U.S. SME IT Spending Report

Feature | 12. März 2008 von Sarah Z. Sleeper 0

Laut AMR Research werden in diesem Jahr rund zwei Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen in den USA ihre IT-Budgets um 5,3 Prozent aufstocken. Das mag auf den ersten Blick wenig erscheinen, ist jedoch angesichts der verhaltenen Wirtschaftsdaten in den USA durchaus ein gutes Zeichen.

Bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen steht die Performance vorhandener Anwendungen im Vordergrund. Erhöhte Nachfrage und stärkerer Wettbewerb veranlassen laut AMR 56 Prozent dieser Unternehmen, ihre Anwendungen für Customer Relationship Management (CRM) zu erneuern oder auszubauen.

Business Intelligence, Performance Management oder andere IT-Werkzeuge stehen bei 51 Prozent auf der Wunschliste. Das gemeinsame Ziel: Die Innovationskraft stärken und das Geschäft ausweiten. Ausschlaggebend für Budgetentscheidungen ist ein Mix aus äußeren und inneren Faktoren – das wirtschaftliche Umfeld zum einen, innerbetriebliche Kostensenkungen zum anderen.

Mr. Jacobson, was ist das wichtigste Ergebnis Ihrer Studie?

Jacobson: Bislang herrschte die Meinung vor, kleine und mittelständische Unternehmen würden ihr IT-Budget vor allem in das operative Geschäft investieren. Das trifft sicher auch weiter zu. Doch für die Firmen spielt auch das Wachstum eine große Rolle. Sie konzentrieren sich darauf, wie sie neue Marktchancen nutzen und den Umsatz steigern können – und wollen nicht nur den Status Quo wahren.

Für die meisten Firmen sind IT und operativer Betrieb ein und dasselbe Thema. Die geschäftlichen Anforderungen, die IT-Investitionen beeinflussen, sind im Wesentlichen IT-Themen. Das gilt sowohl für große als auch für kleine und mittelständische Unternehmen.

Hat Sie ein Ergebnis besonders überrascht?

Jacobson: Einige Einzelergebnisse haben mich überrascht. Was Einflussfaktoren von außen anbelangt, wurde beispielsweise das Thema Globalisierung nicht so hoch bewertet wie von uns erwartet. Die Globalisierung ist zwar wichtig, tritt aber ein wenig in den Hintergrund, weil gerade kleine und mittelständische Unternehmen die Kundennachfrage als vorrangig einstufen. Hinter dieser Nachfrage könnten natürlich wieder globale Kunden stecken – so dass ein Effekt den anderen gewissermaßen maskiert.

Auffällig war auch, wie die geplanten IT-Investitionen in den kommenden zwölf Monaten verwendet werden sollen. Nur wenige Unternehmen haben vor, ihre Anwendungslandschaft komplett auszutauschen. Vielmehr wird versucht, bestehende Anwendungen zu erneuern oder auszubauen. Hierfür wenden sich die Unternehmen an ihren derzeitigen Technologieanbieter – entweder direkt oder über einen Vertriebspartner.

Welche äußeren Einflussfaktoren sind für kleine und mittelständische Unternehmen am wichtigsten?

Jacobson: Kundenbezogene Aspekte, Wettbewerbsdruck und wirtschaftlicher Druck. Den Unternehmen kommt es in erster Linie auf ihre Kunden an. Das sind oft größere Unternehmen, die von ihnen Materialien, Baugruppen oder Dienstleistungen zukaufen.

Diese Abnehmer haben vermutlich spezielle Technologieanforderungen, insbesondere im Hinblick auf gesetzliche Vorschriften oder die Rückverfolgbarkeit. Darauf müssen die Anbieter auch mit Technologie reagieren – und zudem für kürzere Durchlaufzeiten und höhere Rentabilität sorgen.

Damit sind wir schon bei der Wettbewerbsfähigkeit angelangt. Unternehmen können sich nur behaupten, wenn sie mit ihrer Technologie die Produktionslogistik mit dem Bedarf ihrer Kunden in Einklang bringen. Wer expandieren und den Umsatz steigern möchte, muss auf die richtige Technologie setzen. Verfügt ein kleines oder mittelständisches Unternehmen nicht über das notwendige Personal, sind vielleicht Web-Shops oder E-Commerce-Lösungen gefragt und zudem ein Mittel, sich dem globalen Markt zu öffnen.

Zu guter Letzt beeinflussen zahlreiche wirtschaftliche Faktoren die IT-Prioritäten der Unternehmen. Etwa 31 Prozent sorgen sich um ihre Kundenbindung oder das Konsumverhalten ihrer Abnehmer. 18 Prozent haben Inflationsängste, wie sie in unserer Umfrage Ende 2007 äußerten. Möglicherweise würden sie heute den wirtschaftlichen Druck sogar noch stärker empfinden.

Welche Branchen sind hiervon am stärksten betroffen?

Jacobson: Eine enorme Belastung für die Prozessindustrie sind die zahlreichen gesetzlichen Vorschriften. Das gilt vor allem für die Bereiche Chemie und Life Sciences. Life-Sciences-Unternehmen müssen ihre Produktion aufwändig validieren und lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleisten.

Alle Unternehmen müssen detaillierte Datensätze zur Chargenhistorie und Audit-Trails aus der Fertigung liefern. Jede Änderung an Konstruktionen oder im Fertigungsverfahren muss gegenüber der FDA oder einer vergleichbaren internationalen Organisation validiert werden. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren, wenn sie für solche Anforderungen auf Technologie-Unterstützung setzen – und damit eine schnellere Fertigung, kurze Reaktionszeiten oder eine raschere Markteinführung erreichen.

Chemieunternehmen müssen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften auch die REACH-Auflagen der Europäischen Union für die Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien erfüllen. Dabei geht es um Nachweis und Beschränkung bestimmter Substanzen. Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet das, für die Registrierung ihrer Produkte bei der jeweiligen EU-Behörde zu bezahlen. Durch die Registrierungskosten ist ein Produkt möglicherweise nicht mehr rentabel.

Auch Dienstleistungsunternehmen wollen mit der IT Wachstum und Expansion unterstützen. Diese Firmen können von einer neuen Unternehmenssoftware profitieren. Ein kleiner Finanzdienstleister beispielsweise hat Berater im Außendienst. Alle arbeiten mit ihrer eigenen Tabellenkalkulation und dokumentieren ihre Aktivitäten auf unterschiedliche Weise.

Das Unternehmen weiß letztendlich nicht, wer profitabel arbeitet oder nicht. Wie lässt sich das zentralisieren? Wie kommt das Unternehmen zu einer Ergebnisanalyse, die aufzeigt, wo Kosten oder Erträge anfallen und wo die Chancen liegen? Hier hilft eine einheitliche Sicht auf die Unternehmensdaten enorm, den Umsatz zu steigern und zu expandieren.

Welche Prioritäten für die IT-Budgets haben kleine und mittelständische Unternehmen im Vergleich zu großen?

Jacobson: Große Unternehmen werden vielleicht einige wichtige Projekte stoppen oder steigen auf Outsourcing-Modelle um. Viele kleine und mittelständische Unternehmen hingegen müssen in IT investieren, um sich zu behaupten. Allerdings erweitern diese Unternehmen ihren Investitionsrahmen bestenfalls langfristig. So ergab unsere Umfrage, dass etwa die Ausgaben für Business Intelligence oder Performance Management von 2008 bis 2020 nur moderat um 2,1 Prozent steigen werden, für Produkt Lifecycle Management um 4,8 Prozent.

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