DSAG: Vereinfachung als Megatrend

19. Februar 2014 von Iris Nagel-Martin 0

Foto: DSAG

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Entgegen aller digitalen und virtuellen Trends zeigen sich die Teilnehmer auf den Technologietagen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. gerne persönlich: „Ausverkauft“ heißt es für die begehrte Veranstaltung, die sich in diesem Jahr den Wünschen ihrer Mitglieder verschrieben hat: Die wollen nämlich praktische Erfahrungen mit den neuen Technologien sammeln. Und so richtete man in Stuttgart extra sechs Hands-on-Sessions ein – ausgerichtet am Konzept der TechEd –, in denen sich der Besucher direkt am System austoben kann: mobile und webbasierte BI-Anwendungen erstellen, die Mobilisierung von SAP HANA, cloudbasierte Entwicklungen testen oder Eigenentwicklungen reduzieren sowie praktische Beispiele ausprobieren.

Andreas Giraud, Vorstand Technologie bei der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V., geht es ebenfalls um einen realitätsnahen Abgleich der neuen Technologien Mobile, In-Memory und Cloud. Welche Vorteile haben Unternehmen durch diese Innovationen? Vor dem Hintergrund, dass die Firmen ihre SAP-Budgets für 2014 auf sechs Prozent halbiert haben, werden Neuausgaben besonders kritisch gesehen. Dieses Ergebnis brachte die 11. Investitionsumfrage der DSAG unter über 400 Entscheidungsträgern in Unternehmen zutage (s. dazu auch Die DSAG-Investitionsumfrage 2014).

Analytics und Cloud stark im Fokus

Doch nicht nur die Kosten entpuppen sich als Hürde. Es gilt auch zu prüfen, ob alle Anforderungen erfüllt und ausreichend Erfahrungen vorhanden sind, um Innovationen umzusetzen. Weiterhin im Fokus:

  • Wie sich Analytics mit neuen Frontend-Tools bei der Datenaufbereitung, Datenanalyse und Informationsbereitstellung beschleunigen lassen.
  • Wie sich Anwendungen, Services und Infrastrukturen reibungslos in die Cloud verlagern lassen bei niedrigen Bereitstellungs- und Betriebskosten.
  • Wie die Anwender unter anderem durch ihr privates Nutzerverhalten Anforderungen an die IT mitbestimmen eine Ausrichtung vorgeben.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: HTML 5 und die UI5-Library als Grundlage, SAP Fiori als Philosophie

Hierbei bieten die Walldorfer ausreichend Hilfestellung. Technologischen Anforderungen in SAP HANA begegnet man durch eine von DSAG und SAP gemeinsam aufgestellte Roadmap. So wurde Schritt für Schritt SAP BW umgestellt, dann SAP CRM und SAP ERP, schließlich SAP CRM im Serviceumfeld. Zudem können alte Anwendungen in SAP HANA weiterlaufen. Als nächstes wurde das Upgrade-Verfahren erweitert. Weitere Tools werden ab Mitte des Jahres verfügbar sein. Im Bereich Mobile hat die SAP vor allem in SAP Fiori investiert (s. auch Was SAP Fiori bringt), aber auch in Services, die über den Service Marktplatz abrufbar sind.

Auch wer seine Prozesse in die Cloud integriert, erhält Unterstützung von der SAP. Hier gilt es genau zu schauen, wie Content transportiert wird. Wichtig ist dabei zu wissen, keiner muss, jeder kann in die Cloud. „Die Cloud ist ein zusätzliches Angebot der SAP, es ist keine Absage an On-premise“, so Bernd Leukert, Mitglied des erweiterten Vorstands der SAP. Er zeigte das ganze Potential der Unterstützung und Zusammenarbeit auf.

HTML 5 und die UI5-Library als Grundlage, SAP Fiori als Philosophie

Die SAP hat sich als neue Firmenstrategie die Vereinfachung auf die Fahnen geschrieben. In erster Linie denke man an die Endnutzer, so Leukert. Eine einheitliche Technologie, auf der jede Applikation läuft, die das Unternehmen selbst oder ein Partner gebaut hat, ist das Ziel. Dabei bilden HTML 5 und die UI5 Library die technologische Grundlage, SAP Fiori ist die zugrunde liegende Philosophie. „Die Interaktion verändert sich. Enduser-Interaktion muss auf jedem Endgerät möglich sein“, erklärt Leukert. „Der Wettbewerb von morgen lässt sich nicht mit der Technologie von gestern gewinnen.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die drei Komponenten der SAP-Vereinfachungs-Strategie

Technologisch wird dabei ABAP und SQL stärker mit SAP HANA verbunden, das heißt Geschäftsprozesse werden direkt in der Datenbank erledigt, so dass die Geschwindigkeit zunimmt. Zudem will man in Walldorf sämtliche Rahmenbedingungen in Frage stellen, Aggregate und Diversifikationen überprüfen. Modulare Installationen sollen möglich sein, was generell den Aufwand reduziert und damit Kosten senkt. SAP HANA ist zukünftig nicht nur Datenbank, sondern auch Entwicklungs- und Applikationsplattform.

Dies kann zwar nicht von heute auf morgen geschehen, doch die SAP werde ihre Kunden bei dieser Roadmap begleiten, so Leukert. Und: „Die Frage ist nicht mehr, ob ich die neuen Technologien nutzen soll, sondern nur noch, wie komme ich dahin.“ So bedeuten mehr Geräte und mehr Daten am Ende eben auch mehr Chancen.

Die drei Komponenten der SAP-Vereinfachungs-Strategie

Die SAP wird sich 2014 dem Thema Vereinfachung widmen. Hier die konkreten Auswirkungen:

  1. Dank SAP Fiori lässt sich die User Experience für den Endanwender stark vereinfachen. SAP Fiori wird für alle Applikationen als Standard gelten. UI5 Library wird als Open Source deklariert, so kann es für eine Vielzahl sinnvoller Erweiterungen genutzt werden.
  2. Applikationsvereinfachung: Es werden Aggregate und Indizes entfernt, wie dies bereits mit 22 Tabellen im Financial Cash Management geschehen ist. Dabei wird jede Aggregatstabelle überprüft. Dadurch reduzieren sich der Testaufwand, der Data-Footprint, die Systemgröße zum Betreiben der Applikationen – das wiederum führt zu einem günstigeren TCO, der Datendurchsatz wird beschleunigt, was gerade im Warehouse-Management sehr wichtig ist. Auch lassen sich so Applikationen einfacher mit Applikationen beispielsweise von Partnern leichter vernetzen. Nach dem Bereich Financials wird die Überprüfung demnächst in der Logistik stattfinden. Die Ergebnisse sind dann mit der nächsten vierteljährlichen Auslieferung verfügbar.
  3. Auch die Landschaftskonsolidierung wird in Walldorf aktiv angegangen, um eine durchgängige Benutzerführung zu erreichen. Heute bereits verfügbar sind SAP SRM, SAP SCM, SAP PLM mit ERP, das SAP CRM wird bald abgeschlossen sein.

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