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Digitale Zwillinge werden 2017 für Aufsehen sorgen

13. Januar 2017 von Susan Galer 13

Wie kann eine Kaffeemaschine das Unternehmenswachstum beschleunigen? Von all den Demos auf der SAP TechEd Barcelona war „Digital Twins“ eine der spannendsten und wird laut Gartner zu einem Trend des Jahres.

Chancen explodieren und Branchen implodieren, wenn Alltagsgegenstände wie Kaffeemaschinen ein direktes Gespräch zwischen Kunden, Unternehmen und Lieferanten ermöglichen, und nicht nur große Datenvolumina in Echtzeit verarbeiten, sondern auch die Zukunft im Blick behalten.

Gartner-Trend 2017: Millionen Dinge werden einen digitalen Zwilling haben

So überrascht es nicht, dass der digitale Zwilling es unter die Top-Ten-Trends 2017 von Gartner geschafft hat. Die Analysten sagen voraus, dass innerhalb von drei bis fünf Jahren Hunderte Millionen Dinge einen digitalen Zwilling haben werden.

Thomas Kaiser, Senior Vice President des Bereichs IoT bei SAP, sprach mit Susan Galer darüber, wie zukunftsorientierte Unternehmen durch den Einsatz von digitalen Zwillingen althergebrachte Prozesse aus den Angeln heben. In diesem Video zeigt Demo-Experte Ian Kimball auf der SAP TechEd in Barcelona, dass eine vernetzte Kaffeemaschine Erstaunliches leisten kann.

Wie digitale Zwillinge die Branche umkrempeln werden

Ein digitaler Zwilling ist eine virtuelle Abbildung eines Prozesses, Produkts oder Services. In Unternehmen wird diese Technik schon seit Jahren eingesetzt. Aber eine kostengünstige Lösung ist der digitale Zwilling erst seit dem Internet der Dinge.

Über Software auf einer Cloud-basierten Plattform sammeln digitale Zwillinge Daten und analysieren sie. Diese Informationen helfen Unternehmen, ihre Anlagen zu überwachen und Probleme zu erkennen, bevor sie entstehen. So können teure Reparaturen vermieden werden. Einen Blick in die Zukunft werfen können die digitalen Doppelgänger auch. Sie simulieren Szenarien, um neue Möglichkeiten aufzeigen und für Begeisterung bei Kunden zu sorgen. Die gesammelten Informationen reichen vom Namen des Kunden, über den genauen Standort seiner Kaffeemaschinen bis hin zu den entsprechenden Servicel-Level-Vereinbarungen. Darüber hinaus werden diese Daten mit Kontextinformationen von Sensoren ergänzt. Der digitale Zwilling bildet alle Betriebsaufzeichnungen des Geräts ab. Dazu zählen die Anzahl der Tassen, die Sorte Kaffee, die getrunken wird, die genaue Temperatur der Milch und der für jeden einzelnen Brühvorgang notwendige Druck.

Beschreiben lässt sich ein digitaler Zwilling als eine Kombination aus dem besten Techniker, modernen Überwachungsfunktionen und vorausschauenden, präventiven Analysen. Die Vorteile für Unternehmen sind erstaunlich – und messbar. Prognosen des Marktforschungsunternehmens IDC zufolge werden Unternehmen, die bis 2018 in IoT-basierte, kognitive Systeme mit Sensortechnik und Situationserkennung investieren, von deutlichen Verbesserungen profitieren. Die Durchlaufzeiten betroffener geschäftskritischer Prozesse werden 30 Prozent kürzer sein.

Vier Schritte bis zum Einstieg in die vernetzte Welt

Thomas Kaiser, Senior Vice President für den Bereich IoT bei SAP berichtete, wie die interessantesten Branchen digitale Zwillinge einsetzen und was Unternehmen realistischerweise erwarten können. In einem Video-Interview nach dem Event führte er weitere Beispiele an.

„Digitale Zwillinge werden zu einer geschäftlichen Notwendigkeit, denn sie decken den gesamten Lebenszyklus einer Anlage oder eines Prozesses ab und bilden die Grundlage für vernetzte Produkte und Services“, erklärte Kaiser. „Unternehmen, die hier nicht mithalten, werden den Anschluss verlieren. Diejenigen, die digitale Zwillinge einsetzen, werden Kundenbedürfnisse besser verstehen, ihre Produkte und Services stetig verbessern und sogar neue Geschäftsmodelle ermitteln, die ihnen Wettbewerbsvorteile verschaffen.“

„Digitale Zwillinge werden zu einer geschäftlichen Notwendigkeit, denn sie bilden die Grundlage für vernetzte Produkte und Services.“

Anbindung an Cloud-Lösung

Für den Einstieg empfahl Kaiser eine Vorgehensweise in vier Schritten, merkte jedoch an, dass diese Schritte zwar einfach klängen, aber mit beträchtlichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden sein könnten. Der erste Schritt bestehe darin, intelligente Komponenten in neue oder bestehende Produkte zu integrieren. Im zweiten Schritt seien die Produkte oder Services an eine zentrale, Cloud-basierte Lösung anzubinden – mit Streaming, Big Data, In-Memory- und Analysefunktionen, um Sensordaten zu erfassen und sie mit Geschäftsdaten und Kontextinformationen zu ergänzen. Der dritte Schritt umfasse die stetige Analyse der Daten, um Bereiche für Verbesserungen zu ermitteln sowie neue Produkte oder gar neue Geschäftsmodelle. Der vierte Schritt bestehe darin, die digital erzeugten Einblicke zu nutzen, um neue Services zu entwickeln, die das Unternehmen verändern.

Die Kaffeemaschine auf der Bühne der SAP TechEd sah vielleicht gewöhnlich aus, aber dahinter steckte eine Welt voll innovativer Ideen. Die Frage, wie eine Kaffeemaschine das Unternehmenswachstum beschleunigen kann, wenn digitale Zwillinge zum Einsatz kommen, ist somit beantwortet: Frische Einblicke ermöglichen Innovationen, die zu erstaunlichen Geschäftsergebnissen führen können.

Folgen Sie Susan Galer auf Twitter unter @smgaler.

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