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SAP hilft Großstädten, Verkehrsprobleme zu lösen

8. Mai 2015 von Theresa Böhme 0

Die zunehmende Urbanisierung stellt Städte vor Herausforderungen. SAP arbeitet mit lokalen Verkehrsbehörden zusammen, um Verkehrsflüsse in Großstädten zu optimieren.

Vor allem in Ballungszentren nimmt das Aufkommen an öffentlichem und privatem Verkehr immer stärker zu. Grund dafür ist die zunehmende Urbanisierung, die Ausbreitung städtischer Lebensformen. Sie stellt Städte vor große Herausforderungen: wachsende Verkehrsflüsse, höheres Verkehrsaufkommen, mehr Staus und dadurch ein größeres Unfallpotenzial.

Deutschland verzeichnet seit 1997 eine Steigerung um 20 Prozent im individuellen Personenverkehr auf 50 Millionen Pkws. Zum Beispiel in China zeigt sich eine wesentlich gravierendere Situation. Die Anzahl der Fahrzeuge steigt alle zehn Jahre mehr als 100 Prozent – auf geschätzte 78 Millionen Pkws derzeit. Außerdem hält China mit 16 Millionen neuen Kfz-Zulassungen jährlich etwa 50 Prozent der globalen Neuzulassungen. Die lokalen Verkehrsbehörden haben großes Interesse daran, den Verkehr besser zu planen und zu optimieren. SAP arbeitet seit vielen Jahren mit Partnern zusammen, um auf Basis der Datenbank SAP HANA Effizienzpotenziale für Smart Traffic, den intelligenten Verkehr, auszuschöpfen. „Smart Traffic ist eines der heißesten Themen im Wettbewerb der Smart Cities und der Frage, wie die Städte und deren Infrastruktur für die Bewohner angenehmer und intelligenter gestaltet werden können“, erklärt Dr. Norbert Koppenhagen, Vice President, SAP Research & Innovation, SAP.

Smart-Traffic-Konzepte in China

SAP arbeitet mit den Verkehrsbehörden und lokalen Partnern in China zusammen, um spezielle Leitsysteme zu entwickeln, den alltäglichen Verkehr in den Großstädten zu optimieren und bessere Unterstützung bei der Verkehrsplanung zu gewährleisten. Offene, flexible Smart-City-Plattformen stehen im Mittelpunkt der Strategie. Die Behörden können so flexibel auf aktuelle Informationen zugreifen und konkrete Fragen klären: Wie stark ist die Metro momentan belegt? Wie sieht das Verkehrsaufkommen in den Innenstädten aus? Welche verkehrskritischen Veranstaltungen gibt es derzeit? Welche Optimierungspotentiale lassen sich aus aktuellen Daten und Zukunftsprognosen ableiten?

Auf die Plattformen können dann zum Beispiel Apps für mobile Endgeräte angebunden werden, die die gleichen Daten in Echtzeit abrufen können. Eine mobile Anwendung ist die CityApp. „Bei der CityApp steht der Nutzer als Bewohner oder Tourist einer Metropole im Mittelpunkt. Ihm soll geholfen werden, etwa bei der einfachen und schnellen Suche nach einem Parkplatz. Oder allgemein wie er aktuelle Verkehrsengpässe umgehen kann“, erläutert Koppenhagen. „Der Wunsch ist in naher Zukunft, den Nutzer auf dem letzten Kilometer automatisch zu einem freien Parkplatz oder zu einem Umsteigepunkt zu leiten und Verkehrsflüsse in Echtzeit zu optimieren.“

Für chinesische Metropolen wurde von dem SAP Innovation Center China ein Leitsystem implementiert, das schematisch die eingehenden und ausgehenden Verkehrsflüsse in einer digitalen Karte darstellt. Als Beispiel eines Internet of Things (IoT)-Anwendungsszenarios generiert die digitale Karte Informationen aus verschiedenen Quellen. Die Hauptstraßen der chinesischen Metropole sind mit Sensoren, die Pkws mit RFID-Chips ausgestattet und GPS-Daten von Bus- und Taxiunternehmen werden von Partnern zur Verfügung gestellt. „Wir können über die Karte zum Beispiel konkret erfahren, wie viele Fahrzeuge in den Morgenstunden in einem bestimmten Stadtteil gerade ankommen oder ihn verlassen, um daraus wiederum Prognosen für den Feierabendverkehr abzuleiten.“ Die Daten werden über die In-Memory-Technologie SAP HANA analysiert und die Ergebnisse in Form der digitalen Grafik in Echtzeit aktualisiert. Dabei sind alle Daten anonymisiert. „Es kann nicht auf einzelne Informationen von Personen oder deren Fahrzeuge zurückgegriffen werden“, so Koppenhagen.

Prognosen über Echtzeit-Daten

Ein anderes Projekt in Zusammenarbeit mit chinesischen Städten zeigt kritische Verkehrsbereiche in einer digitalen Visualisierung. Die Behörden erfahren so die aktuelle Durchschnittsgeschwindigkeit in bestimmten Straßensegmenten – in Echtzeit.

„Basierend auf den Informationen und Daten wollen wir kurzfristige Vorhersagen und Entscheidungen treffen. Mithilfe angepasster Ampelschaltungen könnte man in verkehrsreichen Zeiten gewissen Bereiche in die Vororte vorstauen, um andere Verkehrssegmente zu entlasten“, weiß Koppenhagen. Mithilfe der SAP-Technologie, die Daten in Echtzeit auswertet, können solche Szenarien bald gängige Praxis sein.

Schauen Sie sich die IoT-Szenarien im Video an:

 

Bildquelle: Shutterstock

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