramme mehr benötigt. Auch Bilder lassen sich in den einzelnen Office-Anwendungen viel besser bearbeiten als zuvor. Mit wenigen Mausklicks werden Motive freigestellt, mit einem Grafikfilter versehen oder erhalten einen 3-D-Effekt. So lässt sich der Weg über ein extra Bildbearbeitungsprogramm in vielen Fällen vermeiden.

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Freistellen leicht gemacht mit Word 2010

Freistellen leicht gemacht mit Word 2010

Schaltzentrale im Netz: Über Windows Live werden die Office-Apps gestartet

Schaltzentrale im Netz: Über Windows Live werden die Office-Apps gestartet.

Office aus der Wolke

Mit Office 2010 will Microsoft den Kunden erstmals ein Überall-Office bieten. Ob Desktop, Smartphone oder als Anwendung aus der Wolke, stets soll der Anwender Zugriff auf seine Dokumente haben und diese auch bearbeiten können. Um die Daten überall verfügbar zu machen, bedient sich Office 2010 dem Microsoft-Dienst Windows Live Skydrive. Diese kostenlose Festplatte im Netz bietet 25 GByte Speicherplatz und lässt sich in Office 2010 fest integrieren.

Vier Web-Applikationen stellt Microsoft im Netz zur Verfügung: Word, Excel, PowerPoint und One Note. Die Webanwendungen sind für alle Interessierten kostenlos, lediglich ein Windows-Live-Konto wird benötigt. Unterstützt werden alle gängigen Browser, der Internet Explorer ist also nicht Pflicht. Beim Umfang müssen Web-Nutzer Abstriche machen, die wichtigsten Funktionen sind jedoch enthalten und so lassen sich Briefe, Tabellen und Präsentationen durchaus gut von unterwegs bearbeiten.

Das Web-Word in Aktion

Das Web-Word in Aktion

Online-Dokumente können von mehreren Nutzern gleichzeitig bearbeitet werden. Laut Microsofts Deutschland-Chef Ralph Haupter können beliebig viele Personen simultan aktiv werden. Das einzige Limit bildet die Bandbreite des Internetanschlusses. Die erforderlichen Daten werden in Echtzeit aktualisiert, so dass Änderungen live verfolgt werden können. Rechts unten in  der Browserzeile lässt sich stets verfolgen, wer alles gerade an einem Dokument arbeitet.

Soziale Netzwerke integriert

Mit der Integration von sozialen Netzwerken in Outlook 2010 geht Microsoft mit der Zeit. So lassen sich die Statusmeldungen von Kontakten aus Facebook und Co. mittels des Social Connectors integrieren. Bis Ende Juni soll auch das im deutschsprachigen Raum populäre Xing an Outlook angedockt werden. Eine Übersicht über die derzeit verfügbaren Dienste bietet Microsoft im Internet.

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Je nach Paket werden zwischen 109 bis 700 Euro fällig

Je nach Paket werden zwischen 109 bis 700 Euro fällig

Versionsvielfalt

Insgesamt sieben Varianten bietet Microsoft von Office 2010 an. Am unteren Ende steht die Starter-Edition, die PC-Hersteller auf neuen Rechnern vorinstallieren können. Sie ersetzt Microsoft Works und bietet einen deutlich eingeschränkten Funktionsumfang. In der “Home und Student”-Variante bringt Office Word, Excel, PowerPoint und OneNote mit. Der Preis liegt bei 139 Euro. In der Variante “Home und Business” für 379 Euro ist zusätzlich Outlook inkludiert. “Office Professional” enthält alle Anwendungen und schlägt mit 699 Euro zu Buche.

Des Weiteren sind für Firmenkunden die Varianten “Office Standard Edition” und “Office Professional Plus” als Volumenlizenzen erhältlich. Für Studenten, Schüler und Lehrer ist eine “Academic”-Version erhältlich, die der Professional-Edition entspricht. Die Kosten: 109 Euro. Alle Varianten sind auch als “Product Key Card” verfügbar, bei denen der Käufer nur einen Lizenzcode kauft. Dadurch lassen sich bis zu 200 Euro sparen.

64 Bit Office

Wie schon in unserem ersten Office 2010-Artikel  „Office 2010: Grünes Licht von SAP“ beschrieben, ist die Microsoft-Suite erstmals auch als 64-Bit-Anwendung erhältlich. Die 64-Bit-Version lohnt sich für Anwender, die mit extrem großen (mehr als 2 GByte) Excel-Tabellen hantieren. Für die meisten Unternehmen scheint die 32-Bit-Variante die bessere Wahl, da beim Einsatz des 64-Bit-Office der Großteil aller Plug Ins nicht mehr funktioniert. Ein prominentes Beispiel ist die Outlook-Integration der SAP GUI.

Fazit

Während die einzelnen Verbesserungen an Word und Co. einen Umstieg auf Office 2010 nicht unbedingt rechtfertigen, erleichtern die programmübergreifenden Funktionen wie inkrementelle Suche, ein Screenshot-Tool und die erweiterte Bildbearbeitung den Arbeitsalltag spürbar. Die Bedienung über die Ribbons gelingt besser als beim Vorgänger und das Zusammenspiel mit den Web-Anwendungen funktioniert.

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