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Transportnetze der Zukunft: Schnell, pünktlich, umweltschonend

8. April 2013 von Anja Paschke-Hess 0

Profitabel arbeitende Logistikdienstleister und Versender zeichnet aus, dass sie in ihren Transportketten überflüssige Wege vermeiden und Liefertermine zuverlässig einhalten. Mit der Echtzeitdatenbank SAP HANA eröffnen sich viele weitere Verbesserungspotenziale. Der SAP-Partner ParCon Consulting entwickelt interessante Zukunftsszenarien.

Ein Blick in die vielleicht gar nicht so ferne Logistikzukunft: Spediteure tauschen auf ihren Routen Ladungen, Wechselbrücken oder sogar ganze Auflieger aus. Im Hintergrund koordiniert intelligente Software die Treffen, berücksichtigt Verzögerungen und plant Alternativen – stets aktuell auf Grundlage von Echtzeitdaten über Positionen, Geschwindigkeiten, mögliche Ankunftszeiten. So lassen sich Touren optimieren, Leerfahrten vermeiden und Fracht letztendlich schneller ans Ziel bringen. „Diesem sogenannten dynamischen Begegnungsverkehr gehört die Zukunft“, ist Jörg Zölzer, Geschäftsführer beim SAP-Partner ParCon Consulting, überzeugt.

Ziel: Die voll vernetzte Logistik

Das klingt schlüssig, setzt allerdings voll integrierte Logistikprozesse voraus. Technische Basis hierfür sind intelligente und interaktive Planungswerkzeuge. Ein Beispiel dafür ist die Add-on-Lösung ParCon easyTrack. Sie erweitert die Anwendungen SAP ERP und – jetzt ganz neu – auch SAP Transportation Management (SAP TM) um Funktionen zur interaktiven Disposition und Tourenoptimierung. Integrierte Geodaten erlauben es, Lkw-gerechte Entfernungen und Transportzeiten zu ermitteln. Touren werden automatisch optimiert, wobei sich Faktoren wie Lieferzeitfenster bei Warenempfängern oder eigene Kapazitäten und Auslastungen berücksichtigen lassen. Das System erzeugt automatisch die günstigste Reihenfolge und berücksichtigt dabei verschiedene Parameter wie Fahrzeugkapazitäten, Annahmezeiten der Empfänger sowie Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer. Jeder Transport und zugehörige Aufträge werden auf einer Karte grafisch dargestellt und lassen sich per Kontextmenü direkt verarbeiten, beispielsweise durch Erweiterung einer Tour um zusätzliche Lieferungen.

Der Disponent ist somit in der Lage, die Touren so zeit- und wegsparend wie möglich zu planen und bei Zwischenfällen rechtzeitig einzugreifen. „Neu in easyTrack ist, dass die Kartenplanung nun auch losgelöst vom klassischen GUI-basierten Planungscockpit verfügbar ist und sich somit browserbasiert auch in Internetszenarien z.B. für die Einbindung von Logistikdienstleistern oder entfernten Standorten direkt nutzen lässt“, berichtet Zölzer. „Wir versprechen uns dadurch einen deutlichen Flexibilitäts- und Geschwindigkeitsgewinn bei der Durchführung der Planung.“ Doch bei ParCon denkt man noch weiter.

Tourenplanung auf Basis von SAP HANA

Künftig soll easyTrack auch die Rechenpower von SAP HANA nutzen – Ausgangspunkt für viele neue Einsatzszenarien. Denn nur so entsteht die technische Grundlage, um enorme Datenmengen aus verschiedenen SAP-Systemen oder einer ganzen Fahrzeugflotte einzuspielen und in der Planung zu berücksichtigen. Ein Beispiel: Übermittelt ein Fahrzeug seine Positionsdaten alle 30 Sekunden, fallen pro Stunde 120 Datensätze an. Mit einer größeren Fahrzeugflotte multipliziert sich dieser Wert. Die Zahl steigt noch weiter, wenn auch Eventdaten wie Be- oder Entladungen hinzukommen. Eine zentrale SAP-HANA-Datenbank kann diese Informationsflut problemlos verarbeiten und dann einem Disponenten in Echtzeit einen Überblick in Kartenform liefern und aktuelle Ankunftszeiten errechnen.

Ein anderes Szenario könnte so aussehen: Ein Versender übergibt einen Auftrag an einen Transportdienstleister, der für ihn an einem Tag nur eine Auslieferung macht. Der Dienstleister  berücksichtigt die Lieferung in seiner Tourenplanung und erhält von der ParCon-Plattform eine eindeutige ID. Damit kann sich dann der Transportdienstleister über seine bereits vorhandene, browserfähige Onboard-Unit anmelden. Sie gibt Informationen wie Standort und Geschwindigkeit sowie die zu erwartende Ankunftszeit an die ParCon-Plattform zurück. Zeitgleich erfährt der Empfänger, wann die Lieferung aller Voraussicht nach bei ihm ankommt, und kann dem Dienstleister ad hoc eine Laderampe zuweisen. Fährt der Lkw auf das Auslieferungsgelände, zeigt seine Onboard-Unit auf lokalem Kartenmaterial umgehend den Weg zu seinem Entlade-Gate. Nach der Be- oder Entladung fließen alle logistikrelevanten Daten wie Fahr-, Be- und Entladezeiten, Wartezeiten oder die Termintreue an die Beteiligten, wo sie ausgewertet werden. „Dieses Szenario ist nur auf Grundlage einer leistungsfähige Plattform wie SAP HANA realisierbar“, sagt Zölzer.

„Wir planen eine offene Welt, vorhandene Endgeräte lassen sich verwenden.“ Der Zugriff per Browser macht es möglich. Ziel ist, alle Daten in die Cloud zu bringen und damit multiclient-fähig zu machen. Vorstellbar wäre eine standardisierte Plattform, die vielen Dienstleistern zum gegenseitigen Informationsaustausch offensteht. „Das ist unser Fernziel“, so Zölzer. „Wir sind innovativ und denken den nächsten Schritt weiter.“ Davon könnten künftig besonders kleinere Logistikdienstleister profitieren. „Große Unternehmen besitzen die Mittel, ausgefeilte Logistik-IT für sich nutzbar zu machen. Mit unserer Plattform könnten die Kleinen hier nachziehen.“ Dynamischen Begegnungsverkehren gehört die Zukunft, mit innovativen Konzepten von ParCon sind auch kleinere Logistikunternehmen ein Teil davon.

Weitere Informationen:
Hier die SAP-Add-ons von ParCon im Detail kennenlernen.
Mehr über den SAP-Partner ParCon Consulting erfahren.

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