Vorreiterrolle im Großhandel

Feature | 27. Oktober 2008 von Christoph Zeidler 0


Regale, überall wo ich hinsehe stehen riesige Regale, die die Halle bis unter die Decke füllen. Dazwischen surren wie die Bienen fleißige Arbeiter, die mit Gabelstaplern und Ladewägen Kisten, Rohre und Paletten von A nach B bringen. Mit kleinen Lesegeräten scannen sie die Barcodes auf den Verpackungen wenn sie etwas aufnehmen oder ablegen – und weiter geht’s zum nächsten Regal. Ich stehe in einer von vielen Lagerhallen von Border States, Elektrogroßhändler aus dem beschaulichen Städtchen Fargo in North Dakota, und bin beeindruckt davon, wie hier alles am Schnürchen zu laufen scheint.

Kundennähe und Service

ASUG Impact Awards 2008

Die amerikanische SAP-Anwendergruppe ASUG (Americas’ SAP Users’ Group) zeichnet jedes Jahr Mitglieder aus, die durch den erfolgreichen und beispielhaften Einsatz von SAP-Software erhebliche Geschäftsvorteile erzielen konnten. Dieses Jahr wurde die Auszeichnung in den Kategorien Großkunde, Mittelstand und öffentlicher Sektor nach den folgenden Kriterien vergeben: Kapitalrendite, Zielerreichung, entwickelte Best Practices und Service-Verbesserungen.

Neben mir steht Michelle Perius, Leiterin IT-Anwendungen von Border States, und erklärt mir nicht ohne Stolz, was vor meinen Augen abläuft: Von der Anlieferung über die Lagerung bis hin zur Auslieferung an den Kunden, jeder Mitarbeiter ist ein wichtiger Teil der Kette – eine Kette, die im SAP-System abgebildet ist, das jederzeit weiß, was sich wo befindet.

„SAP ist für uns eine große Hilfe“, so Perius, „denn nur wenn wir immer wissen, wo etwas ist, können wir es auch schnellstmöglich an den Kunden ausliefern.“ Und Service ist bei Border States mehr als nur ein Lippenbekenntnis. In der Großhandelsbranche, in der ein rauher Wettbewerb herrscht, ist Kundennähe absolut unabdingbar und ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. „Wir sind stolz auf unseren Kundenservice“, sagt Perius. Und Kundenservice war der wichtigste Grund für den Einsatz von SAP-Software.

Individueller Katalog

Border States hat seit 1998 SAP im Einsatz, und Perius und ihr Team haben das System ganz auf Kundennähe getrimmt. Dabei helfen heute insbesondere SAP NetWeaver und die Anwendung für Internet Sales (Internet Sales Application, ISA). SAP NetWeaver MDM bildet die Grundlage für den Produktkatalog, der mittels SAP NetWeaver Portal und ISA für die Webseite von Border States aufbereitet wird. Dort können Kunden online aktuell die Verfügbarkeit einzelner Produkte sehen und direkt bestellen, den Status ihrer Bestellung nachvollziehen und Änderungen oder Stornos vornehmen. Den Lieferschein ebenso wie die Rechnung generiert das System automatisch. „Das tolle ist, dass sich über den rollenbasierten Zugang der Katalog sogar automatisch der jeweiligen Kundengruppe anpasst“, sagt Perius.

Auf Flexibilität kommt es an

Als wir aus dem Lager in den Verkaufsraum treten, geben hier gerade einige Kunden persönlich ihre Bestellung auf, die sie auf kleinen Pads mit ihrer Unterschrift bestätigen. „Die Unterschrift geht direkt in unser System und wird dort abgelegt“, antwortet Perius auf meinen fragenden Blick. „Das Kundenkonto wird belastet, und der Kunde erhält eine Auftragsbestätigung mit seiner Unterschrift.“ Ähnlich läuft auch die Empfangsbestätigung bei der Lieferannahme durch den Kunden vor Ort, die den häufigsten Fall darstellt.

Die meisten Border-States-Kunden sind Handwerker und Bauunternehmen, die online oder über den Vertrieb ihre Bestellungen aufgeben, die auf Wunsch sogar bis direkt auf die Baustelle geliefert werden. Auch kurze Lieferzeiten, Mengenabweichungen oder Sonderwünsche sind kein Problem. „SAP gibt uns die Flexibilität die wir brauchen, um auch außergewöhnlichen Kundenwünschen gerecht werden zu können“, sagt Perius. Kleinere Veränderungen im Sinne der Kunden könnten wesentlich einfacher als früher vorgenommen und umgesetzt werden. Als weitere wesentliche Vorteile nennt sie:

  • verbesserte Lagerverwaltung
  • optimierte Katalogisierung
  • erhöhte Kundenorientierung

Erfahrung und Expertise

Implementierte SAP-Lösungen

SAP R/3 4.7
SAP Interactive Forms by Adobe
SAP NetWeaver Master Data Management
SAP NetWeaver Mobile (ehemals SAP Mobile Infrastructure)
SAP NetWeaver Process Integration
SAP NetWeaver Portal
SAP Solution Manager
Internet Sales Application (heute verfügbar als SAP E-Commerce)

Michelle Perius und ihr Team haben viel an Erfahrung gewonnen und Expertise im eigenen Haus aufgebaut. „Das hat uns bei Akquisitionen und anderen Projekten sehr geholfen“, sagt Perius. Wertvoll war für Border States auch die Unterstützung durch die amerikanische Anwendergruppe ASUG, insbesondere durch die Arbeitsgruppe Großhandel, an deren Gründung das Unternehmen beteiligt war. „So können wir Erfahrungen austauschen und mit anderen Unternehmen der Branche gezielt Einfluss auf das Produktportfolio der SAP nehmen.“

Was sie denn gerne beeinflussen würde, frage ich sie, als ich mich auf den Weg nach draußen mache. „Wir sind sehr zufrieden mit SAP“, gibt sie mir mit einem Lächeln auf den Weg. Natürlich gebe es wie bei jedem Anbieter hin und wieder Dinge, über die man reden müsse; doch für Perius ist völlig klar: „SAP bildet seit zehn Jahren die Grundlage unseres Wachstums und hat erheblichen Anteil an unserem Erfolg.“ Und mit dem geplanten Upgrade auf SAP ERP 6.0 ist sichergestellt, dass das auch in Zukunft so bleibt.

Tags: ,

Leave a Reply