Für das Leben lernen

Feature | 5. September 2007 von admin 0

Als eine der weltweit größten Bahngesellschaften beschäftigt Russian Railways über eine Millionen Mitarbeiter – 60 000 davon arbeiten mit SAP-Software. Der Bedarf des Unternehmens an gut ausgebildetem Personal, das SAP-Wissen mitbringt, ist also immens. Russian Railways investiert daher gezielt in die Ausbildung künftiger Mitarbeiter. Das Unternehmen unterstützt Universitäten im ganzen Land und kooperiert seit einigen Jahren mit der SAP im Rahmen des University-Alliances-Programms. Studenten lernen so am Beispiel der SAP-Lösung bewährte Methoden im Transportwesen kennen. Die Rechnung für das Unternehmen geht auf: Viele Absolventen starten ihre berufliche Karriere im Anschluss an ihr Studium bei der Bahngesellschaft.

Immer mehr Unternehmen und Universitäten in Russland folgen diesem Erfolgsmodell, denn die Wirtschaft wächst rasant und damit auch der Bedarf an praxisnah ausgebildeten Mitarbeitern. Das University-Alliances-Programm startete im Jahr 2004 mit der State University Management and Higher School of Economics. Inzwischen unterstützt die SAP in der gesamten C.I.S.-Region etwa 20 Bildungseinrichtungen. Unternehmen profitieren von Absolventen, die das nötige Geschäftsprozess- und SAP-Wissen mitbringen, die Studenten können bereits während des Studiums praktische Erfahrungen sammeln und damit ihre Berufschancen verbessern. Das wiederum stärkt das Renommee der Universitäten.

Wirtschaft und Wissenschaft verknüpfen

Dr. Viktor Taratoukhine ist für das University-Alliances-Programm der Region verantwortlich: „Meine Rolle ist es, die Universitäten mit den entsprechenden Kunden und Partnern zusammen zu bringen.“ Die SAP bietet an den Universitätstyp und Ausbildungsschwerpunkt angepasste Curricula an. Die Bildungseinrichtungen erhalten ein globales Template in Englisch, das sie an ihre Anforderungen anpassen und in ihre Landessprache übersetzen können. Im Angebot sind sowohl Programme, die sich mit SAP-Lösungen befassen, als auch Curricula, bei denen die betriebswirtschaftlichen Inhalte im Vordergrund stehen. „Die Universitäten bekommen von uns die aktuelle Softwareversion sowie das Angebot, sie in einem unserer globalen Zentren zu hosten“, erläutert Taratoukhine.
Auch die St. Petersburg State Polytechnical University nimmt an dem Programm teil. „Wir bilden Ingenieure aus, daher spielen bei uns vor allem die Anbindung von SAP-Software an CAD/CAM-Systeme und Themen wie Product Lifecycle Management oder Datenflussmodelle eine Rolle“, erläutert der Prorektor der Universität, Nikita Golovin. „Doch ein erfolgreicher Ingenieur muss auch Wissen über die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge mitbringen. Hier hilft uns SAP. Zudem sind wir mit der aktuellen Software immer auf den neuesten Stand der Technik. Im Gegenzug sind wir eine Art Innovationslabor für SAP, denn wir stehen in Kontakt zu SAP-Kunden und können so Anforderungen an SAP filtern.“

In einem nächsten Schritt soll eine SAP University Community aufgebaut werden, über die die Institute Erfahrungen und Wissen austauschen können. „Wir bauen gerade ein University Alliances Portal auf“, erzählt Taratoukhine. „Über einen limitierten Zugang geben wir auch akademischen Partnern die Chance, in die Community hinein zu schnuppern.“ So hat die staatliche Universität von Moskau gemeinsam mit dem SAP-Partner Technoserv ein Curriculum erarbeitet. 300 Absolventen schließen dieses Programm jedes Jahr erfolgreich ab.

Praxiserfahrung ist gefragt

Das russische Ausbildungssystem ist nach wie vor auf breites Grundlagenwissen ausgelegt. Mit SAP kommen nun praktische Inhalte dazu. In einem jüngsten Projekt haben zehn junge Wissenschaftler der Universitäten Münster und Moskau sowie Forscher des European Research Center for Information Systems gemeinsam daran gearbeitet, die Prozesse eines russischen Automobilherstellers mit Hilfe der IT effizienter zu gestalten.

„Besonders für die betriebswirtschaftlichen Ausbildungsgänge ist das enorm wichtig“, weiß Taratoukhine. „Wir arbeiten hier mit den Wirtschaftsinstituten der staatlichen Universitäten in Moskau und St. Petersburg eng zusammen.“ An der Graduate School of Management in St. Petersburg ist die SAP im so genannten Beratungskomitee vertreten. Dort werden zum einen die finanziellen Belange des Instituts geregelt als auch inhaltliche Konzepte besprochen. Die SAP unterstützt das Institut auch dabei, ausländische Professoren und Referenten zu gewinnen und sich auf diesem Weg auch stärker in das internationale Netwerk renommierter Wirtschaftsinstitute einzubringen. Dr. Ilja Gorbunov, IT-Direktor der St. Petersburger Graduate School of Management, berichtet: „Wir setzen SAP-Software in Bachelor- und MBA-Programmen ein. Im Praxisteil lernen die Studenten, ein Unternehmen mit Hilfe betriebswirtschaftlicher Software zu steuern. Die SAP unterstützt uns nicht nur mit der notwendigen Software, sondern auch bei der Konzeption von Curricula. So haben wir beispielsweise gemeinsam ein IT-Programm für MBA-Studenten entwickelt.”

Im Rahmen ihres University-Alliances-Programms unterstützt die SAP auch innovative Lernmethoden wie internationale Planspiele. In einer fiktiven Firma werden dabei Geschäftsprozesse im SAP-System abgebildet. Internationale Universitätsteams übernehmen die Rollen im Unternehmen, etwa Einkauf, Marketing oder Controlling. Sie müssen sich über Landes- und Institutsgrenzen austauschen, virtuelle Meetings abhalten. „Mit dieser Ausbildungsmethode können wir die Arbeitsrealität bei SAP gut nachstellen“, erläutert Taraotoukhine. Und das wecke wiederum den Unternehmergeist bei den Studenten: „Viele wollen wissen, wie sie mit einem eigenen Unternehmen das Mittelstandsgeschäft der SAP unterstützen können. So werden die Studenten von heute die treibende Kraft für den wirtschaftlichen Aufschwung von Russland.”

Christina Schnoklake

Christina Schnoklake

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