Triebfedern für Wachstum und Innovation

Feature | 12. Dezember 2005 von admin 0

Im klinischen Bereich setzen vorausschauende Organisationen auf besonders innovative Technologien. So werden Ärzte mit drahtlosen Endgeräten ausgestattet, die mit elektronischen Krankenakten verbunden sind, damit sie zeitnah Krankengeschichten überprüfen und Therapien anordnen können.
Diese Geräte arbeiten mit automatischen Identifizierungstechnologien wie RFID (Radio Frequency Identification) sowie mit Barcodes auf Patientenarmbändern und Zugriff auf Patientendaten und Bilder, der den zeitaufwändigen und fehleranfälligen Umgang mit papiergebundenen Informationen erübrigt. Solche Innovationen ermöglichen nahtlose, schnellere Entscheidungsprozesse und sorgen für bessere klinische Ergebnisse.
Auch in der Verwaltung sind viele Organisationen bestrebt, vor allem solche Geschäftsprozesse zu straffen, die das operative Geschäft entscheidend beeinflussen. Dazu gehören zum Beispiel eine schnelle und genaue Leistungsabrechnung, transparente Finanzen sowie die Verbesserung des Personalmanagements und anderer wichtiger Verwaltungs- und Backoffice-Aufgaben. Um diese Ziele zu erreichen, integrieren die Organisationen einzelne Anwendungen und betriebswirtschaftliche Standardlösungen (Enterprise Resource Planning -ERP) oder setzen auf Serviceorientierte Architekturen (SOA).
Verbesserte Verwaltungsabläufe steigern die Liquidität der gesamten Organisation und sorgen für die oft geforderte finanzielle Transparenz. Der Einsatz von SOA, die Internet, Intranet und Extranet integrieren und Geschäftsprozesse vereinfachen, wird zu einem allgemeinen Trend: Sie bietet den Organisationen Flexibilität und Interoperabilität.
Den Analysten von Gartner zufolge werden bis zum Jahr 2010 viele Unternehmen auch im Gesundheitswesen eine SOA einführen oder bereits eingeführt haben. International Data Corp.(IDC) schätzt, dass die weltweiten Ausgaben für SOA-Software zwischen 2003 und 2008 von rund 900 Millionen Euro auf 9 Milliarden Euro jährlich steigen.

Viele moderne Gesundheitseinrichtungen führen bereits heute SOA und andere innovative Technologien ein, um den Wandel in ihrer Organisation voranzutreiben. So werden mit Hilfe der IT reaktionsschnelle, interaktive und geschäftsorientierte Prozesse geschaffen. Damit vollzieht sich im Gesundheitswesen ebenso wie in anderen Branchen der Übergang von unflexiblen Architekturen und heterogenen Lösungen zu einem integrierten System. In Wirtschaftsunternehmen wie in gemeinnützigen Organisationen zählen die Standardisierung von Geschäftsprozessen und die Umstellung auf SOA zu den Erfolgsfaktoren.
Doch gibt es im Gesundheitswesen einen entscheidenden Unterschied: Keine andere Branche steht unter größerem Druck, die Produktivität zu steigern und gleichzeitig eine Schwindel erregende Zahl von Vorschriften und Initiativen einzuhalten. Nachfolgend sind nur einige der vielen Auflagen genannt, die die IT-Investitionen im Gesundheitswesen in die Höhe treiben:

  • Die deutsche Initiative eHealth fördert den Einsatz elektronischer Gesundheitskarten, die medizinische Informationen und Versicherungsdaten enthalten.
  • Die Einführung von Diagnosis Related Groups (DRGs) in Deutschland dient der Kategorisierung stationärer Aufenthalte und bildet die Basis für die Kostenerstattung.
  • Standardprotokolle wie DICOM und Health Level 7 (HL7), die Kommunikationsregeln für Gesundheitsanwendungen definieren, haben breite Akzeptanz gefunden.
  • Sesame Vitale in Frankreich fordert elektronische Chipkarten mit Daten zur Krankenversicherung der Patienten.
  • Der Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) in den USA verlangt die Sicherheit von Patientendaten auch bei der elektronischen Übertragung.
  • Das Projekt National Health Information Infrastructure dient dem Aufbau eines landesweiten Informationsnetzes im US-Gesundheitswesen. Es ist Teil einer umfassenden Initiative der US-Regierung zur Einführung von IT-Systemen.
  • Die Health Infostructure-Initiative in Kanada fordert die Standardisierung und gemeinsame Nutzung von Daten.
  • Eine Initiative der US-Gesundheitsbehörde FDA zwingt das Gesundheitswesen, im Kampf gegen Medikationsfehler bessere Technologien für die Nachverfolgbarkeit und Authentifizierung von Produkten einzusetzen. Dazu zählen zum Beispiel RFID, Hologramme, Fingerabdrücke und Druckfarben, die ihre Farbe ändern.
  • Das in Japan eingeführte Zahlungssystem Diagnosis Procedure Combination (DPC) soll die Gesundheitsversorgung standardisieren und Krankenhausaufenthalte verkürzen.

Gesundheitseinrichtungen müssen diese Vorgaben umsetzen, wenn sie eine Zukunft haben wollen. Dabei müssen die eingesetzten Technologien zur Steigerung der Produktivität und zur Kostensenkung beitragen. Für Unternehmen im Gesundheitswesen angelegte IT-Innovationen bilden deshalb langfristig die Basis für eine Erfolgsstrategie.

Alexander Fischer

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