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Trend 2015: Das Jahr der Smart Watches

Feature | 26. Januar 2015 von Andreas Schmitz 0

Der Markt für Tablets und Smartphone wächst nicht mehr. Jetzt versprechen sich die Hersteller ein großes Geschäft mit Smart Watches. Kein Wunder: Allein in den USA sollen 10,8 Millionen Geräte im laufenden Jahr über den Ladentisch gehen.

Auf der diesjährigen Consumer Electronic Show in Las Vegas waren sie wieder zu sehen, die Wearables der Stunde. Armbänder, die blinken, wenn jemand anruft, Smart Glasses, die erkennen, wenn der Träger müde wird und jede Menge Smart Watches, intelligente Uhren, denen man künftig das Einparken des Autos überlassen kann oder aber die Bedienung von Rolladen oder der Heizung im eigenen Haus. Die Smart Watches werden, so aktuelle Zahlen der US-amerikanischen Consumer Electronics Association (CEA), die Umsatzrenner in diesem Jahr. 10,8 Millionen Geräte sollen im laufenden Jahr über den Ladentisch gehen, dreieinhalb mal so viele wie im vergangenen Jahr. 2,6 Milliarden Euro Umsatz erwarten die Marktforscher für 2015, mehr als viereinhalb Mal so viel wie im Vorjahr. Das ist mehr als die Hälfte des erwarteten Europäischen Gesamtumsatzes an Wearables von 4,55 Milliarden Euro (+22 Prozent gegenüber 2014).

Apple Watch mit hohen Umsatzerwartungen

Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist die Apple Watch auf dem Markt, das zum Königsprodukt unter den Smart Watches avanciert. Und hier erwarten Analysten des US-Investment-Beratungshauses Evercore einen Umsatz allein mit dieser Uhr von knapp 7,8 Milliarden Euro. „Apple wird das Produkt so inszenieren, dass man nicht mehr ohne auskommt“, prognostiziert Rouven Hohendorff, der Innovation Analyst beim Hamburger Trendforscher Trend One. Zudem verspricht die Apple Watch einige Neuerungen: Ein Knopfdruck genügt und schon ist das Telefongespräch, das sich mit einer Vibration gemeldet hat, angenommen. Zudem ist die Uhr EC-Karte und Zugangskarte in einem. „Die Uhr verifiziert die Person über den Puls“, erläutert Hohendorff, der seit Jahren für Trend One so genannte Mikrotrendforschung betreibt, also Innovationen aufspürt. Die 250 stärksten Innovationen veröffentlicht Trend One Monat für Monat. Lassen sich Themen clustern, entsteht ein Makrotrend, wie die Wearables. „Vor zwei Jahren gab es nur vereinzelte Innovationen“, beobachtet Hohendorff, „inzwischen hat etwa jede zehnte Innovation, die wir finden, etwas mit Wearables zu tun“. Das sind Kleidungsstücke, die Bewegungsmuster analysieren und so feststellen, ob ein epileptischer Anfall bevorsteht, Ärmel für Basketballer, die damit ihre Wurftechnik verbessern können oder Ringe, die den aktuellsten Tweet anzeigen.

2015: Markt für 25 Millionen Smart Watches

Über alle Innovation hinweg kristallisieren sich für 2015 die Smart Watches als die Wearables heraus, die mit dem größten Wachstum rechnen können. Während 2013 nur 1,2 Millionen Uhren weltweit verkauft wurden, sind es 2014 bereits 7,4 Millionen und für 2015 erwarten Markforscher nach Angaben des Online-Statistikportals statista.de 24,92 Millionen. Da halten die Smart Glasses, die beispielsweise in der Gesundheits- und Fertigungsbranche bereits eingesetzt werden und gerade im B2B-Sektor ein großes Potenzial versprechen, aktuell nicht mit: Während 2013 so gut wie keine Datenbrille verkauft wurde, sind es im vergangenen Jahr etwas über zwei Millionen gewesen. Für 2015 erwarten die Marktforscher etwas über zehn Millionen verkaufte Datenbrillen weltweit.

Wie sich digitale vernetzte Geräte verändern

Auch die Studie „Engaging the Digital Consumer in the New Connected World“ von SAP-Partner Accenture bestätigt diese Entwicklung. Während Smartphones und Tablets nicht mehr so gefragt sind wie im Vorjahr, ist abgesehen vom digitalen Sicherheitssystem kein intelligentes Gerät vom tragbaren Fitness-Monitor über einen 3-D-Drucker bis hin zur persönlichen Drohne über den Zeitraum der kommenden drei bis fünf Jahre gesehen so begehrt wie die Smart Watch. Dennoch gibt es noch einen Stolperstein: die schlechte Bedienbarkeit. So beschwerten sich noch 24 Prozent der Smart Watch-Nutzer, 22 Prozent der Datenbrillen-Konsumenten und 21 Prozent der Träger intelligenter Kleidung darüber, dass die Produkte zu kompliziert seien und die Lösungen nicht zuverlässig funktionierten. Entsprechend ist das Kriterium Einfachheit den für die Umfrage weltweit befragten 40.000 Konsumenten das allerwichtigste.

Weitere Informationen:

Eine Selektion interessanter Wearable-Innovationen finden Sie im Trend-Book von Trend One.

SAP Banking: Google Glass und Pebble Smartwatch nutzen

Bosch: Was Smart Glasses in der Logistik bringen

Bild: Apple

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