Soccer team in a huddle

Trenitalias IoT-Strategie sorgt für Pünktlichkeit im Zugverkehr

10. Oktober 2016 von Judith Magyar 5

Internet der Dinge: Italiens größter Bahnkonzern setzt mit Predictive Analytics auf eine vorausschauende Wartung seiner Züge.

Wer wartet gerne auf Züge? Richtig – niemand!
Ein wesentlicher Grund für Zugverspätungen sind unvorhergesehene Wartungsarbeiten, die zeit-, arbeits- und nicht zuletzt kostenaufwändig sind. Üblicherweise beurteilen Mitarbeiter nach der Zahl der Monate, die ein Zug im Einsatz war oder anhand der Kilometerzahl, ob eine Wartung fällig ist. Dabei übersehen sie aber häufig andere wesentliche Einflussfaktoren, wie Materialverschleiß und Wetterbedingungen.

In Zusammenarbeit mit SAP IOT möchte Trenitalia zeigen, dass es effektivere Möglichkeiten gibt, Züge in Schuss zu halten. Und das zahlt sich in Form von geringeren Betriebskosten und zufriedenen Kunden aus. „Einer der teuersten und neuralgischsten Bereiche ist die Verwaltung der Schienenfahrzeuge“, meint Danilo Gsmondi, CIO bei Trenitalia, Italiens führendem Bahnunternehmen und Teil des FS-Konzerns, Europas gewinnstärkstem Player im Bahnsektor.

Mit SAP HANA können wir Defekte vorhersagen, bevor sie auftreten.

„Bei Trenitalia konnten wir diesen Bereich erfolgreich optimieren, indem wir inzwischen Daten analysieren, die von tausenden an Zügen befestigten Sensoren übermittelt werden. Das Dynamic Management Maintenance System (DMMS) mit einer HANA-Plattform kann Defekte vorhersagen, noch bevor sie auftreten.“

Umstellung der Wartungsmatrix dank Predictive Analytics

Bisher basierten Wartungspläne auf den Daten eines korrektiven beziehungsweise präventiven Systems. Leider berücksichtigen festgelegte Wartungspläne, die sich an Entfernung oder Einsatzzeit orientieren, nicht den Verschleiß von Einzelteilen wie Bremsen, Rädern, Türen oder Motoren. Das Problem bei diesem Ansatz ist, dass er den Zustand der einzelnen Komponenten außer Acht lässt, der wiederum vom Einsatzzweck des Fahrzeuges, der Anzahl täglicher Fahrten, Umweltbedingungen und der Belegung abhängt.

Das hat sich mit DMMS geändert. Jetzt kann Trenitalia Daten einzelner Betriebsmittel, wie Motoren, Batterien oder Bremsen mithilfe von Lebenszyklusmodellen, Verschleiß und vergleichbaren Indikatoren miteinander verknüpfen. So kann das Unternehmen den Zustand eines Teiles anhand von Zyklen, Betriebsstunden, Kilometerzahl, Temperatur und ähnlichen Parametern feststellen. Eine Wartung wird angestoßen, wenn festgelegte Grenzwerte erreicht sind oder wenn ein bestimmter Parameter abweicht, was ein Anzeichen für einen drohenden Defekt sein kann, der umgehend behoben werden muss.

Der Umstieg zu einer vorausschauenden Wartung bietet Vorteile

Laut Danilo, zieht der Umstieg auf DMMS große Veränderungen nach sich. Durch den Wechsel von einem korrektiven und präventiven System auf ein vorausschauendes ändert sich der gesamte Wartungsprozess. Zudem beschleunigt der Einsatz von Scannern und Robotern zur Fehlerfindung oder Tablets zur Verwaltung der Wartungsaktivitäten die Digitalisierung der Wartung.

Eine weitere wichtige Neuerung stellt die Einführung eines integrierten Kommunikationssystems für Lieferanten, Ingenieure, Techniker und externe Partner dar, das an die Stelle des alten unzuverlässigen Systems tritt. Dadurch soll man untereinander Informationen austauschen und die Fähigkeiten sowie das Know-how der anderen nutzen können.

Weitere Informationen:

Trenitalia und SAP stellen gemeinsam digitale Innovationen vor

Tags: , ,

Leave a Reply