Trends in Produktstrategie umgesetzt

Feature | 4. Oktober 2006 von admin 0

Mittelständler stehen heute verstärkt im internationalen Wettbewerb. Wer sich langfristig am Markt behaupten will, benötigt eine marktgerechte betriebswirtschaftliche Software. Diese muss Geschäftsprozesse durchgängig abbilden und rasch an neue Marktanforderungen anpassbar sein. „Diese Vorgaben setzen wir mit SAP Business One konsequent um“, erklärt Jürgen Kleinsteuber, Bereichsleiter Partner Management Vertrieb Mittelstand bei SAP. Zum einen ist die Anwendung auf den kleinen Mittelstand mit zehn bis 100 Mitarbeitern sowie auf kleinere Konzerntöchter zugeschnitten. „Zum anderen entwickeln wir SAP Business One kontinuierlich weiter und orientieren uns dabei an den Erfordernissen des Mittelstands“, so Kleinsteuber weiter.

Kundenanforderungen aufgegriffen

Um diese zu identifizieren nimmt das Produktmanagement von SAP Business One gemeinsam mit SAP-Partnern Anregungen, Vorschläge sowie Anforderungen von Kunden auf und konsolidiert diese. Hinzu kommen Marktanalysen von unabhängigen Marktforschern, die durch Befragungen übergreifende Trends im Mittelstand identifizieren – etwa Aberdeen Group, Yankee Group oder Techconsult – sowie eigene Studien. Diese Quellen ergeben für Kleinsteuber ein sehr genaues Bild der tatsächlichen Kundenanforderungen, die SAP im Rahmen der Produktstrategie für SAP Business One umsetzt. „Funktionen, die für eine große Zahl mittelständischer Unternehmen branchenübergreifend relevant sind, werden direkt in den Kern integriert“, verdeutlicht Kleinsteuber. „Unser Ziel ist, die Anwendung um zusätzliche Funktionen zu erweitern und sie gleichzeitig sehr schlank und damit attraktiv für den kleinen Mittelstand zu halten.“ Branchenspezifische Anforderungen, wie sie etwa die Fertigungsindustrie hat, werden deshalb weiterhin über die zertifizierten Add-Ons qualifizierter SAP-Business-Partner abgebildet.
Diese Vorgehensweise hat sich bereits in der Vergangenheit bewährt. So wünschten beispielsweise zahlreiche Kunden zusätzliche analytische Funktionen in SAP Business One. Diese sollten schnelle und einfache Auswertungen aus unterschiedlichen Quellen wie Hauptbuchhaltung, Vertrieb, Einkauf, Lagerverwaltung oder den Konten für Forderungen und Verbindlichkeiten ermöglichen. Die SAP AG übernahm im Jahr 2005 das norwegische Softwarehaus iLytix Systems und integrierte die Analyse- und Berichtssoftware XL-Reporter in die ERP-Anwendung.
„In letzter Zeit haben sich zwei weitere Trends in mittelständischen Firmen und damit zusätzliche Anforderungsprofile an SAP Business One herauskristallisiert“, erklärt Jürgen Kleinsteuber. Zum einen wollen kleine Unternehmen ihre Services oder Produkte vermehrt über das Internet vermarkten. Zum anderen haben diese Unternehmen inzwischen erweiterte Anforderungen an das Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relationship Management, CRM). Dazu gehören etwa ein Kampagnenmanagement oder die mobile Erfassung von Aufträgen und der Zugriff auf Kundendaten im Außendienst über einen Web-Client. „Das war das Signal für uns, leistungsstarke E-Commerce- und CRM-Funktionalitäten in den Kern von SAP Business One zu integrieren“, verdeutlicht Jürgen Kleinsteuber.

Erprobte Zusatzlösungen einkaufen und integrieren

Zusatzlösungen für SAP Business One

Zusatzlösungen für SAP Business One

Der SAP-Partner Praxis Software Solutions bot mit NetPoint Focus und NetPoint Commerce bereits entsprechende Zusatzprodukte für SAP Business One an. Die Zusatzlösungen des Partners sind qualitativ hochwertig und haben sich im praktischen Einsatz vielfach bewährt. Bereits 100 Kunden weltweit nutzen das Angebot. SAP hatte die US-Firma aus Minneapolis als “SAP Business One Partner des Jahres” und zweimal hintereinander mit dem „Pinnacle award“ ausgezeichnet. Die Entscheidung, Praxis Software Solutions zu erwerben und die Zusatzlösungen vollständig in SAP Business One einzubinden, war für Kleinsteuber daher eine logische Konsequenz, denn: „Die Produkte von Praxis Software passen ideal zur Produktstrategie von SAP Business One.“
Auch unabhängige Marktforscher und Analysten beurteilen den Kauf von Praxis Software durch SAP positiv. Laut Aberdeen Group ist eine der größten Herausforderungen, mit denen Mittelständler zu kämpfen haben, die Konsolidierung von Vertriebs-, Lager- und Kundendaten. Speziell kleine Handelsfirmen würden deshalb von den in die betriebswirtschaftlichen Prozesse integrierten E-Commerce- und CRM-Funktionen profitieren. Für Sanjeev Aggarwal, Senior Analyst bei der Yankee Group, ist die enge Verzahnung zwischen Front- und Backoffice die Voraussetzung für profitabel geführte Mittelstandsunternehmen. Darüber hinaus ist die E-Commerce-Integration „ein Schlüsselfaktor, um die Mitarbeiterproduktivität und -effizienz in mittelständischen Unternehmen zu steigern.“

Web-Shop ohne Schnittstellen

Mit der Integration von NetPoint Commerce erhalten Mittelständler umfassende Funktionalitäten, um Web-Shops aufzubauen und zu betreiben. Dazu zählen unter anderem Designfunktionen, Masken für die Gestaltung, ein Warenkorb sowie ein Online-Kundenservice. Legt ein Händler in SAP Business One ein neues Produkt an, werden die relevanten Informationen, etwa Produktdaten, Bilder oder Preis, automatisch in den Shop übertragen.
„Ändert oder aktualisiert der Händler nun in den Produktstammdaten die Preise, die in der ERP-Anwendung hinterlegt sind, wird diese Änderung automatisch an den Shop übermittelt und dort die Preise umgehend angeglichen“, erläutert Kleinsteuber. Das reduziert erheblich den zeitlichen Aufwand, um Produktdaten zu pflegen, da sie nur einmal angelegt oder geändert werden müssen. Der Datenaustausch zwischen SAP Business One und dem Web-Shop wird außerdem ohne die bisher bei einer Zusatzlösung üblichen Schnittstellen abgewickelt. Damit stehen alle relevanten Informationen sowie Änderungen sofort und in hoher Qualität zur Verfügung.

Kurzer Draht zum Kunden

Die CRM-Funktionalitäten von NetPoint Focus wiederum ergänzen und erweitern die vorhandene CRM-Funktionalität in SAP Business One. Sie erlauben Mitarbeitern, sofort auf alle relevanten Kundendaten zuzugreifen, diese zu ergänzen und zu aktualisieren sowie Bestellungen aufzunehmen. Legt der Kunde ein Produkt in den Warenkorb und geht zur virtuellen Kasse, erkennt die Software anhand der zum Kauf erforderlichen Kundendaten, ob der Käufer noch offene Rechnungen hat und wenn ja, in welcher Höhe. Mitarbeiter prüfen anhand dieser Daten die Bestellung und legen fest, ob ein Kunde auf Rechnung oder Kreditkarte bezahlen darf oder nur gegen Vorkasse. Das Kampagnenmanagement wiederum steuert, welche Produkte im Online-Shop platziert und welche zu Sonderkonditionen verkauft werden. Zeitgleich wird geprüft, welche und wie viele der im Web-Shop angebotenen Produkte noch auf Lager sind oder nachbestellt werden müssen.
Kleine Handelsunternehmen, deren Mitarbeiter viel im Außendienst unterwegs sind, profitieren vom mobilen Zugriff auf SAP Business One über einen Web-Client. Vertriebsmitarbeiter können nun jederzeit mit ihren mobilen Anwendungen im Verkaufsgespräch auf Kunden- und Produktdaten zugreifen, die in der betriebswirtschaftlichen Standard-Software hinterlegt sind. Dazu gehören Informationen zu Umsätzen, offenen Rechnungen und Kontakten. Zudem lassen sich Anfragen und Bestellungen bereits „vor Ort“ aufnehmen. Diese werden an SAP Business One verschickt, geprüft – etwa ob ein Produkt auf Lager ist – und umgehend wird eine Bestellbestätigung per Mail oder Fax an den Kunden verschickt. „Die für eine Bestellung erforderlichen Daten und Informationen werden nur einmal eingegeben“, beschreibt Jürgen Kleinsteuber die Vorteile. „So entfällt der bisher erforderliche Arbeitsschritt, Bestelldaten aus ausgefüllten Papierformularen später manuell in SAP Business One einzutippen. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern erhöht auch die Daten- und Informationsqualität.“

E-Commerce-Potenziale ausschöpfen

Beide Zusatzlösungen von Praxis Software sind über das Software Development Kit (SDK) vollständig in SAP Business One integriert. SAP Business One und die neuen Funktionalitäten stehen Kunden auf einer Installations-CD zur Verfügung und werden, im Unterschied zu Zusatzlösungen (Add-Ons) von SAP-Partnern, in einem Durchgang implementiert. „Das spart Zeit und senkt Einführungskosten“, hebt Kleinsteuber hervor. Ein weiteres Plus: Die Zusatzlösungen von Praxis Software Solutions sind derzeit in acht Sprachversionen verfügbar, was besonders international agierenden Mittelständlern entgegenkommt. Weitere Sprachversionen wird SAP je nach Nachfrage aus den einzelnen Ländern erstellen.
„Kleine Mittelständler schöpfen mit den zusätzlichen Funktionalitäten die Möglichkeiten des Online-Handels mit effizienter Kundenbindung voll aus“, schließt Jürgen Kleinsteuber. „Sie profitieren vom Web-Shop über die Lagerhaltung bis hin zum Kundenmanagement und -service von durchgängigen und transparenten Prozessen. Das senkt Kosten und steigert den Ertrag.“

Dr. Andreas Schaffry

Dr. Andreas Schaffry

Leave a Reply