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IT-Trends 2014

Feature | 3. Februar 2014 von Friederike Orths 0

Die Anforderungen an die IT bleiben dieselben: Effizienz steigern, Geschäftsprozesse verbessern, Kosten senken, Services konstant am Laufen halten und das Unternehmen bei Veränderungen unterstützen. Trotzdem zeichnen sich auch neue Entwicklungen ab. Für die Studie befragte IT-Dienstleister und SAP-Partner Capgemini 141 IT-Verantwortliche aus der DACH-Region.

Die IT-Trends im Einzelnen:
1. Tops und Flops: Sicherheit  gewinnt, App-Stores verlieren

Die durch die NSA-Affäre neu entfachte Sicherheitsdebatte zeigt auch Auswirkungen auf die IT-Branche. Das bestätigt der Blick auf die wichtigsten Technologien 2014: Mit Business Continuity, Schutz vor Malware und Security Compliance stehen neben Virtualisierung und Integration von Standard- und Individualsoftware auffallend viele Sicherheitsthemen auf den ersten fünf Plätzen. Auch der Schutz vor Industrie- und Datenspionage hat signifikant an Bedeutung gewonnen. Als nebensächlich bewerten die CIOs ähnlich wie im letzten Jahr App-Stores für Kunden oder das Thema Bring Your Own Device. Das jahrelange Zögern bei der M2M-Kommunikation scheint hingegen zu Ende zu sein: 23 Prozent der Befragten setzen M2M-Kommunikation bereits ein, zwölf Prozent sind in der Implementierungsphase und weitere dreizehn Prozent planen, sie einzuführen. Darüber hinaus arbeiten viele CIOs in diesem Jahr an der Planung und Implementierung von Enterprise Collaboration-Plattformen, Lösungen für das Identity und Access Management sowie an der Einbindung von Kunden in die digitale Prozessabwicklung.

2. Cloud wird Standard

Trotz des erhöhten Sicherheitsbedürfnisses ist die Cloud auch aus dem deutschsprachigen Raum nicht mehr wegzudenken – besonders die private Cloud. Etwa 30 Prozent der IT-Leistungen kommen inzwischen aus der unternehmenseigenen Cloud. Damit haben sich ihre Kapazitäten fast verdoppelt. Gründe dürften zum Beispiel in der besseren Kontrolle liegen, wenn die Prozesse im eigenen Haus bleiben: „Die Tür in Sachen Cloud ist in Deutschland weiter geöffnet. Unternehmen haben die Dos & Don’ts im Cloud-Bereich inzwischen gut gelernt und genügend Erfahrung für einen breiteren Einsatz. Da ist die NSA-Affäre kein Hindernis – auch wenn sie sicher nochmal das Sicherheitsbewusstsein geschärft hat“,  so Uwe Dumslaff, Chief Technology Officer bei Capgemini in Deutschland. Skepsis herrscht hingegen gegenüber der Public Cloud und externen Services: Hier werden nur knapp über vier Prozent der IT-Gesamtleistung erzielt.

3. Großes Optimierungspotential bei Agilität

Die IT muss zu den Bedürfnissen ihrer Anwender passen. Fachabteilungen stehen vor der Herausforderung, die IT-Landschaft möglichst genau mit speziellen Anforderungen zu koordinieren: Neue Anwendungen müssen immer schneller entwickelt und angepasst werden, ohne dass die Qualität darunter leidet. Dies ist derzeit aber nur bei jedem fünften Unternehmen der Fall – 37 Prozent haben gerade erst begonnen, an ihrer Agilität zu arbeiten. „Die Daten zeigen, dass die Agilität eines Unternehmens nicht mit seiner Größe zusammenhängt. Sie entsteht, wenn sich die IT an den geschäftlichen Anforderungen orientiert, der CIO eng mit dem Management zusammenarbeitet und den Erfolg der IT anhand von Business- und IT-Kennzahlen misst“, meint  Peter Lempp, COO Application Services bei Capgemini in Deutschland. „All das plus eine flexible IT führt dazu, dass das Unternehmen schneller reagieren kann.“

4. Mehr IT-Know-how in der Chefetage

Mehr als die Hälfte der befragten CIOs sind der Meinung, dass das IT-Know-how  in der Geschäftsführung in den letzten Jahren zugenommen hat. Daher werden bei 61 Prozent der Unternehmen IT-Themen auch immer öfter mit der Geschäftsführung und dem Vorstand besprochen. Das führt laut 23 Prozent der IT-Beauftragten zu einer besseren Zusammenarbeit. Dieser Wissenszuwachs hat allerdings auch eine Kehrseite: Fast zwölf Prozent weniger CIOs nehmen regelmäßig an den Board-Sitzungen teil.

5. Outsourcing-Partner als verlängerte Werkbank der IT

Besonders bei Finanzdienstleistern sind freie Mitarbeiter zu einem festen Bestandteil der Organisation geworden, sie erbringen knapp 30 Prozent der IT-Gesamtleistung. Insgesamt erfüllen knapp 77 Prozent der Outsourcing-Partner die Funktion eines Dienstleisters. Für nur 17 Prozent spielen sie eine Rolle bei der Durchsetzung von Geschäftszielen. Und als Innovationspartner werden nur noch knapp sechs Prozent gesehen, diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr (11,7 Prozent) halbiert. Bei Gewerkegrößen und Vertragslaufzeiten ändern sich die Bedingungen: 35,2 Prozent der Befragten rechnen mit größeren Gewerken in Richtung Full-Outsourcing, während 27,3 Prozent von einer verstärkten Vergabe kleinerer Leistungspakete an viele Spezialisten ausgehen. Gleichzeitig erwartet über ein Drittel (33,7 Prozent) der Befragten kürzere Vertragslaufzeiten.

Zur kompletten Studie geht es hier.

 

 

Bildquelle: Shutterstock

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