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Von den Besten lernen

Feature | 4. November 2015 von Stephan Magura 0

Qualität als Prämisse: Warum wichtige Softwareprojekte manchen SAP-Kunden besonders gut gelingen.

Eigentlich ist doch alles ganz einfach: „Wenn es einen Weg gibt, etwas besser zu machen, finde ihn.“

Allerdings besitzt nicht jeder projektverantwortliche Manager die Genialität des Zitatgebers und Erfinders Thomas Alva Edison (1847 bis 1931), um diesen Weg sofort zu finden. So ist die Einführung neuer Informationstechnik im Unternehmen eine komplexe Aufgabe; häufig sehen die Beteiligten den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Wie also transformiere ich Geschäftsprozesse erfolgreich? Woran kann ich mich orientieren?

Zunächst gibt es Leitlinien für Softwareimplementierungen, wie sie beispielsweise die SAP ihren Kunden an die Hand gibt. Darin spiegeln sich Erfahrungen von zehntausenden Kundenprojekten wieder.

Al Nasser schwenkt um

Sajan Babu Balna von Al Nasser und Rimi-Baltic CFO Maria Holstroem.

Sajan Babu Balna von Al Nasser und Rimi-Baltic CFO Maria Holstroem.

Neben Best Practices ist Flexibilität ein guter Projektbegleiter. So war der Beleuchtungsspezialist Al Nasser aus Saudi-Arabien schon Richtung Oracle unterwegs, als SAP HANA für die Region Middle East & North Africa (MENA) verfügbar wurde. Zusammen mit dem innovativen und vielfach ausgezeichneten Partner Isyx Technologies hat Al Nasser als erstes Unternehmen im Raum MENA die SAP Business Suite on HANA als neue Unternehmensplattform mit Erfolg eingeführt – auch dank eines hervorragenden Change Managements und exzellenter Governance, wie die Jury der Quality Awards lobte. Dafür gab es den Siegertitel in der Kategorie „HANA Innovation“.

Ein besonderes Dankeschön des Kunden geht an Fujitsu, weil der SAP-Partner bei der Hardware-Wahl sehr großen Einsatz zeigte. Als „Golden Nugget“ des Projekts gilt allerdings der intensive Einsatz von Google Apps zu Kommunikationszwecken und um jede Projektphase zu dokumentieren. „Wir wussten immer, wo wir stehen“, erinnert sich IT-Manager Sajan Babu.

Jedoch kann man sich nicht immer auf einen umfangreichen Werkzeugkasten oder externe Dienstleister verlassen. Dann ist Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten besonders gefragt – wie es der Lebensmittelproduzent Rimi Baltic an den Tag legt. Der Gewinner in der Kategorie „Business Transformation“ betreibt eine sehr spezifische SAP-Lösung. Es war für die Letten deshalb einfacher, ihr Projekt zur zentralen Automatisierung des Bestell- und Lieferwesens für 240 Läden in drei Ländern mit eigenen Ressourcen zu stemmen, als einen Partner anzulernen.

Inhouse-Kompetenz als Erfolgsfaktor

In den Rimi-Geschäften gibt es nun mehr Auswahl, ohne dass die Lagerkapazitäten erhöht werden mussten. Dank des automatisierten und erweiterten Systems können die Mitarbeiter nun auch früher Feierabend machen, weil viele manuelle Arbeitsschritte entfallen. Und: Das Projekt-Knowhow bleibt im Haus und damit als Wissensbasis erhalten.

Für die erfolgreiche Implementierung war vor allem das stringente Projektmanagement verantwortlich. Rimi-Baltic’s IT-Managerin Marija Gaidukova meint dazu: „Was wir im Zuge unser Arbeit lernten war, wie man Ressourcen richtig plant und koordiniert, zumal die guten Leute immer begehrt sind. Das war schon eine große Herausforderung für uns.“ Obwohl das anspruchsvolle Vorhaben damals in Konkurrenz zu anderen wichtigen internen Initiativen im Unternehmen stand, konnte es zeitgerecht abgeschlossen werden.

Laut Projektmanager Thomas Münch war „die Ausbildung kenntnisreicher Key User ein Schlüssel zum Erfolg. So waren wir in der Lage, eine nachhaltige Lösung zu bauen, die von den Geschäftsbereichen akzeptiert wird.“

Mit Tempo und Qualität unterwegs

Als wahre Planungsmeister haben sich die Implementierungsexperten von ZKW Elektronik erwiesen. Der österreichische Lieferant von Lichtsystemen für Fahrzeuge investierte viel Zeit in Vorstudien und kreierte eine umfangreiche Prozessmasterliste, die zusammen mit dem Partner scc EDV-Beratung penibel abgearbeitet wird.

Aufgabe war die Einführung eines neuen ERP-Systems für einen neuen Entwicklungs- und Produktionsstandort. „Das Management hatte schon klare Vorstellungen vom Betrieb der Fabrik, was die Ausprägung der Lösung erleichtert hat“, meint Harald Fraunlob, Head of Operations bei ZKW Elektronik, zu den Gründen, warum 87 SAP-Nutzer schon nach dreieinhalb Monaten mit dem System arbeiten konnten. Die Mischung aus Qualität und Tempo honorierte die Jury der SAP Quality Awards mit dem ersten Platz für „Rapid Delivery“.

Rekordverdächtig schnell wurde auch der Neubau in Wiener Neustadt hochgezogen (fünf Monate). Durch den Einsatz neuer Technologie und neuer Prozesse können die hohen Anforderungen an den Standort äußerst kosteneffizient bewältigt werden.

Nach den guten Erfahrungen in der ersten und zweiten Phase erfolgt der weitere Systemausbau (3. Phase) wieder entlang der 2.000-Punkte-starken Prozessmasterliste – und gemäß dem Leitmotiv „sich lieber bei der Definition der Anforderungen etwas mehr Zeit lassen und dafür bei der Implementierung mehr Zeit sparen“ (Wolfgang Sieger, Head of Logistics & SAP Application Management bei ZKW Elektronik).

Eine gute Entscheidung. Denn Sorgfalt hat noch keinem Projekt geschadet.

Nützliche Links:

Die SAP-Qualitätsprinzipien

 

Bilder: SAP, ZKW

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