Mobilsoftware: Problemfall Netzabdeckung

Feature | 29. Juni 2010 von Christiane Stagge 0

Stolperfalle bei mobiler Software: Funklöcher und Netzausfälle (Foto. Telefónica O2 Germany)

Stolperfalle: Funklöcher und Netzausfälle (Foto: Telefónica O2 Germany)

Mit Laptop, iPhone und Co. draußen im sonnigen Biergarten oder am See sitzen und arbeiten – für Viele gerade jetzt in diesen Sommer-Tagen eine Verlockung.

Mobiles Internet ist aber nicht nur auf Grund seines Freizeitwertes interessant. Ob als Außendienstmitarbeiter beim Kunden oder als Marketingmanager während einer Präsentation – Sales-Mitarbeiter müssen unterwegs auf ihre Unternehmenssoftware zugreifen.

Kundendaten einsehen, Route planen, Reports erstellen per iPhone: In unseren Kaufberatungen „Mobile Software: Service und Mobile Software: Sales haben wir über mobiles CRM, BI und ERP berichtet. Doch wem nützt die beste SAP-Software für unterwegs, wenn kein UMTS- oder WLAN-Empfang zur Verfügung steht, die Verbindung plötzlich abbricht und wichtige Auftragsdaten plötzlich weg ist?

Bevor Sie mobile Software in Ihrem Unternehmen einsetzen, sollten Sie sich vorher bei den Mobilfunkanbietern nicht nur nach Tarifmodellen, sondern auch nach der Netzabdeckung informieren.

Embedded Notebooks für besseren UMTS-Empfang

UMTS ist ein Mobilfunkstandard, der solch schnelle Datenübertragungsraten ermöglicht,  dass man über das UMTS-Netz nicht nur telefonieren, sondern auch surfen kann. Das Prinzip ist ganz einfach: Hardware anschließen, PIN eingeben und lossurfen. Inzwischen gibt es auch Laptops mit Slot für UMTS-SIM-Karten – sogenannte embedded Notebooks.

UMTS-Sticks lassen sich über den USB-Anschluss anschließen. UMTS-Karten schiebt man in den PCMCIA-Slot. Für das mobile Surfen haben sich beide Varianten bewährt. Allerdings ist der UMTS-Empfang  mit dem embedded Notebooks oftmals besser, weil die UMTS-Antennen im Display untergebracht und diese dort großflächiger verteilt sind als es in einem kleinen UMTS-USB-Stick möglich wäre.

Auf den folgenden Seiten informieren wir Sie, wie es um die UMTS-Netzabdeckung der Mobilfunkprovider bestellt ist und welche speziellen Angebote es für Firmen gibt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Alles über die Netzabdeckung

Netzabdeckung variiert

Im gesamten Netz der Telekom kann jeder Nutzer bundesweit mit Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 260 kbit/s surfen – so verspricht es zumindest der Mobilfunkanbieter. In  Großstädten seien sogar Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbit/s möglich. Das bedeutet, dass 0,9 MB pro Sekunde übertragen werden, was ungefähr dem Niveau eines DSL 6000er Anschluss entspricht.

Wie gut die UMTS-Netzabdeckung in Ihrem Gebiet ist, können Sie hier testen

Das UMTS-Netz von Vodafone deckt laut Provider 80 Prozent der Fläche Deutschlands ab. Hier können Sie überprüfen, wie es in Ihrer Region aussieht.

In den letzten Jahren hat O2 sein UMTS-Netz enorm ausgebaut, so dass man jetzt auch hier einen guten Empfang hat.

WLAN: Wo ist der Router?

Egal ob in der Großstadt oder auf dem Land: Die UMTS-Verbindung kann sehr stark schwanken, was Auswirkungen auf die Datenübertragungsgeschwindigkeiten hat. Beachten Sie, dass auch Gebäudemauern und Wände ein Übertragungshindernis sein können.

Sicherer sind Sie, wenn Sie sich in der Nähe eines WLAN-Routers oder WLAN-Access Points befinden. Aber auch hier können die Verbindungsschwankungen sehr stark sein, etwa wenn das WLAN-Netz ausgelastet ist oder sich der Router zu weit weg von Ihnen befindet.

Die Telekom verfügt laut eigenen Aussagen deutschlandweit  über 8.000 HotSpots – weltweit seien es 40.000. Ob im ICE, im Starbucks oder im Hauptbahnhof – über die HotSpots können Sie kabellos im Internet surfen, Mails checken und auf das Firmennetz zugreifen. Achtung: Wenn Sie kein Telekom-Kunde sind, sich aber trotzdem ins WLAN-Netz einwählen,  können unter Umständen  hohe Gebühren von bis zu einem Euro pro Stunde entstehen. Für Telekom-Kunden gibt es hierfür preiswerte Tarife und HotSpot-Flatrates.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Apps und Backup-Funktionen

Apps von IT-Partnern

Ob Logistik, CRM oder mobile Überwachung – für Business-Kunden bietet die Telekom spezielle Apps an, die von IT-Partnern entwickelt werden. So gibt es beispielsweise Anwendungen, die RFID unterstützen, Zeit erfassen, Unterschriften digitalisieren oder vor Diebstahl schützen.

Für den sicheren mobilen Datentransfer in das SAP-System sorgt „Mobile IP VPN“. Dabei erhält eine geschlossene Benutzergruppe, also die Firma samt Außendienstmitarbeitern, entsprechende SIM-Karten. Der Verbindungsaufbau erfolgt nur über einen privaten APN und ist nur für die berechtigten SIM-Karten möglich. Ein IPsec-Tunnel sichert die Datenübertragung. Damit sind sämtliche Firmendaten vor dem Zugriff von außen geschützt.

Ähnliches bietet auch Vodafone mit Corporate Data Access an. Wählt sich ein Teilnehmer in das mobile Internet ein, wird die Berechtigung des Nutzers überprüft. Der Nutzer muss sich mit Benutzername und Passwort einloggen, bevor er mobil auf alle Geschäftsdaten zugreifen kann. Die IP-Verbindung erfolgt durch einen gesicherten Tunnel (IPSec), um sie vor Zugriffe von außen zu schützen.

Bei O2 kann man ebenfalls mittels VPN-Client über eine sicherer Verbindung unterwegs auf Firmendaten zugreifen.

Eine Rufnummer für fünf Geräte

Telefonieren, E-Mails lesen und gleichzeitig im SAP-System arbeiten: Telekom bietet mit „Multi SIM“ den Kunden die Option, bis zu drei SIM-Karten für drei Geräte zu erwerben. Egal ob Handy, Blackberry/iPhone oder Laptop – alle Geräte erhalten dieselbe Rufnummer. Die Erreichbarkeit ist durch paralleles Klingeln gewährleistet. So informiert beispielsweise das Smartphone per Signalton über eine neue E-Mail, selbst wenn man gerade mit dem Handy telefoniert. Die Abrechnung erfolgt über eine einzige Rechnung mit Einzelverbindungsnachweisen.

Auch Vodafone bietet eine Rufnummer für drei verschiedene Geräte. Bei O2 ist dieser Service sogar auf bis zu fünf Geräte erweiterbar. Jede zusätzliche SIM-Karte kostet hier 21,50 Euro.

Bei Verbindungsabbruch: Backup-Funktionen

Was kann man tun, wenn die UMTS-Verbindung doch mal wegbricht? Wie lassen sich Daten bei Diebstahl oder Verlust des Notebooks oder Smartphones schützen? Vodafone bietet hierfür den Service Backup PRO zur mobilen Datensicherung und –wiederherstellung an. Die Daten werden dabei verschlüsselt bei Vodafone gehostet. Somit sind sie jederzeit bei Verlust oder Defekt wiederherstellbar. Vodafone Backup PRO ist speziell für kleine und mittelständische Unternehmen konzipiert. Fünf Lizenzschlüssel und 10 GB Speicher kosten 10 Euro im Monat. Weiteren Speicherplatz kann man in 1 GB-Blöcken für einen Euro bei Bedarf hinzubuchen. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt drei Monate.

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