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Transformation: Die 10 wichtigsten Veränderungen bis 2017

7. Januar 2015 von Andreas Schmitz 0

Die IT-Landschaft der Zukunft wird den IT-Chef dazu zwingen, sich massiv zu verändern. Ansonsten wird ihn der Chief Digital Officer verdrängen. Die wichtigsten Prognosen der Analysten von IDC bis 2017.

Die digitale Transformation wirft ihre Schatten voraus: Der IT-Manager wird zum Broker von Services, Produkte gehen längst auch über digitale und mobile Ladentische und riesige Datenmengen (Big Data) schaffen neue Analysemöglichkeiten. Das schafft neue Chancen, birgt jedoch auch Gefahren in sich. Die wichtigsten Veränderungen, auf die sich Unternehmen bis 2017 einstellen müssen:

  1. Der CIO bekommt neue Aufgaben

Will sich der Chef der IT auch künftig in einer bedeutenden Rolle wiederfinden, wird er nach der Prognose von IDC schon in 2017 vier Fünftel seiner Zeit damit verbringen, Analysen zu ermöglichen, die IT-Struktur sicher gegen Cyber-Angriffe zu machen – und er wird der Treiber für neue Erlösmodelle durch digitale Services sein. Mit traditionellen Themen wie etwa Standardisierung und Konsolidierung wird der CIO seine privilegierte Stellung im Unternehmen nicht halten können.

  1. IT as a Service (ITaaS) kommt

Immer mehr Geld für Technologien kommt aus den Fachbereichen – nach einer aktuellen Gartner-Analyse sollen es 2020 rund 90 Prozent sein. Entsprechend muss die IT sich als Broker von Services verstehen und die Anforderungen aus den Fachbereichen schnell und zuverlässig umsetzen können. Dazu gehört für 65 Prozent aller Strategien schon in 2016 eine Plattform der dritten Generation. Die Besonderheit dieser Plattform liegt laut IDC darin, dass „mobile Geräte und Apps, Cloud Services, Breitbandnetze, Big-Data-Analysen und soziale Technologien“ nahtlos integriert werden. Daraus – so das Ziel – entsteht eine neue agile IT-Fabrik für Anwendungen und Datacenter sowie eine neue User Experience. IDC spricht bei den neuen Lösungen, die auf der Plattform der dritten Generation basieren, von IT as a Service (ITaaS).

  1. IT-Sicherheit befördert die Bedeutung der IT

Immer mehr Fachbereiche machen „ihr Ding“, wenn es um neue Lösungen geht. Die Cloud macht es möglich. Allerdings sind hier oft mangelhafte oder keine IT-Security-Kenntnisse vorhanden. Letztlich hilft das dem CIO, seine Position und die der IT im Unternehmen zu stärken. Voraussetzung: Er wird als Experte in Sachen Security wahrgenommen und etabliert sich als unumgängliche Instanz.

  1. Anwendungen werden schneller verfügbar

Die Fachbereiche entwickeln ihre eigenen technischen Agenden und verlangen von der IT, dass sie schnell und flexibel umgesetzt werden. Deshalb werden – so ist IDC überzeugt – bereits im Jahr 2015 mehr als die Hälfte der Unternehmen (60 Prozent) ihre Softwareentwicklung mit dem Betrieb verschmelzen, so genannte DevOps nutzen. Das beschleunigt den Launch neuer Anwendungen. Voraussetzung auch hier: Die interne Service-Plattform der dritten Generation.

  1. Neue Architektur kommt 2016

Vier von fünf CIOs werden sich ein neues Architekturmodell überlegen. Die wichtigsten Anforderungen liegen darin, Services und Anwendungen schnell und entsprechend den Sicherheitsstandards bereitstellen zu können. Hier geht es einerseits darum, schnell auf Anforderungen aus den Fachbereichen reagieren zu können aber auch darum, ihnen etwa über neue Analysemöglichkeiten und Big Data zusätzliche wichtige Informationen bieten zu können – also „proaktiv“ Services zu schaffen.

  1. Der Chief Digital Officer ersetzt den Chief Information Officer

Bis zum Jahr 2020 wird es nicht einmal jeder zweite Chief Information Officer (40 Prozent) schaffen, über seine strategischen Ideen, seinen Sinn für Innovation und sein Beziehungsnetzwerk dem Chief Digital Officer (CDO) hinsichtlich der Macht im Unternehmen Paroli bieten zu können. Geht es um digitale Produkte, ist nicht länger die Automatisierung der IT gefragt, sondern ein ständiges Neuerfinden und Sichhinterfragen. „Experimentieren außerhalb der Komfortzone“ nennt das IDC. Innovative IT-Services sind letztlich Sache der CDOs in Zusammenarbeit mit dem Marketing und den Fachbereichen.

  1. 2016: Mehrheit der CIOs setzt auf Plattform der dritten Generation
Ausbaufähig: Plattform der dritten Generation.

Ausbaufähig: Plattform der dritten Generation.

Vier von fünf CIOs werden bereits im übernächsten Jahr die Plattform der dritten Generation als neue agile IT-Fabrik einsetzen. Die „3rd Platform“ setzt laut IDC auf Lösungen aus der Cloud, die jederzeit und überall von allen verfügbaren Geräten genutzt werden können. Entscheidend für dessen Erfolg wird sein, dass entsprechende Apps fit sind für immer neue Generationen an mobilen Geräten und Übertragungsgeschwindigkeiten. Nur so kann etwa das Potenzial genutzt werden, das etwa in Big-Data-Analysen und Sozialen Technologien steckt.

  1. Unternehmensweite Daten- und Analyse-Strategie kommt

Die IT wird mehr und mehr gefordert sein, die Masse an Daten im Unternehmen in verwertbare Informationen und neue Einsichten zu verwandeln. Nur transformierte Daten sind gute Daten. Das wird das Motto der Unternehmen in 2018 sein. Dafür wird es nötig sein, eine Daten-Governance-Strategie zu verabschieden und den „Steinbruch“ an Archivdaten, neuen Daten und Big Data in ein gangbares Modell zu integrieren, das letztlich auch die Rückverfolgbarkeit der Aktivitäten möglich macht.

  1. Risikoprüfung wird professioneller

Nach Schätzung von IDC werden in 2017 mehr als ein Drittel aller Sourcing-Projekte mit Drittanbietern auf der Plattform der 3. Generation nicht erfolgreich sein. Entsprechend ist es wichtig, dass Vereinbarungen wie die zwischen der EU und den USA getroffenen Regelung „Safe Harbor“ über den Umgang mit personenbezogenen Daten, aber auch anderen Compliance-relevante Regelungen auf ihr Risiko hin überprüft werden. Schlechte Services von Dienstleistern, finanzielle Engpässe, veränderte Strategien und Akquisitionen machen eine Due-Dilligence-Prüfung nötig. Sie erfassen technologische, finanzielle und IT-Sicherheits-Risiken.

10. Frameworks mit offenen Standards kommen

Jedes zweite Unternehmen wird im Jahr 2018 offene Standards für seine Frameworks nutzen. Die Gründe dafür liegen darin, dass einerseits immer mehr mobile Geräte von den Mitarbeitern genutzt werden und andererseits die Zusammenarbeit mit externen Partnern mehr und mehr zum Alltag wird. Deshalb – so die Prognose von IDC – werden sich Unternehmen künftig nur noch auf wenige Bereichen beschränken, in denen der Einsatz von Standards, Compliance-Vorgaben und Governance-Strukturen unerlässlich ist. Zudem wird so ein Umfeld für Experimente möglich, in dem die Fachbereiche selbst Lösungen entwickeln können.

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