Umweltverträgliche Kostensenkung

Feature | 30. August 2006 von admin 0

Edward Hunter

Edward Hunter

Warum kommt das heikle Thema Energiekosten in der IT-Branche gerade jetzt hoch?

Hunter: Naja, bei einem Ölpreis von aktuell knapp 70 US-Dollar pro Barrel ist das kein Wunder. Außerdem haben mehrere Branchen-Giganten – darunter Google – öffentlich bekannt, dass die steigenden Energiekosten sehr wohl auf die Bilanzen drücken. Die schlechte Nachricht: Es existiert noch keine Metrik, die einen fairen Vergleich der Hardware verschiedener Hersteller in Bezug auf Energieverbrauch ermöglicht. Diese Situation ist weder befriedigend für die Kunden, noch gut für die Umwelt. Bei Sun arbeiten wie daher mit Hochdruck an Innovationen rund um das Thema Energieeffizienz. Des Weiteren sind Chiphersteller und die Environmental Protection Agency (EPA), die zum SPEC Power-Performance Committee gehört, dabei Prozeduren zu entwickeln, wie sich die Servereffizienz messen lässt.

Sun hat im Januar ein Umweltforum zum Thema Energieverbrauch veranstaltet – mit welchen Ergebnissen?

Hunter: Die Kunden wollen heutzutage genauer wissen, wie der Betrieb ihrer Datenzentren zum TCO der Gesamt-IT beiträgt. Ein Teil dieser Betriebskosten wiederum errechnet sich einfach aus dem Stromverbrauch. Hier kommt wieder die vorhin angesprochene Metrik ins Spiel. Um die Hardware vergleichbar zu machen müssen wir den Kunden für den Energieverbrauch relevante Informationen entweder ab Hersteller oder für eine Systemvalidierung in Form von Benchmarks verfügbar machen. Die Hersteller wiederum sind auf Input der Endverbraucher angewiesen: Wie soll die Meßmethode spezifiziert sein, wie die Messgeräte, wie der Vergleich an sich?

Welche Unternehmen sind an einer solchen Metrik derzeit beteiligt?

Hunter: Sun Microsystems, Advanced Micro Devices (AMD), Intel, Hewlett Packard, IBM, Lawrence Berkeley National Labs und Rumsey Engineers haben sich von Anfang an mit in dieser Initiative engagiert.

Was wird diese Metrik – so sie fertig gestellt ist – bringen?

Hunter: Sie wird es den IT-Käufern ermöglichen, beispielsweise die Energieeffizienz von Servern, die einem gewissen Branchenstandard entsprechen, im direkten Vergleich abzulesen. Das wird dann nicht anders sein als bei Benchmark-Messungen zur Systemgeschwindigkeit und der Prozessorleistung mit SPEC oder TPC. Genauso wie der Benzinverbrauch in Liter pro hundert Kilometer dem Autokäufer als wichtige Richtgröße dient, wird diese Metrik bei Servern den Energieverbrauch anzeigen.

Wieviel Einsparpotenzial gibt es denn bei Unternehmen mit einem großen Datenzentrum?

Hunter: Wir haben hier bei Sun verschiedene Technologien ausprobiert, mit der wir Geld sparen können. Alleine der Thin Client Sun Ray reduziert die Energiekosten um acht Millionen US-Dollar pro Jahr. Mit den rund 30 000 Sun Ray Servern im Unternehmen sparen wir in drei Bereichen. Zum einen fallen geringere Kosten für die Systemadministration an, da die Computerressourcen verstärkt zentral administriert werden. Zweitens verbraucht Sun Ray weniger Strom, verursacht also geringere Elektrizitätskosten. Drittens fallen für den Austausch eines Sun Ray Servers erheblich weniger Kosten an als für eine Desktop-Workstation oder einen PC.

Dass der Umweltschutz in einer solchen Initiative Vorteile sieht erklärt sich leicht. Wo aber liegt das Geschäft für Sun?

Hunter: Die heiklen Themen Stromverbrauch und Kühlung im Datenzentrum stehen ganz oben auf der Agenda unserer Kunden und vieler Unternehmen aus allen Branchen. Mit Beiträgen wie unserem energieeffizienten Server stehen wir erst am Anfang damit, hier ein neues Bewusstsein in der IT-Branche zu schaffen. Wir wollen auch in unserem Bereich zeigen, wie sich mit Technologie Ressourcen und Umwelt schonen lassen. Hier gilt die simple Aussage: Alles was unseren Kunden zugute kommt, ist auch gut für uns. Sparen unsere Kunden durch unsere Produkte Geld, werden sie weiter bei uns Kunde bleiben.

Worauf konzentriert sich Sun derzeit in Hinblick auf Energieeffizienz?

Hunter: Unsere T1-Chips laufen energieeffizient auf den T1000- und T2000-Servern. Wir konzentrieren uns darauf, diese Technologie für unsere Kunden zu verbessern. Aus dem Sun Fire T1000-Server haben wir beispielsweise fünfmal mehr Rechnerleistung pro Watt herausgeholt als konkurrierende Produkte, und mit nur vier Watt bei den Sun Ray-Produkten treiben wir die Energieeffizienz weiter voran.

Wir wollen außerdem Bewusstsein schaffen für den gesamten „ökologischen Fußabdruck“, nicht nur für den Energieverbrauch pro Server. Dieser Fußabdruck berechnet sich vereinfacht nach dem aktuellen Verbrauch beispielsweise eines Staatsgebildes verglichen mit seinen geographischen Abmessungen oder seinem Anteil an der Weltbevölkerung. Beispielsweise verbrauchen in den USA etwa fünf Prozent der Weltbevölkerung rund ein Viertel der Energieproduktion der Erde. Den Öko-Fußabdruck verkleinern bedeutet die Gesamtwirkung auf das Ökosystem zu verringern.

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