Innovationen erfolgreich verwalten

Feature | 28. November 2007 von admin 0

Produktentwicklung lässt sich in unterschiedliche Projektphasen aufteilen. In jeder dieser Phasen behindern verschiedene Widrigkeiten die Umsetzung der Ausgangsidee in ein marktreifes Produkt. So ist es beispielsweise in der Initialisierungsphase alles andere als hilfreich, wenn kein vollständiger Überblick aller geplanten und vorgeschlagenen Projekte vorliegt.
In der Planungsphase können unvollständige Anforderungen an das Projektergebnis den Erfolg gefährden. So muss ein neues Produkt bestimmte Anforderungen erfüllen. Zum einen sind das die eigentlichen Produktfunktionen, etwa bei MP3-Playern der verfügbare Speicherplatz oder das Vorhandensein eines Displays, in dem sich die Titel anzeigen lassen. Zum anderen müssen kritische Erfolgsfaktoren berücksichtigt sein, bei einem Produkt wie dem MP3-Player zum Beispiel die Mehrsprachigkeit der Benutzeroberfläche. Zudem gilt es, die Rand- und Marktbedingungen („due diligence“) kritisch unter die Lupe zu nehmen – zu welchen Kosten darf das Produkt hergestellt werden, gibt es bereits Konkurrenzprodukte, handelt es sich um einen Relaunch – um den Projekterfolg nicht zu gefährden. Es muss also die strategische Ausrichtung des gesamten Produktportfolios berücksichtigt sein. Zu guter Letzt sind die Aufwände vollständig abzuschätzen – hinsichtlich Kosten, Zeitbedarf und Kapazitäten.
In den anschließenden Phasen Entwicklung und Markteinführung können ungeplante Änderungen im Projektumfang oder überraschende Ereignisse – etwa Verzögerungen oder Ressourcenengpässe – unter Umständen verheerend zu Buche schlagen. Aus diesem Grund stehen zu diesem Zeitpunkt Kennzahlen wie Projektfortschritt oder Kosten im Mittelpunkt. Werden diese nicht über das gesamte Portfolio hinweg und im Zusammenhang mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens beobachtet, sind die Möglichkeiten zur Korrektur eingeschränkt oder greifen nur mit Verzögerung.

Zentraler Blick auf Produktinnovationen

Im Zusammenspiel liefern die SAP-Applikationen SAP xApp Resource and Portfolio Management (SAP xRPM) und Collaboration Projects (cProjects), ein Bestandteil von SAP Product Lifecycle Management, Transparenz über das Produktportfolio, Produktideen und Entwicklungsprojekte. Für den Innovationsprozess relevante Informationen zu Ideen, Produktinitiativen und Projekten werden an einer Stelle zusammengeführt, um die Kommunikation und den gleichen Wissensstand aller Stakeholder von der Vorstandsebene bis zum Projektmitglied zu gewährleisten. Hierbei fließen auch Daten aus dem ERP-Backend und von analytischen Applikationen ein. Sowohl die Kosten als auch die Ausrichtung auf die Geschäftsstrategie sind somit ständig im Blick. Regeln, Standards und verbindliche Vorgehensweisen lassen sich überwachen.
Die bestehenden Szenarien der beiden Anwendungen werden mit den kommenden Releases SAP xRPM 4.5 und cProjects 4.5 ausgebaut und um wichtige Funktionen erweitert. Wesentliche Neuerungen bestehen beispielsweise in den Grundlagen für ein Entscheidungsprozessmanagement (Decision Flow Management) und Erweiterungen im Ressourcenmanagement sowie der Integration von SAP xRPM und cProjects.

Um die einzelnen Phasen der Produktentwicklung abzubilden, hat SAP so genannte Produktinitiativen geschaffen. In den Produktinitiativen sind alle Prozesse und Abläufe repräsentiert, die dem Ziel dienen, aus einer Idee ein marktreifes Produkt zu entwickeln. Das umfasst auch Projekte, die begleitend außerhalb der eigentlichen Produktentwicklung laufen, etwa Marketingplanung oder Verpackungsdesign. Insbesondere enthalten die Produktinitiativen auch alle Daten, die helfen, Entscheidungen bezüglich der einzelnen Entwicklungs- und Projektphasen zu fällen.
Beispielsweise lassen sich am Ende einer jeden Projektphase im Rahmen eines Gates die kritischen KPIs zusammentragen und für „Go-“ oder „Kill“-Entscheidungen verwenden. Diese Daten stehen verschiedenen Anwendern im Unternehmen zur Verfügung – etwa Innovations- oder Produktmanagern, aber auch den Portfolio- und Projektmanagern. Berichte zu Projektstatus und KPIs lassen sich sowohl aus den Produktinitiativen zusammenstellen (bottom-up) als auch aus Portfoliosicht herunter brechen (top-down). Status und Terminierung können ebenfalls bottom-up zusammengetragen werden.

Gleiche Perspektive für Projekt- und Portfoliomanager

SAP xRPM und cProjects 4.5 führen nun die unterschiedlichen Perspektiven von Projekt- und Portfoliomanagern auf einzelne Projektschritte oder das Gesamtbild zusammen – sowohl in einer horizontalen, als auch in einer vertikalen Integration. Die horizontale Integration synchronisiert Entscheidungspunktinformationen und Phasen, Statusinformationen, Detail- oder Umfeldinformationen sowie Autorisierungen zwischen Portfolio- und Projektmanagement. Bei der vertikalen Integration wird im Portfoliomanagement zwischen Initiative und Portfolioelement in der Finanz- und Kapazitätsplanung als auch hinsichtlich globaler Daten und Status synchronisiert. Ob im Projektverlauf das Portfolioelement oder das Projekt führend sein soll, lässt sich entscheiden.
Auch im Ressourcenmanagement gibt es Änderungen. In cProjects wird die Ressourcensuche künftig vereinfacht und in erweitertem Umfang angeboten. Außerdem wurden Möglichkeiten geschaffen, bei der Suche nach Ressourcen die Trefferliste grafisch darzustellen und einem Projekt Ressourcen zuzuordnen. Hierbei wird überprüft, ob die bereit gestellten Ressourcen mit den Anforderungen übereinstimmen, auch in Hinblick auf Verfügbarkeit, Qualifikation und Standort. Ob und welche Ressourcen vorhanden sind, wird grafisch gelistet – diejenige Ressource mit der besten Übereinstimmung erscheint zuerst.

Mehr Visualisierung

Für ein besseres Projektcontrolling steht in cProjects 4.5 ein Multi-Projektmonitor zur Verfügung, der die Projektstrukturen mehrerer Projekte sichtbar macht. Er ist über das Projektdashboard zu erreichen und ermöglicht detaillierte Filteroptionen sowie Lesezugriff auf Projektdetails.
Via cProjects lassen sich jetzt zudem Projekte nach der Six-Sigma-Methode abwickeln. Zum einen ist hierfür beispielsweise eine Projektcharter hinterlegt, die unter anderem Ziele definiert. Zum anderen wurden Rollen wie „Champion”, “Master black belt”, “Black belt” oder “Green belt” geschaffen, wie sie der Six-Sigma-Ansatz verwendet.
Ende 2007 wird das neue Release SAP xRPM 4.5 und cProjects 4.5 in den Ramp-Up gehen – als weiterer Schritt, mit SAP Product Lifecycle Management die Aktivitäten rund um den Produktlebenszyklus möglichst umfassend zu unterstützen.

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